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	<title>Macht &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Gutes tun führt häufig zur Selbstausbeutung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2025 01:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gutes]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer etwas „Gutes“ tun will, landet häufig in der Zwickmühle aus Selbstausbeutung und Überlebenssicherung. Maren Urner schreibt: „Vielleicht könnte man ein Sozialunternehmen gründen, dass sich gerade so über Wasser hält. Denn eine goldene Nase lässt sich damit mit Sicherheit nicht verdienen.“ Oder im Alltag einer Arbeit nachgehen, die sich zwar nicht besonders sinnstiftend anfühlt, aber in der Lage ist, Miete, Essen und Jahresurlaub zu finanzieren. Abends und an den Wochenenden dann zum Ehrenamt, um das „Gute“ zu tun. Noch einen Schritt weiter gehen sogenannte „Effektive Altruisten“, die einen Job ausüben,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer etwas „Gutes“ tun will, landet häufig in der Zwickmühle aus Selbstausbeutung und Überlebenssicherung. Maren Urner schreibt: „Vielleicht könnte man ein Sozialunternehmen gründen, dass sich gerade so über Wasser hält. Denn eine goldene Nase lässt sich damit mit Sicherheit nicht verdienen.“ Oder im Alltag einer Arbeit nachgehen, die sich zwar nicht besonders sinnstiftend anfühlt, aber in der Lage ist, Miete, Essen und Jahresurlaub zu finanzieren. Abends und an den Wochenenden dann zum Ehrenamt, um das „Gute“ zu tun. Noch einen Schritt weiter gehen sogenannte „Effektive Altruisten“, die einen Job ausüben, der möglichst viel Geld einbringt, von  dem sie dann einen bestimmten Anteil für „gute Zwecke“ spenden, um ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-5977"></span></p>
<p><strong>Die Spezies Mensch arbeitet sehr gut zusammen</strong></p>
<p>Maren Urner zeichnet hier bewusst ein plakatives, vereinfachtes Bild, da es ihr um den generellen Gedanken geht, den sicherlich jeder kennt: „Die Annahme, dass die größten Arschlöc***, den größten Erfolg haben, ist genau wie das erste Missverständnis zu Werten und Wertzuweisungen weit verbreitet. Um nicht zu sagen: omnipräsent.“ Warum? Weil wir genau wie bei der Zuweisung von Werten Strukturen in Form einer Wirtschaft und Gesellschaftsordnung geschaffen haben, die eben diesen Zusammenhang nahelegen.</p>
<p>Und das, obwohl die komplette Menschheitsgeschichte uns lehrt, das genau das Gegenteil der Fall ist. Warum existiert die Spezies Mensch? Maren Urner kennt die Antwort auf diese Frage: „Nicht weil unsere Vor-Vor-Vorfahren in der Savanne besonders schnell rennen konnten, nicht weil sie besonders stark oder besonders groß waren – oder besonders hinterhältig –, sondern aus einem einfachen Grund: weil sie wirklich gut darin waren, zusammenzuarbeiten.“</p>
<p><strong>Ein guter Test für Führungsqualitäten sind Krisen</strong></p>
<p>Wer versuchte, sich allein durchzukämpfen, ohne Rücksicht auf Verluste, war langfristig nicht erfolgreich. Maren Urner stellt fest: „Denn auch wenn mache Menschen hervorragend darin sein mögen, kurzfristig Macht an sich zu reißen und auszuüben, werden sie – einmal in entsprechender Machtposition angekommen – nicht in der Lage sein, die ihnen übertragenen Aufgaben zu erledigen und die Langzeitinteressen der Betroffen zu verfolgen.“ Mit anderen Worten: Aus evolutionstheoretischer Sicht erscheint es nur sinnvoll, dass diejenigen Macht ausüben, die das öffentliche Wohl erhalten und steigern.</p>
<p>Sozialwissenschaftlich-historische Studien zeigen im Übrigen genau das. Maren Urner erläutert: „Die weniger kollaborativen Machthaber hinterlassen ein geringeres Vermächtnis oder sorgen dafür, dass im Nachgang Aufräumarbeiten stattfinden müssen.“ Ein guter Test für Führungsqualitäten sind Krisen. Denn die offenbaren, wer ein „wahrer Machthaber“ ist und damit die Fähigkeit besitzt, Menschen so zu beeinflussen, dass das Wohlergehen der Betroffenen maximiert wird. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gemeinschaften können Tyrannen stürzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler schreibt: „In seinem Schreiben an Einstein – ein volles Jahrzehnt nach „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ – geht Freud nun davon aus, dass Gemeinschaften nicht durch Unterwerfung unter einen idealen Führer zusammengehalten werden, sondern im Gegenteil durch ihre Macht, Tyrannen oder autoritäre Herrscher zu stürzen und in der Folge gemeinsame und durchsetzbare Gesetze und Institutionen zu schaffen.“ Um einen Tyrannen zu stürzen und die Liebesbindungen an ihn zu durchbrechen, ist vielleicht eine gewisse Form von Manie erforderlich. Kann sich diese Manie in den Gemeinschaftsgefühlen und Gefühlsbindungen entwickeln, die zu diesem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler schreibt: „In seinem Schreiben an Einstein – ein volles Jahrzehnt nach „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ – geht Freud nun davon aus, dass Gemeinschaften nicht durch Unterwerfung unter einen idealen Führer zusammengehalten werden, sondern im Gegenteil durch ihre Macht, Tyrannen oder autoritäre Herrscher zu stürzen und in der Folge gemeinsame und durchsetzbare Gesetze und Institutionen zu schaffen.“ Um einen Tyrannen zu stürzen und die Liebesbindungen an ihn zu durchbrechen, ist vielleicht eine gewisse Form von Manie erforderlich. Kann sich diese Manie in den Gemeinschaftsgefühlen und Gefühlsbindungen entwickeln, die zu diesem Zweck erforderlich sind? Die Antwort scheint davon abzuhängen, was man unter einer „Interessengemeinschaft“ versteht. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5944"></span></p>
