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	<title>Krise &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Frage nach dem Lebenssinn ist uralt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Mar 2024 02:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
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					<description><![CDATA[„Glaubst du, das Leben verstanden zu haben?“ Da ist sie wieder, die Frage, die nach dem Banalen und dem Wichtigen fragt. Denn wenn man annimmt, das Leben verstanden zu haben, sollte man auch in der Lage sein, eine Antwort auf die Sinnfrage geben zu können – ganz egal wie diese ausfällt. Maren Urner weiß: „Die Frage nach einem möglichen Lebenssinn ist wohl so alt wie die Menschheit und philosophischer Natur. Eine Überprüfung der Frage „Ist das Leben sinnvoll?“ lässt sich kaum anhand von Daten durchführen.“ Anders aber die Frage nach&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Glaubst du, das Leben verstanden zu haben?“ Da ist sie wieder, die Frage, die nach dem Banalen und dem Wichtigen fragt. Denn wenn man annimmt, das Leben verstanden zu haben, sollte man auch in der Lage sein, eine Antwort auf die Sinnfrage geben zu können – ganz egal wie diese ausfällt. Maren Urner weiß: „Die Frage nach einem möglichen Lebenssinn ist wohl so alt wie die Menschheit und philosophischer Natur. Eine Überprüfung der Frage „Ist das Leben sinnvoll?“ lässt sich kaum anhand von Daten durchführen.“ Anders aber die Frage nach einem sinnvollen oder bedeutsamen Leben. Dabei geht es um die Dinge, die Menschen am Sterbebett – insofern sie die Gelegenheit dazu haben – bereuen oder schätzen. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-5302"></span></p>
<p><strong>Die meisten Menschen wollen von Bedeutung sein</strong></p>
<p>Dabei handelt es sich um die Dinge, die sie rückblickend auf ihre Lebenszeit als wertvoll beziehungsweise als wertlos betrachten. Vielleicht auch die eine oder andere Offenbarung gegenüber den Nahestehenden oder sich selbst. Im Gegensatz zur übergeordneten Frage nach dem Sinn kann man die Frage nach dem, was ein sinnvolles Leben ausmacht, anhand von Daten untersuchen. Genau das haben die beiden Sozialpsychologen Vlad Costin und Vivian Vignoles in einer aktuellen Studie getan.</p>
<p>Maren Urner kennt ihr wichtigstes Ergebnis: „Nach dem Sinn im Leben befragt, war der wichtigste Aspekt für die meisten Menschen das Gefühl, von Bedeutung zu sein.“ Was bedeutet das? „Mattering“ also „von Bedeutung sein“ meint die Erfahrung, die einen besonderen Wert und Geltung für einen Menschen hat. Sie sind das Gegenteil von flüchtigen und beiläufigen Erfahrungen und Momenten, die häufig den Alltag bestimmen. Bedeutung bekommt ein Mensch dann, wenn er das Gefühl hat, dass sein Verhalten einen Unterschied macht und das Leben es wert ist, gelebt zu werden.</p>
<p><strong>Eine „persönliche Krise“ ist eine fundamentale Seinsfrage</strong></p>
<p>Die wohl wichtigste Komponente des psychologischen Konstrukts von „Mattering“: Es bezieht sich auf das Gefühl von Bedeutung zu sein. Erste Studienergebnisse zeigen, dass man sich besonders bedeutungsvoll fühlt, wenn man über die Belanglosigkeiten dieser Welt und die Exklusivität der Eigeninteressen hinauswächst. Maren Urner fügt hinzu: „Also dann, wenn wir unsere häufig vielfältigen Rollen im sozialen und gesellschaftlichen Geflecht, in dem wir leben, anerkennen und wertschätzen.“ </p>
<p>Eine „persönliche Krise“ ist mehr als ein Spagat zwischen Spaß und Selbstkasteiung, zwischen Dauerereichbarkeit und digitalem Detox, zwischen Freiheit und Freizeitstress. Sie ist eine fundamentale Seinsfrage. Maren Urner stellt fest: „Als Individuen und Gesellschaften entwickeln wir also Lebenspläne, Institutionen und Umgebungen für uns selbst und andere, die uns vom Glücklichsein abhalten.“ Man kann diesem Teufelskreis, der einen persönlich und gesellschaftlich einkesselt, nur entkommen, indem man die Ebene dazwischen betrachtet. Dabei handelt es sich um das Spannungsfeld zwischen Glauben und Wissen. