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	<title>Konsum &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Das Markenselbst prägt die Begegnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2024 01:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die visuelle Bewertung prägt die romantische Begegnung und ist eine ihrer Grundvoraussetzungen. Eva Illouz erläutert: „Aber angesichts der Tatsache, dass die Menschen nicht mit ihrem Selbst, sondern mit ihrem Markenselbst aufeinandertreffen – dem besten Erscheinungsbild, das sie nach außen kehren –, prägt auch die nichtvisuelle Bewertung persönlicher Eigenschaften ihre Begegnung. Insbesondere wenn sie feststellen wollen, ... <a title="Das Markenselbst prägt die Begegnung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/5447.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Markenselbst prägt die Begegnung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die visuelle Bewertung prägt die romantische Begegnung und ist eine ihrer Grundvoraussetzungen. Eva Illouz erläutert: „Aber angesichts der Tatsache, dass die Menschen nicht mit ihrem Selbst, sondern mit ihrem Markenselbst aufeinandertreffen – dem besten Erscheinungsbild, das sie nach außen kehren –, prägt auch die nichtvisuelle Bewertung persönlicher Eigenschaften ihre Begegnung. Insbesondere wenn sie feststellen wollen, ob sie in Fragen des Geschmacks und Lebensstils und in ihren psychischen Dimensionen zueinander passen.“ Bedingt durch den Einfluss von Internet-Dating-Sites nimmt eine solche Bewertung zunehmend die Form eines Vorstellungsgesprächs an, das wie sein visuelles Gegenstück zumeist auf eine binäre Form der Bewertung hinausläuft. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-5447"></span></p>
<p><strong>Das Vorstellungsgespräch hat in die Begegnung Einzug gehalten</strong></p>
<p>Die im Unternehmen so verbreitete Form des Vorstellungsgesprächs hat in die romantische Begegnung Einzug gehalten, um geeignete Kandidaten herauszufiltern und zu disqualifizieren. Eva Illouz fügt hinzu: „Eine offene Sexualität, die durch Dating-Technologien in einem offenen Markt organisiert wird, erzeugt das Problem der Bewertung von Menschen.“ Das durch die Technologie ermöglichte Überangebot an potentiellen Partnern führt dazu, dass die Bewertung einen formalen Charakter annimmt, wie bei einem „Vorstellungsgespräch“, das möglichst effizient ungeeignete Kandidaten aussortieren soll.</p>
<p>Eva Illouz erklärt: „Weil die potenziellen Partner entkontextualisiert, das heißt aus ihren sozialen Zusammenhängen herausgelöst sind, werden die Akteure zu rein selektiven und bewertenden Akteuren.“ Diese versuchen, den Wert einer Person in einem abstrakten Kontext zu ermessen, der seinerseits eine abstrakte Warenform hat. In der gleichen Weise, wie Unternehmen abstrakte Räume oder Cafés, Bars und Restaurants standardisierte abstrakte Räume des Konsums sind. Auch nehmen die Fragen oft die Form eines standardisierten Tests an. </p>
<p><strong>Sex und Romantik finden in Konsumumgebungen statt</strong></p>
<p>Für die Partnersuchenden ist das Vorstellungsgespräch äquivalent zu einer Prüfung, die man bestehen oder bei der man durchfallen kann. Eva Illouz stellt fest: „Während die Fragesteller nicht immer eine klare Vorstellung von ihren eigenen Präferenzen haben, wissen sie sehr genau, was sie nicht wollen, und greifen in diesen Situationen leicht zum Verdikt durchgefallen.“ Sie drücken damit ihre persönliche Matrix von Vorlieben und Urteilen durch Nichtwählen aus, die einem Wischer nach links auf Tinder entsprechen.</p>