<p><strong>Die Begrenzung der Destruktivität basiert auf dem Gemeinschaftsgefühl</strong></p>
<p>Sigmund Freud vermutet, dass mit der Übertragung von Macht – nicht Gewalt – an immer größere Zusammenschlüsse die Angehörigen dieser Gruppe stärkere Solidaritätsgefühle entwickeln und aus ihnen heraus handeln. Judith Butler ergänzt: „Einstein hatte von der Notwendigkeit zum Souveränitätsverzicht zugunsten größerer internationaler Organisationen gesprochen.“ Für Sigmund Freud geht die Frage der Machtverteilung ebenfalls über das Modell der Souveränität hinaus. Mit dem Wachsen der Gemeinschaft und ihrer Fähigkeit, sich selbst zu regieren, in immer deutlicherer Abgrenzung, ja im Gegensatz zur Herrschaft eines einzelnen, basiert die Begrenzung der Destruktivität zunehmend auf dem Gemeinschaftsgefühl.</p>
<p>Dieses kommt in selbst erlassenen und Grenzen ziehenden Gesetzen zum Ausdruck. Judith Butler stellt fest: „Es besteht aber weiterhin das Problem, dass es in der Gemeinschaft zu Gewaltausbrüchen kommen kann, etwa wenn Fraktionen aneinandergeraten oder wenn das Recht zum Aufstand gegen den Staat oder die internationale Körperschaft in Anspruch genommen wird, die die Hoheitsrechte von Staaten einschränkt.“ Für Sigmund Freud wie für Albert Einstein scheint die Begrenzung der Gewalt mit der Einschränkung staatlicher Souveränität in einem internationalen Rahmen zusammenzufallen.</p>
<p><strong>Nationalistischer Eifer führt zu Gewaltausbrüchen</strong></p>
<p>Das zielt auf den im Souveränitätsgedanken selbst zum Ausdruck kommenden Anthropomorphismus der Macht. Judith Butler erläutert: „In den frühen 1930er Jahren waren beide der Meinung, dass nationalistischer Eifer zu Gewaltausbrüchen führt, auch wenn keiner von ihnen schon wirklich die kommenden Formen staatlicher Gewalt in Faschismus und Nazismus erkennten konnte.“ Die internationale Körperschaft oder der „Gerichtshof“, den beide sich vorstellten, existierte bis zu einem gewissen Grad in den frühen 1930er Jahren in Form des Völkerbunds.</p>
<p>Aber diese Institution bildete kaum eine letzte Machtinstanz, da sich staatliche Hoheitsrechte durch die besehenden Institutionen nicht effektiv einschränken ließen. Judith Butler fügt hinzu: „Ohne Vollzugsgewalt fehlten solchen Institutionen die eigenen Hoheitsrechte zur Kriegsverhütung – daher der Schluss, dass der Verzicht auf Souveränität zugunsten internationaler Beziehungen der einzige Weg zum Frieden ist.“ Albert Einstein, der sich selbst als „von Affekten nationaler Natur freier Mensch“ sah, betrachtete das Risiko einer internationalen Einrichtung als tragbar. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kriege lassen sich vielleicht nicht verhindern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 02:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Schicksal der Menschheit, klagt Albert Einstein, liegt in den Händen einer „herrschenden Schicht“, die nach Macht strebt und sich jeder „Einschränkung der Hoheitsrechte“ widersetzt. Sigmund Freuds kritisches Urteil sei für diese Zeit, in der Europa erneut vor einem Weltkrieg stehe, von größter Wichtigkeit. Judith Butler fügt hinzu: „Albert Einstein will wissen, ob es im Triebleben der menschlichen Psyche eine Grundlage für eine politische Ordnung gebe, die Kriege effektiv verhindern könnte.“ Besonders interessiert ihn die Frage, ob man eine Vereinigung oder ein Tribunal schaffen könnte, mit dessen Hilfe sich die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schicksal der Menschheit, klagt Albert Einstein, liegt in den Händen einer „herrschenden Schicht“, die nach Macht strebt und sich jeder „Einschränkung der Hoheitsrechte“ widersetzt. Sigmund Freuds kritisches Urteil sei für diese Zeit, in der Europa erneut vor einem Weltkrieg stehe, von größter Wichtigkeit. Judith Butler fügt hinzu: „Albert Einstein will wissen, ob es im Triebleben der menschlichen Psyche eine Grundlage für eine politische Ordnung gebe, die Kriege effektiv verhindern könnte.“ Besonders interessiert ihn die Frage, ob man eine Vereinigung oder ein Tribunal schaffen könnte, mit dessen Hilfe sich die destruktive Macht der Triebe in Schach halten ließe. Albert Einstein sieht das Problem zunächst in den destruktiven Trieben. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5844"></span></p>
<p><strong>Im Menschen lebt möglicherweise ein Bedürfnis zu vernichten</strong></p>
<p>Albert Einstein fragt jedoch auch nach politischen Institutionen und fordert, dass die einzelnen Nationen ihre Souveränität einer internationalen Körperschaft übertragen, die sich der Kriegsverhütung und der Garantie der internationalen Sicherheit verpflichten würde. Judith Butler ergänzt: „Dieses Ziel lässt sich nur verwirklichen, wenn Menschen zur Schaffung und Anerkennung internationaler Einrichtungen mit den Mitteln zur Kriegsverhütung imstande sind.“ Wird diese Fähigkeit durch Neigungen oder Triebe unterlaufen, lassen sich Kriege möglicherweise gar nicht verhindern.</p>