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die große Erschöpfung hat viele Gesichter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2023 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erschöpfung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Krisen der äußeren Welt verschärfen die Folgen von falschen Entscheidungen und Selbsttäuschungen in der inneren Welt der Menschen. Andras Salcher stellt fest: „Die große Erschöpfung hat viele Gesichter. Unser Planet ist erschöpft von der gnadenlosen Ausbeutung und Zerstörung seiner Schätze. Unsere Welt ist erschöpft von der ständigen Unsicherheit.“ Die Gesellschaft ist erschöpft von der Politik. Viele Kinder sind erschöpft vom Bildungssystem. Die Ärzte und das Pflegepersonal arbeiten am Anschlag wegen der nie enden wollenden Wellen der Pandemie. Viele Lehrer sind überfordert vom permanenten Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling. Frauen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Krisen der äußeren Welt verschärfen die Folgen von falschen Entscheidungen und Selbsttäuschungen in der inneren Welt der Menschen. Andras Salcher stellt fest: „Die große Erschöpfung hat viele Gesichter. Unser Planet ist erschöpft von der gnadenlosen Ausbeutung und Zerstörung seiner Schätze. Unsere Welt ist erschöpft von der ständigen Unsicherheit.“ Die Gesellschaft ist erschöpft von der Politik. Viele Kinder sind erschöpft vom Bildungssystem. Die Ärzte und das Pflegepersonal arbeiten am Anschlag wegen der nie enden wollenden Wellen der Pandemie. Viele Lehrer sind überfordert vom permanenten Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling. Frauen sind mit ihren Nerven am Ende wegen der unerfüllbaren Erwartungen an sie. Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. <span id="more-4542"></span></p>
<p><strong>Krisen sind nicht die tiefere Ursache für die Erschöpfung</strong></p>
<p>Viele Männer sind erschöpft, weil sie nicht zugeben dürfen, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Mitarbeiter sind gestresst von den stundenlangen Zoom-Meetings. Die einen reagieren darauf mit dem Willen, etwas zu ändern, die anderen sagen: „Ich halte das alles nicht mehr aus.“ Manche Menschen erkennen auch, dass zwischen Selbstfürsorge und Egoismus liegen. Eine Kumulation der Krisen ist meist nur der Auslöser, aber nicht die tiefere Ursache für die Erschöpfung, die Menschen quer durch alle Schichten quält. </p>
<p>Albert Camus schreibt: „Die Einbildung tröstet die Menschen über das, was sie nicht sein können. Der Humor tröstet sie darüber hinweg, was sie wirklich sind.“ Die meisten Eltern und Großeltern mussten hart arbeiten, sie hatten aber realistische Erwartungen an das Leben. Andreas Salcher beobachtet: „Heute lassen sich viele Menschen einreden, dass sie überall perfekt sein müssen. Einen unrealistisch hohen Perfektionsanspruch in allen Lebensbereichen stellen überwiegend Frauen an sich selbst.“ </p>
<p><strong>Für die eigenen Bedürfnisse sollte man sich Zeit nehmen</strong></p>
<p>Familientherapeutin Martina Rammer-Gmeiner erklärt: „Nehmen wir als Beispiel eine Frau mit einem Kind, mit einem Teilzeitjob und in einer aufrechten Beziehung lebend. Die stellt dann an sich selbst den Anspruch, die perfekte Mutter und im Job super zu sein. Das Kind wird täglich von ihr auf maximal gute Leistungen in der Schule trainiert, die Wohnung muss jederzeit total sauber und sie selbst immer tipptopp gestylt sein. Selbst wenn sie sich eine Putzfrau leistet, stöhnt sie, dass sie hinter dieser noch nachwischen müsse.“ </p>
<p>Die Therapeutin empfiehlt ihren Klientinnen, klare Prioritäten zu setzen und den Perfektionsanspruch auf wenige Bereiche zu reduzieren. Dann bleibt auch Zeit für die eigenen Bedürfnisse. Andreas Salcher weiß: „Dabei helfen einfache Fragen: Was brauche ich für mich selbst, damit es nicht nur meinem Partner, meinen Kindern und meinem Chef gut geht? Was war früher vor der Krise besser, das jetzt schlecht ist? Was kann ich konkret für mich tun, damit es mir in der schwierigen Zeit trotzdem gut geht?“ Quelle: „Die große Erschöpfung“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Resilienz kann man erlernen und trainieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