<p>Sexuelle und romantische Transaktionen setzen nicht nur vorgängige Akte des Konsums voraus und finden in Konsumumgebungen statt. Die Partner werden auch als Konsumenten bewertet. Eva Illouz weiß: „Eine der tiefgreifendsten und soziologisch bedeutendsten Veränderungen bei der Herausbildung von Liebesgefühlen und -beziehungen im 20. Jahrhundert besteht in der untrennbaren Abhängigkeit der romantischen Interaktionen von Konsumvorlieben.“ Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die moderne Frau ist im Markt angesiedelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 2023 01:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Konsumkultur hat die Ontologie der Sexualität in ein Theater des Selbst verwandelt, eine durch Konsumobjekte vermittelte sichtbare, öffentliche Darbietung. Eva Illouz erläutert: „Galt in der bürgerlichen Sexualität noch das Prinzip des Schlafzimmergeheimnisses, so ist die Sexualität heute eine sichtbare Eigenschaft des Selbst.“ Diese reguliert ein skopisches Konsumregime. Weiblichkeit ist beispielsweise eine visuelle Darbietung eine ... <a title="Die moderne Frau ist im Markt angesiedelt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-ontologie-der-sexualitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Die moderne Frau ist im Markt angesiedelt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konsumkultur hat die Ontologie der Sexualität in ein Theater des Selbst verwandelt, eine durch Konsumobjekte vermittelte sichtbare, öffentliche Darbietung. Eva Illouz erläutert: „Galt in der bürgerlichen Sexualität noch das Prinzip des Schlafzimmergeheimnisses, so ist die Sexualität heute eine sichtbare Eigenschaft des Selbst.“ Diese reguliert ein skopisches Konsumregime. Weiblichkeit ist beispielsweise eine visuelle Darbietung eine einem von Männern kontrollierten Markt, die sich an den männlichen Blick richtet und die Männer konsumieren. Die traditionelle weibliche Sexualität tauschte man gegen Geld und Macht der Männer ein. Die moderne Frau dagegen ist in einem Markt angesiedelt. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4931"></span></p>
<p><strong>Der attraktive Körper kann Kapital generieren</strong></p>
<p>In diesem Markt macht man es Frauen zur Pflicht, dass sie ihre Freiheit und Macht darauf verwenden, den sexuellen Wert ihres Körpers in eine ästhetische, symbolische und ökonomische Darbietung zu verwandeln. Eva Illouz erklärt: „Wenn der weibliche Körper demzufolge so weitgehend sexualisiert und kommodifiziert worden ist, dann deshalb, weil die Sexualisierung von ökonomischem und symbolischem Wert ist.“ Der attraktive Körper lässt sich in die Sphäre der Produktion zurückleiten und kann dort Kapital generieren.</p>
<p>Eine Form solchen Kapitals findet sich in der Fülle an Dienstleistungen und Branchen, die ein „angenehmes“, attraktives Äußeres erwarten. Eva Illouz nennt als Beispiele Kellnerinnen, Flugbegleiterinnen und PR-Vertreterinnen. Sie alle müssen über eine attraktive Optik verfügen, mithin über das, was Catherine Hakim in einem umstrittenen Aufsatz als „erotisches Kapital“ bezeichnet hat. So gesehen gehört die Sexualität zum Bereich der immateriellen Arbeit. Dabei handelt es sich um jenes Bündel an nicht greifbaren Fertigkeiten und Kompetenzen, die Akteure zum Arbeitsplatz mitbringen und die in manchen Fällen über die berufliche Position entscheiden.</p>
<p><strong>Die Medien präsentieren Sex in bildhafter Form</strong></p>
<p>Ashley Mears merkt an: „Die Unternehmen suchen zunehmend Beschäftigte, die den richtigen Look verkörpern.“ Die Bedeutung der Attraktivität für den Arbeitsplatz führt zu einer Form der Selbststeuerung, die der Selbstvermarktung gleicht. Also der bewussten Darstellung der eigenen Person als einer, die mit einer einzigartigen Kombination von Fertigkeiten und Attraktivität ausgestattet ist. Tatsächlich lässt sich das Self Branding als eine Form der affektiven immateriellen Arbeit verstehen. </p>
<p>Diese nehmen Individuen gezielt auf sich, um Aufmerksamkeit, Ansehen und potentiell Profit zu erlangen. Eva Illouz fügt hinzu: „Eine zweite Weise der Wertschöpfung durch das sexualisierte Selbst hat mit den Medienindustrien zu tun.“ Dort konsumiert man Sex und Sexualität in bildhafter Form. Im Jahr 1999 enthielten über zwei Drittel der Abendprogramme im Fernsehen sexuelle Inhalte, eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wenn Sex in den 1990ern ein entscheidendes Merkmal hatte, dann war es seine Allgegenwärtigkeit. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sexyness ist das Resultat neuer Ideologien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 01:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