<p>Albert Einstein, der Sigmund Freud zweifellos gelesen hat, fragt, ob im Menschen „ein Bedürfnis zu hassen und zu vernichten“ lebt, das „zur Massenpsychose gesteigert werden“ kann. Judith Butler stellt fest: „Er fragt sich, ob die Destruktionstriebe begrenzt werden können, aber auch, ob bestimmte Praktiken oder Institutionen geschaffen werden könnten, die einen Krieg erschweren würden.“ Gewalt, so Albert Einstein, kann die Form von Kriegen zwischen Staaten annehmen, aber auch in Bürgerkriegen aus religiösem Eifer und in der „Verfolgung nationaler Minderheiten“ ausbrechen.</p>
<p><strong>Die Macht der Gemeinschaft setzt sich durch</strong></p>
<p>Sigmund Freud gesteht, dass er keine praktischen Vorschläge hat, aber seine Bemerkungen artikulieren doch eine politische Position. Judith Butler erläutert: „Er schlägt zunächst vor, Einsteins Unterscheidung zwischen Recht und Macht durch die Unterscheidung von Recht – der Begriff steht im Deutschen sowohl für das Rechtssystem als auch für Gerechtigkeit – und Gewalt zu ersetzen.“ Nach Sigmund Freuds Darstellung wurden Konflikte zwischen Personen und Gruppen herkömmlicherweise gewaltsam gelöst, ein Mittel, das weniger oft zum Einsatz kam, als sich die Gruppenbildungen veränderten.</p>
<p>Dann „führte ein Weg von der Gewalt zum Recht“ sodass „die Vereinigung mehrerer Schwachen“ die größere Stärke einzelner wettmachte. Gewalt „wird gebrochen durch Einigung“ oder „die Macht dieser Geeinigten“, sodass es „nicht mehr die Gewalt des Einzelnen ist, die sich durchsetzt, sondern die der Gemeinschaft“. Und weiter: „Aber damit sich dieser Übergang von der Gewalt zum neuen Recht vollziehe“, muss diese Einigung „eine beständige, dauerhafte sein“. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wissenschaftliches Denken sorgt für Demut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jul 2023 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Defizite]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer die eigenen Defizite erkennt, öffnet dem Zweifel die Tür. Adam Grant weiß: „Das Infragestellen unserer derzeitigen Einsichten macht uns neugierig darauf, welche Informationen uns fehlen. Diese Suche führt uns zu neuen Entdeckungen, die wiederum dafür sorgen, dass wir demütig bleiben, indem sie untermauern, wie viel wir noch zu lernen haben.“ Wenn Wissen Macht ist, dann ist das Wissen darum, dass man nicht weiß, Weisheit. Wissenschaftliches Denken zieht die Demut dem Stolz, den Zweifel der Gewissheit und die Neugier dem Sichverschließen vor. Wenn man den Wissenschaftsmodus verlässt, weicht der Umdenkzyklus&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die eigenen Defizite erkennt, öffnet dem Zweifel die Tür. Adam Grant weiß: „Das Infragestellen unserer derzeitigen Einsichten macht uns neugierig darauf, welche Informationen uns fehlen. Diese Suche führt uns zu neuen Entdeckungen, die wiederum dafür sorgen, dass wir demütig bleiben, indem sie untermauern, wie viel wir noch zu lernen haben.“ Wenn Wissen Macht ist, dann ist das Wissen darum, dass man nicht weiß, Weisheit. Wissenschaftliches Denken zieht die Demut dem Stolz, den Zweifel der Gewissheit und die Neugier dem Sichverschließen vor. Wenn man den Wissenschaftsmodus verlässt, weicht der Umdenkzyklus einem Zyklus der Selbstüberschätzung. Wer predigt, kann die eigenen Wissenslücken nicht sehen, denn er glaubt, dass er bereits die Wahrheit gefunden hat. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. <span id="more-4729"></span></p>
<p><strong>Viele Politiker drängen dei Wahrheit in den Hintergrund</strong></p>
<p>Stolz erzeugt Überzeugung statt Zweifel, was einen Menschen zu einem Staatsanwalt macht. Man mag vollkommen darauf fokussiert sein, die Meinung anderer Menschen zu ändern, doch die eigene Meinung ist in Stein gemeißelt. Das führt dann zum Bestätigungsfehler und zur Verzerrung der Erwünschtheit. Wer Politiker wird, ignoriert und verwirft alles, was nicht die Gunst der Wähler erlangt. Man ist dann so damit beschäftigt eine Show abzuziehen, dass man die Wahrheit in den Hintergrund drängt.</p>
<p>Und die Bestätigung, die man dafür erhält, kann zur Arroganz führen. Man ruht sich dann auf seinen Lorbeeren aus, statt die eigenen Überzeugungen einer strengen Überprüfung zu unterziehen. Adam Grant stellt fest: „Unsere Überzeugungen können uns in selbst geschaffene Gefängnisse sperren. Die Lösung ist nicht, unser Denken zu verlangsamen – sie besteht darin, es zu beschleunigen.“ Forschungen zeigen, dass es hilft, das hervorzuheben, was gleichbleiben wird, wenn Menschen sich einem Wandel widersetzen.</p>
<p><strong>Umdenken wird eine zunehmend wichtige Gewohnheit</strong></p>
<p>Visionen für einen Wandel sind verlockender, wenn sie Aspekte der Kontinuität mit einschließen. Denn eine Strategie mach sich entwickeln, doch die eigene Identität wird Bestand haben. Der Fluch des Wissens ist, dass sich viele Menschen dem verschließen, was sie nicht wissen. Ein gutes Urteilsvermögen hängt von der Fähigkeit – und dem Willen – ab, aufgeschlossen zu sein. Adam Grant ist sich ziemlich sicher, dass das Umdenken eine zunehmend wichtige Gewohnheit im Leben der Menschen werden wird.</p>