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					<description><![CDATA[Zahlreiche Wissenschaftler erforschen, wie sehr man Resilienz beispielsweise erlernen oder trainieren kann. Ähnlich wie beim Ausdauer- oder Krafttraining untersuchen sie, was einen Menschen widerstandsfähiger macht. Maren Urner erklärt: „Dabei habe ich zeitweise das Gefühl, dass Resilienz zu einer Art Soft Skill oder gar Muskel gemacht wird, um im stressigen Arbeitsalltag bestehen zu können und den Krisen unserer Zeit gegenüber gewappnet zu sein.“ Ein wenig wie die Tatsache, dass Technologieunternehmen im Silicon Valley ihren Mitarbeitern Yogakurse, Biomüsli und Entspannungsräume anbieten. Denn irgendwie hinterlassen die Bemühungen seitens der großzügigen Arbeitgeber am Ende&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zahlreiche Wissenschaftler erforschen, wie sehr man Resilienz beispielsweise erlernen oder trainieren kann. Ähnlich wie beim Ausdauer- oder Krafttraining untersuchen sie, was einen Menschen widerstandsfähiger macht. Maren Urner erklärt: „Dabei habe ich zeitweise das Gefühl, dass Resilienz zu einer Art Soft Skill oder gar Muskel gemacht wird, um im stressigen Arbeitsalltag bestehen zu können und den Krisen unserer Zeit gegenüber gewappnet zu sein.“ Ein wenig wie die Tatsache, dass Technologieunternehmen im Silicon Valley ihren Mitarbeitern Yogakurse, Biomüsli und Entspannungsräume anbieten. Denn irgendwie hinterlassen die Bemühungen seitens der großzügigen Arbeitgeber am Ende eines langen Arbeitstages doch einen faden Beigeschmack. Geht es letzten Endes in erster Linie vielleicht doch nur um die Maximierung der Arbeitsleistung? Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-4429"></span></p>
<p><strong>Viele Studenten leiden unter Versagens- und Zukunftsängsten</strong></p>
<p>Doch ganz abseits von Fragen zu Resilienz, Arbeitsmoral und Optimierungswahn, geht es Maren Urner hier um die vermeintlich banale Frage: „Erkennen wir den Wert des eigenen Lebens und der oftmals als „kleine Dinge“ bezeichneten Freuden erst, wenn wir es oder sie fast verloren haben?“ Die Frage ist verwandt mit dem oft besungenen und beschriebenen Gedanken, dass Menschen den wahren Wert von etwas oft erst dann erkennen, wenn sie es verloren haben oder zumindest eine Zeit lang vermissen. </p>
<p>Die größte Angst und Quelle von Stress der Studierenden hierzulande: Versagens- und Zukunftsängste. In Amerika gaben sogar 11,3 Prozent der Studenten an, in den vergangenen zwölf Monaten ernsthaft über Suizid nachgedacht zu haben. Bei sämtlichen Angaben fällt auf: Die Zahlen sind bei den weiblichen Befragten höher als bei den männlichen. Denn männliche Studierende scheuen eher davor zurück, Sorgen, Ängste und Unsicherheiten in Fragebogen anzugeben. Schließlich gehören sie zum „starken Geschlecht“. Oder anders gesagt: „Männer weinen nicht.“ Immer noch nicht. </p>
<p><strong>Eine „persönliche Krise“ kann jeden Menschen treffen</strong></p>
<p>Laurie Santos, Kognitionswissenschaftlerin und Psychologieprofessorin an der renommierten Yale University, ist traurig und ein wenig verwirrt: „Wie kann es sein, dass es so viele Dinge gibt, die uns unglücklich machen, und diese jungen Menschen, die das Privileg haben, teilweise an den renommiertesten Universitäten der Welt zu studieren, sind so unglücklich und hoffnungslos?“ Klar ist ja auch: Die „persönliche Krise“ betrifft nicht nur Studierende, nicht nur junge Menschen, sondern zieht sich durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten. </p>
<p>Die Ursachen dafür werden aktuell fleißig erforscht. Eins ist dabei bereits seit einiger Zeit gut belegt – manche nennen es die Pandemie der Einsamkeit. Maren Urner erläutert: „Denn egal ob vermeintlicher Einzelgänger oder introvertierte Künstlerin: Wir sind soziale Wesen und brauchen andere Menschen. Vor allem geht es darum, die „wahre Natur“ der eigenen Persönlichkeit nicht nur zu erkennen, sondern auch zu nutzen. Genau das nahm sich jedenfalls Laurie Santos vor, als sie beschloss, etwas gegen die Unzufriedenheit und Ängste der Studierenden an der Yale University zu tun. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Dauerstress macht psychisch krank</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/apotheken-umschau-gelassen-in-der-krise.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2023 02:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