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					<description><![CDATA[Der sexuelle Körper steht im Mittelpunkt der weitverbreiteten Faszination durch Sex und alles sexuelle Explizite in Print- und Rundfunkmedien. Laut Walter Benjamin zirkuliert das Sexualobjekt in vielen Versionen seiner selbst in einer Konsumkultur, die das Bewerben und Verkaufen von Gütern erotisiert. „Sexyness“ ist das Resultat neuer Ideologien der Sexualität als einer Warenform und das Selbst ... <a title="Sexyness ist das Resultat neuer Ideologien" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-der-sexuelle-koerper.html" aria-label="Mehr Informationen über Sexyness ist das Resultat neuer Ideologien">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der sexuelle Körper steht im Mittelpunkt der weitverbreiteten Faszination durch Sex und alles sexuelle Explizite in Print- und Rundfunkmedien. Laut Walter Benjamin zirkuliert das Sexualobjekt in vielen Versionen seiner selbst in einer Konsumkultur, die das Bewerben und Verkaufen von Gütern erotisiert. „Sexyness“ ist das Resultat neuer Ideologien der Sexualität als einer Warenform und das Selbst als eines Bilds. Eva Illouz ergänzt: „Sexyness lebt von Konsumgegenständen, mit denen der sexuelle Körper enthüllt, zur Schau gestellt und betont wird. Sie deutet auf den begehrenswerten nackten Körper, den konsumierbare Kleidungsstücke zu erkennen geben und heraufbeschwören.“ Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4616"></span></p>
<p><strong>Sexyness ist demokratischer als Schönheit</strong></p>
<p>Sexy zu sein heißt, bestimmte Arten von Kleidung – Jeans zum Beispiel – auf eine bestimmte Weise zu tragen – enganliegend zum Beispiel. Sexyness ist demokratischer als Schönheit, weil sie einer größeren Zahl von Menschen offensteht, den Gutaussehenden und den von Haus aus nicht so Hübschen. Und weil sie das Ergebnis einer Selbstinszenierung ist und nicht von angeborener Schönheit, macht sie den Konsum zu einem permanenten Merkmal der Selbsterfahrung. Sexuellen Attraktivität wird performativ durch Konsumartikel und -praktiken hergestellt und ist somit eine ökonomische Leistung.</p>
<p>Sport, Mode, Kosmetik, medizinische und pharmazeutische Produkte verwandeln den Körper in eine Oberfläche, die visuell sexuelles Begehren auslöst und als definiertes Objekt konsumierbar werden soll. Eva Illouz stellt fest: „Der sexuelle Blick erfasst Gegenstände und Personen als eine einzige Einheit und stellt durch die kulturelle Kategorie des sexy attraktiven Körpers, in dem sich Sexualität und Konsum wechselseitig dem Blick darbieten, eine nahtlose Kontinuität zwischen beiden her.“ </p>
<p><strong>Die sexuelle Begegnung ist eine Inszenierung</strong></p>
<p>„Feminität“ oder „Maskulinität“ sind Konsumstile, die einer visuellen Logik der Anerkennung des Verbrauchers folgen. Wie der französische Autor und Künstler Guy Debord sagte: „Die Gesellschaft des Spektakels ist keine bloße Ansammlung von Bildern, sie ist vielmehr ein durch Bilder vermitteltes soziales Verhältnis.“ Dies gilt nirgendwo mehr als in der sexuellen Begegnung, bei der es sich allerdings um eine Inszenierung der Partnerbindung durch Persönlichkeitsbilder handelt, die selbst auf Konsumgegenstände verweisen und von diesen inszeniert werden. </p>
<p>Eva Illouz erläutert: „Die sexuelle Identität ist in die Ästhetisierung der alltäglichen Erfahrung durch Konsumgegenstände, die den Körper in eine visuelle und ästhetische Ware verwandelt, eingeschrieben.“ Zu Recht erinnert der Kunsthistoriker Nicolas Mirzoeff daran, dass das Subjekt des Sehens zugleich das Objekt des Gesehenwerdens ist. Der visuelle sexuelle Akteur ist Experte darin, anderen als visuellen Oberflächen zu begegnen. Zugleich ist ihm bewusst, dass er Gegenstand der visuellen Bewertung durch andere ist. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-sexualitaet-ist-teil-der-oekonomie-geworden.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jan 2023 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Ungewissheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität ... <a title="Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-sexualitaet-ist-teil-der-oekonomie-geworden.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität befördert heute wie am Fließband neue Konsumgepflogenheiten und technologische Praktiken. „Sexuelle Praktiken und Interaktionen sind Teil der Ökonomie geworden“, wie Adam Green zu Recht feststellt. Das sexuelle Objekt, von Sigmund Freud als ein Bündel unbewusster Triebe gefasst, verwandelte später diese Triebe in die Wahrheit der Begierden. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4194"></span></p>