<p>Charles Darwin meinte: „Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen.“ Alle Menschen haben blinde Flecken in ihrem Wissen und ihren Meinungen. Die schlechte Nachricht ist, dass sie Menschen blind gegenüber ihrer Blindheit macht. Sie gibt ihnen ein falsches Vertrauen in ihr Urteil und kann sie am Umdenken hindern. Adam Grant erklärt: „Die gute Nachricht ist, dass wir mithilfe der richtigen Art von Selbstvertrauen lernen können, uns selbst klarer zu sehen und unsere Ansichten zu aktualisieren.“ Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Macht kann positiv und negativ sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2023 02:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Erziehungswissenschaftlerin Maisha-Maureen Auma argumentiert dafür, dass Kinder ein berechtigtes Interesse daran haben, Macht zu empfinden, zu erfahren und auszuüben. Denn dies ist für ihre Entwicklung und eine ein Verständnis von Selbstwirksamkeit als Teil ihres Selbst wichtig und notwendig. Hadija Haruna-Oelker erklärt: „Es gibt also ein Verständnis von Macht, nämlich dass diese positiv und negativ sein kann. Positiv, wenn sie mich handlungsfähig macht. Negativ, wenn sie andere unterdrückt.“ Wenn also Kinder in ihrer Verstrickung in gesellschaftliche Ungleichverhältnisse in einer gleichberechtigten Zukunft gut aufgestellt sein sollen, dann gilt es ihr Lernen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erziehungswissenschaftlerin Maisha-Maureen Auma argumentiert dafür, dass Kinder ein berechtigtes Interesse daran haben, Macht zu empfinden, zu erfahren und auszuüben. Denn dies ist für ihre Entwicklung und eine ein Verständnis von Selbstwirksamkeit als Teil ihres Selbst wichtig und notwendig. Hadija Haruna-Oelker erklärt: „Es gibt also ein Verständnis von Macht, nämlich dass diese positiv und negativ sein kann. Positiv, wenn sie mich handlungsfähig macht. Negativ, wenn sie andere unterdrückt.“ Wenn also Kinder in ihrer Verstrickung in gesellschaftliche Ungleichverhältnisse in einer gleichberechtigten Zukunft gut aufgestellt sein sollen, dann gilt es ihr Lernen neu zu organisieren. „Lernprozess der Vergesellschaftung“ nennt Maisha-Maureen Auma Konzepte, die Machtpositionen kritisch in den Blick nehmen. Hadija Haruna-Oelker lebt als Autorin, Redakteurin und Moderatorin in Frankfurt am Main. Hauptsächlich arbeitet sie für den Hessischen Rundfunkt. <span id="more-4291"></span></p>
<p><strong>Eine diversitätsbewusste Erziehung ist wichtig</strong></p>
<p>Es ist dies für Hadija Haruna-Oelker der Grund, warum eine diversitätsbewusste Erziehung mit entsprechenden Materialien wichtig ist. Ganz konkret betrifft das zum Beispiel Kinderbücher, weil dieser Einfluss auf die Sprache, die Bilder und das Denken von Kindern nehmen. Es genügt ein Blick in ein Bücherregal und die Frage, wer dort repräsentiert wird oder welches Kind sich dort repräsentiert fühlt. Sind das nur weiße Kinder, Kinder ohne Behinderung, die in heterosexuellen Familienkonstellationen leben?</p>
<p>Es braucht kein explizites Buch über Rassismus oder andere Differenzerfahrungen, um in Kindern Normen aufzubrechen. Es geht beispielsweise darum, nicht-binäres Denken spielerisch zu begreifen. Eines der Lieblingskinderbücher von Hadija Haruna-Oelker heißt „Ich bin anders als du – ich bin wie du“ von Constanze von Kitzing. Dort lernen Kinder auf einfache Weise, was Menschen verbindet und was sie unterscheidet und dass es nicht immer die Dinge sind, die man mit erwachsenem Blick zu erkennen glaubt. </p>
<p><strong>Kindern muss man die Differenz von Menschen erklären</strong></p>
<p>Oder einfach mal das „Family Memory“ von Leona Games mit einem Sortiment spielen, in dem viele Familienkonstellationen und unterschiedliche Menschen vertreten sind, die so divers sind wie die Wirklichkeit. Hadija Haruna-Oelker erläutert: „Wenn ein Kind Zugänge zu unterschiedlichen Perspektiven hat, die sein Verständnis von Differenz erweitern, verändert sich auch der Blick des Kindes auf sich selbst und andere.“ Und das beeinflusst, was es später einmal für sich selbst aushandelt, wie es sich selbst als Mensch erklärt oder welche Form seines Werdens es für sich als wünschenswert und möglich sieht. </p>
<p>Es ist wichtig, die Differenz von Menschen vor Kindern auszusprechen. Denn das Nicht-Thematisieren kann eine Fremdverortung verstärken, weil Kinder mit ihren Gedanken mit sich alleine bleiben. Hadija Haruna-Oelker stellt fest: „Der Wunsch, Kinder die Welt immer als gut zu präsentieren, ist zwar ein schöner, aber wenig sinnvoller.“ Man muss ihnen erklären, wie die Welt funktioniert. Vielfalt ist nicht einfach so etwas Positives, das funktioniert, weil man es sich wünscht. So ist die Welt leider nicht. Quelle: „Die Schönheit der Differenz“ von Hadija Haruna-Oelker</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Demütigungen sind die Wurzel von Gewalt</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-demuetigung-und-macht.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Dec 2022 02:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demütigung]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