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					<description><![CDATA[„Viele von uns versetzt das Zusammenkommen der Krisen in Dauerstress“, sagt Professorin Judith Mangelsdorf. Sie ist Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie. „Es kommt zu einer langfristigen Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, die dafür sorgt, dass wir schlechter schlafen, dünnhäutiger werden. Außerdem leistet Dauerstress vielen psychischen Erkrankungen Vorschub.“ Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der seelischen Erkrankungen seit Anfang 2020 zugenommen hat. Die Weltgesundheitsorganisation verzeichnete einen Anstieg von Angsterkrankungen und Depressionen um 25 Prozent im ersten Jahr der Pandemie. Eine Überblicksstudie im Fachmagazin „Lancet“ zeigte, dass in Mitteleuropa etwa ein Drittel&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Viele von uns versetzt das Zusammenkommen der Krisen in Dauerstress“, sagt Professorin Judith Mangelsdorf. Sie ist Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie. „Es kommt zu einer langfristigen Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, die dafür sorgt, dass wir schlechter schlafen, dünnhäutiger werden. Außerdem leistet Dauerstress vielen psychischen Erkrankungen Vorschub.“ Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der seelischen Erkrankungen seit Anfang 2020 zugenommen hat. Die Weltgesundheitsorganisation verzeichnete einen Anstieg von Angsterkrankungen und Depressionen um 25 Prozent im ersten Jahr der Pandemie. Eine Überblicksstudie im Fachmagazin „Lancet“ zeigte, dass in Mitteleuropa etwa ein Drittel der Studienteilnehmer an einer psychischen Krankheit litt. „Das heißt aber auch, dass zwei Drittel gesund geblieben sind – und auch von den Neuerkrankten erholten sich einige rasch wieder“, betont Michèle Wessa, Professorin für Klinische Psychologie und Neuropsychologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. <span id="more-4317"></span></p>
<p><strong>Resilienz ist die Widerstandskraft der Seele</strong></p>
<p>Am Leibniz-Institut für Resilienzforschung untersucht sie, was die Psyche eines Menschen stark macht. Resilienz wird oft als Widerstandskraft der Seele bezeichnet. Wer resilient ist, schafft es auch in großen Stresssituationen psychisch gesund zu bleiben und zumindest bald wieder in die seelische Balance zurückzufinden. Diese Fähigkeit wünschen sich derzeit wohl alle Menschen. Teils ist sie angeboren, teils in der Kindheit gelernt. </p>
<p>Doch auch im Erwachsenenalter ist die Widerstandskraft eines Menschen noch beeinflussbar. „Vielleicht das wichtigste Rüstzeug sind Akzeptanz und Selbstwirksamkeit“, sagt Michèle Wessa. Akzeptanz bedeutet, die Umstände, die man nicht beeinflussen kann, als gegeben zu sehen. „Akzeptanz wird manchmal als Passivität missverstanden“, sagt Wessa. „In Wirklichkeit befähigt sie uns aber, das Beste aus der bestehenden Situation zu machen.“ In einem langsamen Vorantasten liegt das Gegengewicht zur Akzeptanz: die Selbstwirksamkeit. </p>
<p><strong>Optimismus stärkt die Resilienz</strong></p>
<p>Der psychologische Begriff klingt etwas sperrig, beschreibt aber eine wichtige Quelle innerer Stärke: die Überzeugung, dass man selbst etwas bewirken kann. So geben zum Beispiel Planungen für den „Worst Case“, den schlimmsten Fall, Sicherheit. Wenn man getan hat, was man kann, sollte man auf das Beste hoffen. „Fragen Sie sich, was der bestmöglichste Fall wäre und was Sie – auch im Kleinen – dazu beitragen können“, rät Judith Mangelsdorf. Das verbessert nicht nur die akute Situation.</p>
<p>Optimismus stärkt auch die Resilienz. Ebenso ist Gemeinschaft in Krisen ein wichtiger Schutz. Nämlich jemanden zu haben, der einem wirklich zuhört. Schließlich sind Resilienz und das Annehmen von Hilfe kein Widerspruch. Im Gegenteil. Auch Unterstützung zu suchen, wenn man sie nötig hat, ist eine Form von Stärke. Wer sich immerzu stark gibt, der versagt sich möglicherweise eine wirkungsvolle Methode der Resilienz: Pause machen. Jeder Mensch braucht Momente, in denen der Stress nachlässt. Quelle: „Gelassen in der Krise“ in der „Apotheken Umschau“ vom 15. Dezember 2022 </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen verdrängen gerne Krisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 02:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Patient]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit jeher ist die Menschheit überzeugt, dass alles immer schlimmer wird. Jakob Hein ergänzt: „Und auch jetzt gerade erscheint es uns so schlimm und ausweglos wie nie zuvor. Die Krisen schieben sich förmlich übereinander, bedingen und verstärken einander. Wenn wir eine von ihnen gerade nicht beobachten, scheint sie sich in diesem Schatten heimlich zu verstärken.