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	<title>Mitleid &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Unschuldig Notleidende verdienen Hilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 02:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitleid]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[Helga Kernstock-Redl erläutert: „Echte Schuld entsteht nur bei einer ebenso echten Wahlmöglichkeit. Das durchzieht nicht nur die Gesetzeslage, sondern auch die menschliche Psyche – was natürlich kein Wunder ist, denn die Gesetze werden von Menschen gemacht.“ Wer nachweislich keine Wahl hatte, ist nicht oder zumindest weniger schuldig. Unschuldig Notleidende verdienen Hilfe. Doch bekommen sie diese ... <a title="Unschuldig Notleidende verdienen Hilfe" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-echte-schuld.html" aria-label="Mehr Informationen über Unschuldig Notleidende verdienen Hilfe">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Helga Kernstock-Redl erläutert: „Echte Schuld entsteht nur bei einer ebenso echten Wahlmöglichkeit. Das durchzieht nicht nur die Gesetzeslage, sondern auch die menschliche Psyche – was natürlich kein Wunder ist, denn die Gesetze werden von Menschen gemacht.“ Wer nachweislich keine Wahl hatte, ist nicht oder zumindest weniger schuldig. Unschuldig Notleidende verdienen Hilfe. Doch bekommen sie diese auch? Fakt ist: Wer an der eigenen Not mitschuldig ist oder auch nur so erscheint, erfährt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht oder weniger Mitgefühl, geringere soziale Unterstützung und keine Entschädigung. Vielmehr werden ihr oder ihm von eigentlich guten Mitmenschen Schuldzuweisungen, manchmal sogar Beleidigungen durchaus aggressiv an den Kopf geworfen. Helga Kernstock-Redl ist jedenfalls der Meinung, dass wer Schmerzen und Schaden erleidet, zunächst Trost und Hilfe verdient. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5790"></span></p>
<p><strong>Erst nach dem Hochstress kommt die Zeit für eine kritische Analyse</strong></p>
<p>Später kann man mit Betroffenen immer noch über mögliche Lernerfahrungen und Konsequenzen diskutieren. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Erst nach dem Hochstress kommt die Zeit für eine kritische Analyse der Situation, denn das Selbst-Verschuldete ist vielleicht tatsächlich vielleicht das Selbst-Beeinflussbare.“ Helga Kernstock-Redl persönlich leidet sogar mehr, wenn sie sich an einer eigenen Verletzung Mitschuld geben muss, weil vielleicht ein Schuldgefühl oder Ärger über sich selbst dazukommt. Also verdient sie sogar mehr Mitgefühl.</p>
<p>Ursachen-Schuld soll gesucht, Strafen verteilt und Lernerfahrungen können angeregt werden – aber bitte erst, wenn der Notarztwagen wieder weg ist. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Der „Selber schuld, kein Mitleid“-Mechanismus hat eine folgenschwere Auswirkung, weil dadurch die leidenden Menschen von aggressiven Schuldzuweisungen und sozialer Abwendung getroffen werden können. Das kann seelisch tief verletzen oder wird zumindest gerechtfertigte Irritation auslösen.“</p>
<p><strong>Zum Mitleid gesellt sich manchmal Ohnmacht</strong></p>
<p>Die Ursachen für ungutes Verhalten, das leidende Menschen trifft, liegen nur selten darin, dass die anderen Menschen böse sind – obwohl es natürlich auch die gibt – sondern mehrheitlich im genauen Gegenteil: Einerseits handeln Helga Kernstock-Redls Erfahrung nach alle jene so, die ihre Empathie nicht regulieren können. Wer sich deshalb nicht abgrenzen kann, leidet enorm mit, ober er will oder nicht. Zum Mitleid gesellt sich vielleicht die Ohnmacht, dagegen nichts tun zu können.</p>