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					<description><![CDATA[Demütigungen spielen sich im mikro-, meso- und makrosozialen Kontext, also auf allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens, ab. Reinhard Haller weiß: „Im individuellen Bereich haben sie die Wirkung von schweren Traumen, die jedoch viel schmerzlicher erlebt werden als Naturkatastrophen und sonstige Unglücksfälle.“ Sie sind zu den sogenannten „man made disasters“ zu zählen. Also zu den von Menschen herbeigeführten Übeln, die von den Opfern nur schwer zu verkraften sind. Demütigungen sind für die Betroffenen komprimierte Kränkungen mit enorm destruktivem Potenzial und langer zeitlicher Wirkung. Wenn es in Partnerschaften und familiären Verbänden zu&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Demütigungen spielen sich im mikro-, meso- und makrosozialen Kontext, also auf allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens, ab. Reinhard Haller weiß: „Im individuellen Bereich haben sie die Wirkung von schweren Traumen, die jedoch viel schmerzlicher erlebt werden als Naturkatastrophen und sonstige Unglücksfälle.“ Sie sind zu den sogenannten „man made disasters“ zu zählen. Also zu den von Menschen herbeigeführten Übeln, die von den Opfern nur schwer zu verkraften sind. Demütigungen sind für die Betroffenen komprimierte Kränkungen mit enorm destruktivem Potenzial und langer zeitlicher Wirkung. Wenn es in Partnerschaften und familiären Verbänden zu Demütigungen kommt, bedeutet dies jedenfalls eine schwere Krise, wenn nicht das Ende von Beziehungen. Für den amerikanischen Psychiater James Gilligan sind Demütigungen eine wesentliche Wurzel von Gewalt in Partnerschaft und Familienleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-4184"></span></p>
<p><strong>Demütigungen besitzen ein destruktives Potenzial</strong></p>
<p>In „Gesellschaften der Ehre“ wie Jugendgangs oder mafiösen Gruppierungen nutzt man die destruktive Potenz der Demütigung zur Disziplinierung und Aufrechterhaltung der Hierarchie. Bei verweigerter Gefolgschaft und Versagen, besonders bei Abtrünnigkeit oder Verrat, erfolgt die Demütigung in ritualisierter Form. Demütigungen sind seit jeher fester Bestandteil der Machtausübung, der Unterdrückung und Sklaverei, der Kriegsführung und des Verbrechens.</p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Sie wurden über Jahrhunderte gleichsam institutionalisiert, um Frauen patriarchalischer Gewalt zu unterwerfen, um Menschen anderer Rasse und Hautfarbe zu unterjochen, um den Abstand zwischen Arm und Reich zu wahren und um religiöse oder kulturelle Barrieren aufrechtzuerhalten.“ In den meisten geschlossenen autoritären Systemen versucht man, durch Demütigungen autonome Persönlichkeiten zu zerstören, Ruhe und Ordnung zu sichern, alte Werte zu erhalten oder Terrorismus zu bekämpfen. Die Dynamik der Demütigung kann zum Abreißen sozialer Beziehungen, zu generationenüberschreitender Auseinandersetzungen, ja bis zum Krieg führen.    </p>
<p><strong>Demütigungen verletzten den Stolz und die Ehre</strong></p>
<p>In Gesellschaften, die vom Stolz gekennzeichnet sind, wird Demütigung zwar sehr gefürchtet, aber sofort abgewehrt. Unter den noblen, stolzen und freien Nomaden gilt sogar das Sprichwort: „Ein Mann verdient es, getötet zu werden, nicht gedemütigt.“ Reinhard Haller erklärt: „Hingegen bedeutet Demütigung in Kulturen, in welchen die Ehre des jeweiligen Standes oder der hierarchischen Ordnung bedeutsam sind, einen Angriff von unten. Von niederen Rängen wird ein gewisses Maß an Demut erwartet.“ </p>
<p>Untertanen müssen Unterdrückungen demütig ertragen, weshalb man diese als legitim, als natürliche Ordnung oder Gotteswille auffasst. Schließlich erfolgen Demütigungen in modernen Gesellschaften im Kontext der Würde. Die Gesellschaft gesteht jedem Menschen die gleiche Würde zu, wie das übrigens im ersten Artikel der Menschenrechtskonvention von 1948 festgehalten ist. Gerade in einer globalen Informationsgesellschaft, in der man die Menschenrechte respektiert, bedeutet deren Verletzung eine schwere Erniedrigung als Verstöße gegen Stolz und Ehre. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die „neue“ Autorität wird sich aus einer Gruppe speisen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-neue-autoritaet-wird-sich-aus-einer-gruppe-speisen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 07:43:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autorität]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppe]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die traditionelle patriarchale Autorität ist so gut wie verschwunden, und damit auch die aus ihr folgende freiwillige Unterwerfung unter bestimmte Konventionen. Die fieberhafte Suche nach Ersatz ist bereits in vollem Gange, meist werden zwei radikal verschiedene Antworten angeboten. Die erste Antwort ist der verzweifelte Versuch, zur früheren Autorität zurückzukehren. Das muss scheitern, weil ihre Grundlage verschwunden ist. Paul Verhaeghe erklärt: „In verschiedenen Bereichen herrscht zunehmend Macht ohne Autorität, die Unterwerfung daher erzwingen muss, beispielsweise in Wirtschaft, Politik, Schule und sogar im Gesundheitswesen.