“ Deshalb wollen viele Deutsche überhaupt keine Nachrichten mehr sehen oder hören. Mit Krisen, die zwar real existieren, mit denen aber die betroffenen Menschen keinen anderen Umgang finden als den hilflosen Versuch, sie zu verdrängen, kenne&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit jeher ist die Menschheit überzeugt, dass alles immer schlimmer wird. Jakob Hein ergänzt: „Und auch jetzt gerade erscheint es uns so schlimm und ausweglos wie nie zuvor. Die Krisen schieben sich förmlich übereinander, bedingen und verstärken einander. Wenn wir eine von ihnen gerade nicht beobachten, scheint sie sich in diesem Schatten heimlich zu verstärken.“ Deshalb wollen viele Deutsche überhaupt keine Nachrichten mehr sehen oder hören. Mit Krisen, die zwar real existieren, mit denen aber die betroffenen Menschen keinen anderen Umgang finden als den hilflosen Versuch, sie zu verdrängen, kenne psychotherapeutisch arbeitende Menschen sich aus. Sie wissen nicht mehr als andere von Waffen, Viren oder dem Klimawandel, aber sie kennen Menschen in Krisensituationen. Jakob Hein ist Psychiater für Kinder und Erwachsene und Schriftsteller. Seit 2011 führt er seine eigene Praxis. <span id="more-4137"></span></p>
<p><strong>Es gibt kein Geheimwissen über die Lösung von Problemen</strong></p>
<p>Denn im Gegensatz zu bestimmten Klischees werden Psychiater wie Jakob Hein in aller Regel von Leuten aufgesucht, die veritable Probleme haben. Und praktisch niemals ist es nur ein einziges Problem. Wenn die Dinge hübsch nacheinander aus dem Ruder laufen würden, dann wäre das nicht gut, aber handhabbar. Doch leider läuft es so oft nicht. Ein einziges Problem kann praktisch jeder lösen. Aber es gilt Murphys Gesetz: „Alles, was schiefgehen kann, geht schief“, und die erste logische Schlussfolgerung daraus lautet: „Alles geht auf einmal schief.“ </p>
<p>Jakob Hein gibt zu: „Leider haben wir Psychotherapeuten und Psychiaterinnen kein Geheimwissen über die Lösung von Problemen.“ Nicht einmal die psychopharmakologischen Medikamente können Wunder vollbringen. Aber sie spielen oft eine wichtige Rolle in der Linderung der schlimmsten Symptome und helfen den Patienten, sich überhaupt dem psychotherapeutischen Prozess stellen zu können. Psychotherapie ist individuelle Arbeit, die nicht immer leicht ist für den Therapeuten, aber für die Patienten ist sie sehr schwer. </p>
<p><strong>Die Psychotherapie analysiert die Vergangenheit</strong></p>
<p>Alles, was in der Psychotherapie geschieht, unterliegt der Schweigepflicht. Dennoch ist nichts von dem was Psychiater wie Jakob Hein tun, geheim: „Wir können nur die Vergangenheit analysieren, denn allein sie steht uns zur Verfügung. Wir tun dies aber, um die Zukunft besser gestalten zu können, so ungewiss sie ist. Denn wir wollen nicht de Lebensgeschichte der Patienten als eine endlose Abfolge von tragischen Fehlentscheidungen nachzeichnen, die in logischer Konsequenz zur jetzigen Krise geführt hat, wir wollen gemeinsam schauen, was die Patienten ändern können. Wir erheben eine Anamnese, keine Katastrophe. </p>
<p>Dazu suchen Jakob Hein und Kollegen Muster von Fehlentscheidungen, systematische Probleme, Dinge, die immer wieder zu Krisensituationen geführt haben, und diskutieren Möglichkeiten, an welcher Stelle er oder sie sich vielleicht anders entscheiden hätten können. Das müssen nicht immer Entscheidungen sein, die besser anders getroffen worden wären. Manchmal war es auch die für einen Patienten richtige Entscheidung, die nur von anderen Personen als falsch bewertet wurde. Quelle: „Finde die Lücke“ von Jakob Hein in „chrismon“ Nr.11/2022</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Eine Krise ist zeitlich begrenzt</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/maren-urner-dauer-einer-krise.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2022 01:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[William James]]></category>