<p>Andererseits gibt es Mitmenschen, die ihren moralischen Gesetzen gemäß glauben, extrem hilfsbereit sein zu müssen oder immer alle retten zu können. Diese tendieren bekanntermaßen zu einem hohen Maß an Schuldgefühlen, wenn sie diese Gesetze nicht befolgen oder umsetzen können. Helga Kernstock-Redl weiß: „Beide Typen kann es entlasten, den Opfern möglichst viel Schuld zuzuweisen, bis hin zu einer Täter-Opfer-Umkehr, wie es der Sozialpsychologe Jens Förster treffend zusammenfasst.“ Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Empathie gilt als hochanständige Eigenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 01:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Empathie im Sinn von Mitgefühl oder von Basis-Empathie, also Mitleid, wirkt auf den ersten Blick so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Sie gilt als hoch anständige Eigenschaft bei uns Menschen. Grundsätzlich ist es natürlich eine Eigenheit, die in der Bevölkerung unterschiedlich stark vertreten ist. Bitte glauben Sie nicht, dass zum ... <a title="Empathie gilt als hochanständige Eigenschaft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/empathie-gilt-als-hochanstaendige-eigenschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Empathie gilt als hochanständige Eigenschaft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Empathie im Sinn von Mitgefühl oder von Basis-Empathie, also Mitleid, wirkt auf den ersten Blick so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Sie gilt als hoch anständige Eigenschaft bei uns Menschen. Grundsätzlich ist es natürlich eine Eigenheit, die in der Bevölkerung unterschiedlich stark vertreten ist. Bitte glauben Sie nicht, dass zum Beispiel Frauen im Durchschnitt empathischer sind als Männer.“ Sie sind nur motivierter, empathisch zu sein, und zeigen es öfter – besonders dann, wenn es von ihnen in einer bestimmten Situation erwartet wird. Vielleicht haben sie häufiger das innere Gesetz verankert: „Ich muss empathisch sein.“ Oder: „Ich muss Erwartungen erfüllen.“ Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5668"></span></p>
<p><strong>Empathische Menschen bleiben ihrem inneren Kodex treu</strong></p>
<p>Helga Kernstock-Redl weiß: „Grundsätzlich gilt natürlich: Es sind tatsächlich oft sehr wertvolle, empathische, extra ehrgeizige, verantwortungsvolle oder fürsorgliche Personen, die viele Regeln haben und Schuldgefühle vermeiden wollen – und deshalb sehr „willensstark“ und konsequent ihrem inneren Kodex treu bleiben.“ Das bewundern die meisten anderen Menschen irgendwie, sogar wenn die Folgen manchmal selbstschädigend sind. Die Geschichte einer Person oder einer Gruppe, die bis zum bitteren Ende ihre Überzeugungen hochhält und dafür kämpft, assoziiert man wohl mit Selbstdisziplin und Charakterstärke.</p>
<p>Das gilt für reale Menschen, die sich für andere überdurchschnittlich stark engagieren, aber auch für fiktive oder historische Figuren wie Michael Kohlhaas, Don Quichotte oder die japanischen Samurai. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Deren Ehrenkodex beeinflusst übrigens auch heute noch Mentalität und Wirtschaft ihres Landes. Die europäischen Rittertugenden hingegen haben sich kaum im Bewusstsein gehalten und finden lediglich im Wort Ritterlichkeit einen positiven, wenn auch verstaubten Nachhall.“ </p>
<p><strong>Ungezähmte Empathie kann gute Menschen ungut machen</strong></p>
<p>Wenn man nun glaubt, dass empathiearme Menschen frei von Schuldgefühlen sind, irrt man sich vermutlich. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Der „Ehrenkodex“ von Sadisten, Soziopathinnen und Schwerstverbrechern ist zwar für einen Durchschnittsmenschen wie mich sicher nicht nachvollziehbar, doch auch sie können Regeln haben, die bei Missachtung Schuldgefühle erzeugen.“ Die Hintergründe von asozialen Verhalten zu verstehen, bedeutet selbstverständlich nicht, es zu entschuldigen oder zu dulden. Doch in der psychologischen Arbeit ermöglicht eine solche Forschungsreise, betroffene Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, und sie dabei zu begleiten, das Alte infrage zu stellen und die eine oder andere sozial akzeptablere Regel zu entwickeln.</p>
<p>Bei ausgeprägter Soziopathie stehen die Erfolgschancen zwar eher gering, aber glücklicherweise gibt es Mischformen. Und außerdem können Menschen lernen, sich nicht aus Schuld- oder Mitgefühl, oder doch aus Vernunft, Respekt oder Angst an soziale und moralische Regeln zu halten. Doch zurück zur Empathie: Helga Kernstock-Redl behauptet, stark ausgeprägte, ungezähmte Empathie kann gute Menschen ungut machen. Das ist der Grund, wieso leidende Personen nicht immer die Zuwendung bekommen, die sie eigentlich verdienen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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