“ Die panische Konzentration auf den Terrorismus von Muslimen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die traditionelle patriarchale Autorität ist so gut wie verschwunden, und damit auch die aus ihr folgende freiwillige Unterwerfung unter bestimmte Konventionen. Die fieberhafte Suche nach Ersatz ist bereits in vollem Gange, meist werden zwei radikal verschiedene Antworten angeboten. Die erste Antwort ist der verzweifelte Versuch, zur früheren Autorität zurückzukehren. Das muss scheitern, weil ihre Grundlage verschwunden ist. Paul Verhaeghe erklärt: „In verschiedenen Bereichen herrscht zunehmend Macht ohne Autorität, die Unterwerfung daher erzwingen muss, beispielsweise in Wirtschaft, Politik, Schule und sogar im Gesundheitswesen.“ Die panische Konzentration auf den Terrorismus von Muslimen macht viele Menschen offenbar blind für die viel größere Bedrohung von innen. Die zweite Antwort verspricht eine neue Autorität. „Neu“ steht dabei für eine andere Grundlage und eine andere Wirkweise im Vergleich zum Patriarchat. Paul Verhaeghe lehrt als klinischer Psychologe und Psychoanalytiker an der Universität Gent. <span id="more-2421"></span></p>
<p><strong>Die Demokratie erlischt nach und nach</strong></p>
<p>Paul Verhaeghe hat stark den Eindruck, dass die „neue“ Autorität mit einer radikalen Umkehrung einhergehen wird. Statt aus einer überhöhten, singulären Instanz wird sie sich auf horizontaler Ebene, aus einer Gruppe speisen. Die Versuche, zur früheren Ordnung zurückzukehren, fallen vor allem in der Politik ins Auge. Jede politische Partei verspricht Veränderungen: doch sobald sie jedoch in der Regierung ist, heißt es, es gebe keine Alternative. Das Scheitern der Politiker ist das Scheitern eines überholten Systems.</p>
<p>Wenn Regierende doch mit diesem System arbeiten, zeigt sich eine Verschiebung von Autorität zu Macht, mit einem Schwerpunkt auf Kontrolle von außen und Zwang. Paul Verhaeghe erläutert: „Politische Führer entpuppen sich als Machthaber, sie sind jedoch keine Autoritätspersonen mehr. Die Demokratie erlischt nach und nach, diktatorische Regelungen nehmen zu – weshalb viele Politiker ihr Tun auch derart leidenschaftlich rechtfertigen.“ Eine solche Rechtfertigung kann nur mit dem Verweis auf eine externe Quelle gegeben werden, denn so funktioniert Autorität.</p>
<p><strong>Das murrende Volk wird mit Statistiken überschüttet</strong></p>
<p>Die Kirche hat als wichtigste Säule des Patriarchats ausgedient und sich dessen mittlerweile selbst bewusst. Auch der Nationalismus mit seinen Verweisen auf Tradition und Volksseele hat an Überzeugungskraft eingebüßt. Eine neue Quelle für Autorität darf vor allem nicht anfechtbar sein und muss ein möglichst starkes Sicherheitsgefühl hervorrufen. Mittlerweile haben Politiker diese neue Quelle gefunden: die Statistik. Das murrende Volk wird mit Statistiken überschüttet, die beweisen sollen, dass der entsprechende Vorschlag alternativlos ist.</p>
<p>Sitzungen von Kommissionen beginnen größtenteils mit Spreadsheets – darüber lässt sich in der Tat schlecht diskutieren. Zahlen spiegeln eine kühle, objektive Wirklichkeit wider, sie sind weder links noch rechts, sondern basieren auf wissenschaftlichen Untersuchungen, so heißt es gemeinhin. Dabei kommt es zu einer doppelten Verschiebung, die sich nahezu unbemerkt vollzieht, wenn Autorität ihre Fundierung in Zahlen sucht. Die erste Verschiebung betrifft die Autoritätsperson selbst. Bei der zweiten, noch wichtigeren geht es um den moralischen Charakter der Autorität. Quelle: „Autorität und Verantwortung“ von Paul Verhaeghe</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Absolute Macht führt zu Machtmissbrauch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2020 06:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Machtmissbrauch]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt eine sehr subtile Form des Machtmissbrauchs: Es ist die Verletzung der Regeln der alltäglichen Höflichkeit und des Respekts. Diese sind aber auch wesentlich, um dauerhafte Macht zu erreichen. Verschwinden bei einem Menschen Empathie und moralische Gefühle, steigert sich die impulsive Selbstsüchtigkeit. Dacher Keltner stellt fest: „Es stellt sich heraus, dass in den sozialen Netzen die Mächtigen die Hauptquelle für Grobheit, Respektlosigkeit und Unhöflichkeit sind. Damit untergraben sie das Vertrauen in die Zivilgesellschaft und zerstören deren Zusammenhalt.“ Selbst kleinere Verschiebungen der Macht können Menschen dazu bringen, in einer Weise&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt eine sehr subtile Form des Machtmissbrauchs: Es ist die Verletzung der Regeln der alltäglichen Höflichkeit und des Respekts. Diese sind aber auch wesentlich, um dauerhafte Macht zu erreichen. Verschwinden bei einem Menschen Empathie und moralische Gefühle, steigert sich die impulsive Selbstsüchtigkeit. Dacher Keltner stellt fest: „Es stellt sich heraus, dass in den sozialen Netzen die Mächtigen die Hauptquelle für Grobheit, Respektlosigkeit und Unhöflichkeit sind. Damit untergraben sie das Vertrauen in die Zivilgesellschaft und zerstören deren Zusammenhalt.“ Selbst kleinere Verschiebungen der Macht können Menschen dazu bringen, in einer Weise zu agieren, die dem Gemeinwohl schadet. Es zählt zu den großen Begabungen des menschlichen Geistes, diese moralischen Defizite wegzuerklären. Dacher Keltner ist Professor für Psychologie an der University of California in Berkeley und Fakultätsdirektor des UC Berkeley Greater Good Science Center. <span id="more-2379"></span></p>