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					<description><![CDATA[Aktuelle Definitionen aus der Wissenschaft haben immer eins gemeinsam. Auch wenn die genaue Dauer einer Krise, während sie herrscht, meist nicht absehbar ist, ist sie zeitlich begrenzt. Es gilt also weiterhin, dass Krisen ein Zeitfenster meinen, sie also einen Anfang und ein Ende haben. Maren Urner betont: „So wird die vermeintliche Dauerkrise oder die ewige Krise schnell ihrer Daseinsberechtigung beraubt. Sie ist genauso unmöglich wie der tägliche Weltuntergang, der sich jeder Logik widersetzt.“ Was man häufig mit Blick auf Klima-, Finanz- und Flüchtlingskrise eigentlich meint, sind keine Krisen, sondern dauerhafte&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aktuelle Definitionen aus der Wissenschaft haben immer eins gemeinsam. Auch wenn die genaue Dauer einer Krise, während sie herrscht, meist nicht absehbar ist, ist sie zeitlich begrenzt. Es gilt also weiterhin, dass Krisen ein Zeitfenster meinen, sie also einen Anfang und ein Ende haben. Maren Urner betont: „So wird die vermeintliche Dauerkrise oder die ewige Krise schnell ihrer Daseinsberechtigung beraubt. Sie ist genauso unmöglich wie der tägliche Weltuntergang, der sich jeder Logik widersetzt.“ Was man häufig mit Blick auf Klima-, Finanz- und Flüchtlingskrise eigentlich meint, sind keine Krisen, sondern dauerhafte Zustände. Vielleicht sind sie eingeleitet durch Wendepunkte in der Geschichte. Diesen Zuständen ist man nicht hoffnungslos ausgeliefert. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-3680"></span></p>
<p><strong>Menschen sehen die Welt alle unterschiedlich</strong></p>
<p>Maren Urner als Neuronenwissenschaftlerin fasziniert die Frage, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet. Und wie das unweigerlich dazu führt, dass Menschen die Welt alle unterschiedlich sehen und wahrnehmen. Sie unterscheiden sich in ihrer Wahrnehmung und zwar immer. Genauso unterscheidet sich die Erinnerung an die jeweilige Erfahrung. Das liegt daran, dass zwei Gehirne niemals gleich sind. Menschen sehen die Welt stets aufgrund ihrer individuellen Biologie, Erfahrungen, Hoffnungen und Erwartungen.</p>
<p>William James vertritt die These, dass das Leben eines Menschen nichts anderes ist als das, worauf er seine Aufmerksamkeit richtet. Die Aufmerksamkeit ist zur wichtigsten Ressource des 21. Jahrhunderts geworden. Jeder Mensch kann selbst bestimmen, worauf er seine Aufmerksamkeit richtet. Maren Urner ist sogar der Ansicht, dass man durch die aktive Beeinflussung der Gedankenwelt – also des Gehirns – die Welt selbst verändern kann. Ein großes Versprechen, und vielleicht klingt es an dieser Stelle noch kryptisch und wenig greifbar.</p>
<p><strong>Die Lösung für eine Herausforderung beginnt beim Einzelnen</strong></p>
<p>Es ist aber in jedem Fall die fundamentale Erkenntnis, auf der alles, was im Buch „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner nun folgt, aufbaut. So hat William James es auch schon vor digitalen Zeiten und Smartphone auf das beschriebene Stress-Mantra bezogen, als er feststelle: „Die beste Waffe gegen den Stress ist unsere Fähigkeit, einen Gedanken nach dem anderen zu wählen.“ Jedes Handeln und damit auch jede Lösung für eine Herausforderung beginnt also bei jedem Einzelnen – oder besser gesagt: in seinem Kopf. </p>
<p>Wenn man versteht und akzeptiert, dass „alles in unserem Kopf“ beginnt, ist plötzlich vieles möglich. Maren Urner stellt fest: „Denn egal, wen oder was wir ändern, verbessern oder gar retten wollen: Die Veränderung und die Rettung beginnen bei uns. Genauer gesagt, beginnt sie bei jeder einzelnen Entscheidung, die jeder Einzelne von uns trifft.“ Vor allem die Positive Psychologie beschäftigt sich im Gegensatz zur traditionellen Psychologie viel mehr mit positiven Aspekten wie Glück, Vertrauen und Solidarität. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen sind überfordert</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-sind-ueberfordert.