<p><strong>Eine Stärkung der Empathie lohnt sich immer</strong></p>
<p>Menschen mit wachsender Macht und wachsendem Reichtum rechtfertigen ihren erhöhten Rang und den Machtmissbrauch, den eine solche absolute Macht mit sich bringt, mit Geschichten. Diese handeln davon, wie außergewöhnlich sie sind. Das geht so weit, dass sie erklären, sie seien sogar biologisch jenen überlegen, die es nicht nach oben schaffen. Diese Geschichten verbreiten die Idee, dass es „außergewöhnliche“ Menschen gibt, die über dem Gesetz stehen. Dieses gilt nur für die „gewöhnlichen“ Menschen und dass außergewöhnliche Menschen den größeren Anteil des Kuchens, den sie sich gern nehmen, auch verdienen.</p>
<p>Gerade die Prinzipien, die Menschen zum Gewinn und Erhaltung von Macht verhelfen, gehen verloren, wenn sie sich zu mächtig fühlen. Dacher Keltner erläutert: „Macht korrumpiert gerade die Eigenschaften, die wir brauchen, um nachhaltig etwas in der Welt verändern zu können – und bereitet damit ihr eigenes Verschwinden vor.“ Empathie dagegen bedeutet, zu verstehen, was andere denken und fühlen. Es ist jederzeit die Anstrengung wert, die Empathie zu vergrößern. Denn sie treibt viele Verhaltensweisen an, mit denen man Macht gewinnen kann.</p>
<p><strong>Macht und Reichtum korrumpieren die Empathie</strong></p>
<p>Dacher Keltner erklärt: „Stehen wir jemandem gegenüber, zeigt sich Empathie in einem bestimmten Verhalten: indem wir sorgfältig aufpassen und aufmerksam zuhören, den Gesichtsausdruck unseres Gegenübers ebenso wahrnehmen wie seine Tonlage und die Bewegungen seines Körpers und seiner Augen.“ Indem man auf die Aktionen des anderen reagiert, spiegelt man seine Gestik, seine Körperhaltung und seinen Ausdruck wider. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, herauszufinden, was in seinem Kopf vorgeht.</p>
<p>Man muss also seine Aufmerksamkeit direkt auf das richten, was der andere denken könnte. Und man muss versuchen, sich vorzustellen, wie der andere die Situation wahrnimmt, in der man sich befindet. Denn von seiner ichbezogenen Perspektive wegzukommen, erhöht die eigene Empathie. All diese unmittelbaren Praktiken aber werden von Macht und Reichtum korrumpiert. Schon kleine Verschiebungen der eigenen Selbstwahrnehmung im Vergleich zu Menschen an der Spitze der Gesellschaft oder ganz unten führen zu deutlichen Unterschieden des Gefühls der eigenen Macht. Quelle: „Das Macht-Paradox“ von Dacher Keltner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Machtlosigkeit ist eine der größten Bedrohungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2020 11:11:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohung]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Machtlosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[In den Diskussionen über soziale Themen fehlt etwas: die Psychologie der Machtlosigkeit. Die ökonomische Ungleichheit in den Städten, Ländern, Staaten und Nationen führt zu einem Mangel an Vertrauen. Zudem kommt es zu unbesonnenem Verhalten, zu einem verringertem Sinn für Gemeinschaft, zu schlechter Gesundheit, Depressionen, Ängsten und Gewalt. Dacher Keltner fügt hinzu: „Machtlosigkeit verstärkt die Anfälligkeit der Menschen gegenüber Bedrohungen. Machtlosigkeit führt zu vermehrten Reaktionen des Körpers auf Stress. Sie verstärkt den Ausstoß von Cortisol und zerstört das Gehirn.“ Diese Auswirkungen beeinträchtigen die Fähigkeit eines Menschen zu denken und zu reflektieren,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den Diskussionen über soziale Themen fehlt etwas: die Psychologie der Machtlosigkeit. Die ökonomische Ungleichheit in den Städten, Ländern, Staaten und Nationen führt zu einem Mangel an Vertrauen. Zudem kommt es zu unbesonnenem Verhalten, zu einem verringertem Sinn für Gemeinschaft, zu schlechter Gesundheit, Depressionen, Ängsten und Gewalt. Dacher Keltner fügt hinzu: „Machtlosigkeit verstärkt die Anfälligkeit der Menschen gegenüber Bedrohungen. Machtlosigkeit führt zu vermehrten Reaktionen des Körpers auf Stress. Sie verstärkt den Ausstoß von Cortisol und zerstört das Gehirn.“ Diese Auswirkungen beeinträchtigen die Fähigkeit eines Menschen zu denken und zu reflektieren, sich in der Welt zu engagieren, sich gut zu fühlen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Dacher Keltner ist Professor für Psychologie an der University of California in Berkeley und Fakultätsdirektor des UC Berkeley Greater Good Science Center. <span id="more-2376"></span></p>
<p><strong>Mächtige können in der Welt etwas verändern</strong></p>
<p>Dacher Keltner glaubt, dass Machtlosigkeit neben dem Klimawandel die größte Bedrohung ist, der die Gesellschaft heute ins Auge sehen muss. Dabei ist es eine entscheidende Aufgabe der Wissenschaft, präzise Begriffe zu definieren. Diese sollen das Verständnis der Phänomene in der Welt draußen und im Kopf schärfen. Das ist besonders notwendig, wenn die Macht zur Diskussion steht. Und damit ein Begriff, der so vieles meinen kann: Geld, Ruhm, soziale Klasse, Respekt, körperliche Stärke, Energie oder politische Teilhabe.</p>
<p>Für den Sozialpsychologen Dacher Keltner ist die Frage zentral, welchen Einfluss Macht auf das persönliche und soziale Leben hat und wie Macht bei den sozialen Interaktionen entsteht, die das Alltagsleben ausmachen. Er stellt einige Definitionen vor, die entscheidend dazu beitragen, die Prinzipien zu erfassen, die von der neuen Wissenschaft der Macht aufgedeckt worden sind: „Macht: die Fähigkeit, etwas in der Welt zu verändern, indem man auf die Stellung anderer Personen Einfluss nimmt.“</p>
<p><strong>Die Gegenwart ist die dynamischste Periode der Macht</strong></p>
<p>Der Status oder die gesellschaftliche Stellung wird wie folgt definiert: „Die Achtung und Wertschätzung, die uns die anderen in unseren sozialen Netzen entgegenbringen. Der Status verschwindet oft mit der Macht, aber nicht immer.“ Die Definition für Kontrolle lautet: „Die Fähigkeit, unser Leben zu bestimmen und unter Kontrolle zu haben. Wir können die völlige Kontrolle über unser Leben haben, ohne über Macht zu verfügen. Denken wir an einen Eremiten in seiner Klause.“</p>
<p>Die soziale Klasse wird wie folgt definiert: „Die Mischung aus Familie, Vermögen, erfolgreicher Ausbildung und der Stellung in der Berufswelt. Eine alternative Definition: die subjektive Einordnung, wo wir auf der sozialen Leiter der Gesellschaft stehen. Wir auch immer wir aber die soziale Klasse definieren: Sie ist eine gesellschaftliche Form von Macht.“ Was die Macht betrifft, ist die Gegenwart die vielleicht dynamischste Periode der Geschichte der Menschheit. Die Frauen übernehmen zum Beispiel in nie vorher dagewesener Weise die Macht. Quelle: „Das Macht-Paradox“ von Dacher Keltner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Macht offenbart den Charakter eines Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2020 06:50:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Wünsche]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Faktor, dem es immer wieder gelingt, die Ziele eines Menschen und damit auch seine Werte und sein Verhalten zu verändern, ist Macht. John Bargh weiß: „Die Macht der Macht ist legendär: Macht macht korrupt, wie das Sprichwort lautet, und Machtvollkommenheit macht vollkommen korrupt.“ Bei Staatsbeamten kommen Fälle von Machtmissbrauch und Korruption leider nur allzu häufig vor. Korrupte Personen scheinen oftmals gar keinen Sinn dafür zu haben, wie ihr Verhalten auf die Öffentlichkeit wirken muss, als wäre ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie ihre Macht missbrauchen. Macht ermöglicht es ihrem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Faktor, dem es immer wieder gelingt, die Ziele eines Menschen und damit auch seine Werte und sein Verhalten zu verändern, ist Macht. John Bargh weiß: „Die Macht der Macht ist legendär: Macht macht korrupt, wie das Sprichwort lautet, und Machtvollkommenheit macht vollkommen korrupt.“ Bei Staatsbeamten kommen Fälle von Machtmissbrauch und Korruption leider nur allzu häufig vor. Korrupte Personen scheinen oftmals gar keinen Sinn dafür zu haben, wie ihr Verhalten auf die Öffentlichkeit wirken muss, als wäre ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie ihre Macht missbrauchen. Macht ermöglicht es ihrem Inhaber, sich das Gewünschte zu verschaffen, trotz der Einwände oder fehlender Zustimmung anderer. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet. <span id="more-2132"></span></p>
<p><strong>Wünsche können die Macht über einen Menschen übernehmen</strong></p>
<p>Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, schrieb: „Unter Zwang kann jeder das Richtige tun. Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht.“ Was sich ein Mensch wünscht, welche Zukunft er sich auf kurze wie auf lange Sicht ersehnt, all das hat beträchtliche und hauptsächlich verborgene Auswirkungen auf ihn und sein Verhalten. Mehr als es einem Menschen vielleicht klar ist, führt sein gegenwärtiges Ziel die Regie, setzt oftmals seine zentralen Überzeugungen und persönlichen Werte außer Kraft und macht ihn, solange es aktiv ist, de facto zu einem anderem Menschen.</p>
<p>John Bargh rät: „Deshalb müssen wir vorsichtig mit unseren Wünschen sein, denn sie können, ohne dass es uns bewusst wäre, die Macht über uns übernehmen. Wir delegieren die Kontrolle an dieses Ziel, und obwohl wir vielleicht nicht merken oder gar billigen, was es im Schilde führt, sind wir nichtsdestoweniger persönlich verantwortlich dafür.“</p>
<p><strong>Das Unbewusste schläft nie</strong></p>
<p>Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es um die wichtigsten eigenen und möglicherweise egoistischen Ziele geht, deren Realisierung auf Kosten anderer erfolgen würde. Deshalb ist es so wichtig, ein echtes Interesse an anderen zu kultivieren und sich um sie zu kümmern, denn auch wenn man selbst gar nichts von diesen Neigungen merkt, sie werden sich anderen offenbaren, sobald man die Gelegenheit bekommt, nach ihnen zu handeln.</p>
<p>John Bargh gibt noch folgenden Tipp: „Und vor allem: Wünschen Sie sich selbst oder anderen nie etwas Schlechtes, wie man es manchmal tut, wenn man wütend ist, denn für Ihren Geist ist ein Ziel ein Ziel, und ein solch boshafter Wunsch könnte sich als Bumerang erweisen.“ Andererseits können positive Wünsche, etwa, indem man sich selbst ein wichtiges Ziel setzt, dabei helfen, die eigenen Träume zu verwirklichen – denn das Unbewusste schläft nie, nicht einmal während man träumt. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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