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Klimakatastrophe, Corona-Pandemie und Vermüllung der Ozeane. Täglich prasseln neue Hiobsbotschaften auf die Menschen ein, denen sie sich häufig hilflos ausgeliefert fühlen. Maren Urner ergänzt: „Die Menschheit bringt den Planeten Erde im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen.“ Im Jahr 2009 stellten Wissenschaftler neun „planetare Grenzen“ auf. Von diesen Belastungsgrenzen der Erde waren schon damals drei überschritten. Im Jahr 2015 waren es bereits vier. Gleichzeitig stehen Menschen vor zahllosen, alltäglichen, persönlichen Herausforderungen an sich und ihr Leben. Dazu kommen Zehntausende Entscheidungen, die von ihnen täglich getroffen werden wollen. Viele Menschen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klimakatastrophe, Corona-Pandemie und Vermüllung der Ozeane. Täglich prasseln neue Hiobsbotschaften auf die Menschen ein, denen sie sich häufig hilflos ausgeliefert fühlen. Maren Urner ergänzt: „Die Menschheit bringt den Planeten Erde im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen.“ Im Jahr 2009 stellten Wissenschaftler neun „planetare Grenzen“ auf. Von diesen Belastungsgrenzen der Erde waren schon damals drei überschritten. Im Jahr 2015 waren es bereits vier. Gleichzeitig stehen Menschen vor zahllosen, alltäglichen, persönlichen Herausforderungen an sich und ihr Leben. Dazu kommen Zehntausende Entscheidungen, die von ihnen täglich getroffen werden wollen. Viele Menschen sind also „im Großen“ wie „im Kleinen“ kontinuierlich überfordert. Denn längst ist aus der persönlichen Generalentschuldigung „Du, ich hab´s nicht geschafft, es war einfach zu stressig!“ ein Mantra geworden. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-3526"></span></p>
<p><strong>Die Welt ist gefangen in der Dauerkrise</strong></p>
<p>Dieses Mantra prägt eine ganze Gesellschaft, die täglich den Spagat übt. Eben weil viele Menschen ständig versuchen, eine Balance zwischen „Klar kann ich Kinder und Karriere unter einen Hut bringen!“ und „Digitalem Detox- und Yogawochenende zu finden. Die Krise herrscht also auf allen Ebenen: persönlich, beruflich und auf der Welt sowieso. Und zwar dauerhaft und sehr wahrscheinlich für immer, mindestens aber noch sehr lange. Weder ausreichend Impfstoffe noch das Pflanzen von Millionen Bäumen, noch Bankenrettung werden das Steuer herumreißen.</p>
<p>Die Welt ist gefangen in der Dauerkrise. Maren Urner rät: „Halten wir einen Moment inne und schlagen kurz nach, was das Wort „Krise“ bedeutet.“ Die „krísis“ meint im Altgriechischen ursprünglich nichts weiter als „Beurteilung“, „Entscheidung“ und „Meinung“. Daraus wurde die „Zuspitzung“, die wiederum zum Verb „krínein“ führte, das „trennen“ und „unterscheiden“ meint. In der deutschen Sprache kommt die Krise vom lateinischen „crisis“. Es meint einen Wende- oder Höhepunkt einer bis dahin kontinuierlichen Entwicklung.</p>
<p><strong>Einst war die Krise ein Wendepunkt mit offenem Ausgang</strong></p>
<p>Die erste Anwendung fand der Begriff Krise im Deutschen in der Medizin. Vor allem bei fieberhaften Erkrankungen beschrieb sie die Entscheidung oder den Wendepunkt. Sie bezieht sich auf die Krankheitsphase, nach der bei gutem Verlauf die Besserung einsetzte. In ihren ursprünglichen Bedeutungen ist die Krise also ein Zeitpunkt oder eine nicht besonders lang anhaltende Phase der Entscheidung mit ungewissem Ausgang. Nach der Krise kann es besser oder schlechter werden.</p>
<p>Maren Urner stellt fest: „Erst in der heutigen Verwendung ist die Krise durchweg negativ konnotiert. Heutzutage sind Krisen bedrohlich und lösen bei den Betroffenen Unsicherheit aus. Häufig sorgen sie für Konflikte oder andere negative Folgen.“ Aus dem einstigen Wendepunkt mit offenem Ausgang ist ein Bedrohungszustand geworden. Der amerikanische Politikwissenschaftler Charles F. Hermann definierte 1969 drei Zutaten für eine so verstandene Krise: Erstens bedroht sie Ziele von höchster Priorität der Akteure in Entscheidungspositionen. Zweitens kommt sie für die Betroffenen überraschend und drittens limitiert sie die Zeit, die bleibt, um zu reagieren. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Resiliente Menschen können Krisen gut überstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jan 2020 08:46:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
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					<description><![CDATA[Die sogenannte Resilienzforschung beschäftigt sich mit der Frage, was Menschen widerstandsfähig gegen Krisen macht. Ulrich Schnabel erläutert: „Der Begriff Resilienz bezeichnet eigentlich in der Materialkunde die Eigenschaft von Werkstoffen, nach starker Verformung wieder die ursprüngliche Gestalt anzunehmen. In der Psychologie werden heute Menschen als resilient bezeichnet, die Krisen gut verarbeiten und ohne Traumata überstehen.“ Üblicherweise werden dabei eine ganze Reihe von Faktoren genannt, welche diese seelische Widerstandskraft fördern: Wer etwa grundsätzlich optimistisch und kontaktfreudig ist, verarbeitet Krisensituationen leichter als depressive Eigenbrötler. Ebenso positiv ist es, eine Familie oder einen engen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die sogenannte Resilienzforschung beschäftigt sich mit der Frage, was Menschen widerstandsfähig gegen Krisen macht. Ulrich Schnabel erläutert: „Der Begriff Resilienz bezeichnet eigentlich in der Materialkunde die Eigenschaft von Werkstoffen, nach starker Verformung wieder die ursprüngliche Gestalt anzunehmen. In der Psychologie werden heute Menschen als resilient bezeichnet, die Krisen gut verarbeiten und ohne Traumata überstehen.“ Üblicherweise werden dabei eine ganze Reihe von Faktoren genannt, welche diese seelische Widerstandskraft fördern: Wer etwa grundsätzlich optimistisch und kontaktfreudig ist, verarbeitet Krisensituationen leichter als depressive Eigenbrötler. Ebenso positiv ist es, eine Familie oder einen engen Freundeskreis um sich zu haben, in einem starken Glauben Halt finden zu können – sei der nun religiös, humanistisch oder politisch – oder in der Musik, Kunst oder Natur Trost zu erfahren, wenn alles andere finster erscheint. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. <span id="more-2122"></span></p>
<p><strong>Niemand wird resilient geboren</strong></p>
<p>Doch dann gibt es da noch einen Faktor, der eher selten erwähnt wird, aber von entscheidender Bedeutung ist: Widerstandsfähig sind vor allem jene, die bereits einige Krisen überstanden haben. Denn, anders als häufig dargestellt, ist die Resilienz keine feste Eigenschaft des Charakters, sondern eher eine dynamische Kraft, die in der Herausforderung wächst. Anders gesagt: Niemand wir resilient geboren. Vielmehr bildet sich die Resilienz angesichts von Krisen aus.</p>
<p>Mit der psychischen Widerstandskraft verhält es sich demnach ähnlich wie mit dem menschlichen Immunsystem: Um die nötigen Abwehrkräfte – Antikörper – zu entwickeln, muss man den entsprechenden Attacken – Krankheitserregern – erst einmal ausgesetzt sein. Wer zum Beispiel noch nie mit Problemen zu kämpfen hatte, den kann die erste große Trennung oder der erste berufliche Misserfolg komplett aus der Bahn werfen. Wer hingegen sein „seelisches Immunsystem“ schon trainiert hat, kann auch größere Krisen leichter bewältigen.</p>
<p><strong>Der Mensch ist ein zähes Tier</strong></p>
<p>Doch klar ist auch: Diese Art des inneren Wachstums ist weder leicht noch vergnüglich. Und selbst wenn jemand sich als resilient erweist, heißt das nicht, dass er keinen Kummer, keine Not und keine Verzweiflung kennt. Im Gegenteil, resiliente Menschen müssen sich mit Trauer, Angst oder Selbstzweifeln ebenso auseinandersetzen wie alle anderen Menschen. Sie können allerdings mit solchen Emotionen in der Regel besser umgehen als andere, meint der Psychologe George Bonnano von der Columbia University in New York.</p>
<p>George Bonnano erklärt: „Sie können trotz ihrer Schmerzen ihren Alltag bewältigen, zur Arbeit gehen, sich der Familie und Freunden widmen.“ Der klinische Psychologe ist davon überzeugt, dass die Fähigkeit zur Krisenbewältigung weiter verbreitet ist, als man gemeinhin annimmt. Er verweist darauf, dass sich in Studien zum Umgang mit „normalen“ Lebenskrisen wie Krebserkrankung, Tod eines Angehörigen oder Jobverlust sogar bis zu 60 Prozent aller Menschen als resilient erwiesen. Für George Bonnano ist Resilienz daher nicht die Ausnahme, sondern die Regel: „Der Mensch ist ein zähes Tier.“ Quelle: „Zuversicht“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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