<p><strong>Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert</strong></p>
<p>Eva Illouz stellt fest: „Im Zuge seiner Vereinnahmung durch den Konsumentenmarkt und die Technologie entwickelte sich der sexuelle Körper zu einem so beeindruckenden wie unzureichend begriffenen Produzenten ökonomischen Mehrwerts.“ Das ökonomisch-sexuelle Subjekt ist das eigentliche Subjekt der Moderne. Es realisiert seine Individualität dadurch, dass es wünscht und begehrt, dass es ständige eine Wahl und immer öfter auch eine Nichtwahl trifft. </p>
<p>Und all dies trägt sich in einer intimitätsgesättigten Konsumsphäre und einer kommodifizierten Privatsphäre zu. Es ist praktisch unmöglich, Sexualität und Liebe von den Arenen des Konsums und der Technologie zu trennen, in denen sie sich entfalten. Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert, während zugleich Waren mit der Erzeugung sexuellen Begehrens verwoben sind. In ihrer Kombination bringen sexuelle und ökonomische Formeln des Handelns ein Hypersubjekt hervor, wie Eva Illouz es nennen möchte. Nämlich ein Subjekt, das ebenso durch das Haben von Bedürfnissen und Begierden wie durch die Praktiken zu deren Befriedigung definiert ist. </p>
<p><strong>Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt</strong></p>
<p>Die Hypersubjektivität gründet allerdings auf einem Paradox. Sie löst eine ontologische Ungewissheit aus, das heißt eine Ungewissheit über die schiere Natur des Selbst. Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt. Nämlich der Aufwertung, der Bewertung und der Abwertung, die alle drei von der immer noch mächtigen ökonomischen und symbolischen Herrschaft von Männern über Frauen bestimmt werden. Diese drei Prozesse sind gleichermaßen ökonomischer, kognitiver und kultureller Natur.</p>
<p>Sie markieren ein neues Stadium in der Geschichte des Kapitalismus und der Intimbeziehungen. Eva Illouz erläutert: „Aufwertung bezeichnet den Prozess, Wert durch ökonomische oder symbolische Mechanismen zu erzeugen. So wie die Ausstellung der Werke einer Künstlerin in einem bedeutenden Museum deren ökonomischen Wert steigert.“ Eine Bewertung vorzunehmen ist die Aktivität, den Wert eines Gegenstandes abzuschätzen, zu vergleichen und zu messen. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Niemand sollte auf der Strecke bleiben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2021 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Was sollte Politik leisten und was kann sie überhaupt leisten? Diese Fragen versucht Hans-Otto Thomashoff zu beantworten. Aus Sicht der Bürger sollte Politik effizient sein, sie sollte sich im Dienst der Allgemeinheit bestimmte Ziele setzen und diese konsequent verfolgen. Ihr Hauptziel sollte darin bestehen, mit Weitblick die Weichen zu stellen, die es den Bürgern ermöglicht, ... <a title="Niemand sollte auf der Strecke bleiben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/niemand-sollte-auf-der-strecke-bleiben.html" aria-label="Mehr Informationen über Niemand sollte auf der Strecke bleiben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was sollte Politik leisten und was kann sie überhaupt leisten? Diese Fragen versucht Hans-Otto Thomashoff zu beantworten. Aus Sicht der Bürger sollte Politik effizient sein, sie sollte sich im Dienst der Allgemeinheit bestimmte Ziele setzen und diese konsequent verfolgen. Ihr Hauptziel sollte darin bestehen, mit Weitblick die Weichen zu stellen, die es den Bürgern ermöglicht, ihren eigenen Lebensentwurf zu entfalten. Dazu gehören essenzielle Grundfreiheiten und ein gegebenenfalls notwendiges Sicherheitsnetz. Die Politik sollte die Regeln für das Wirtschaftsgeschehen so vorgeben, dass sich einerseits die wirtschaftliche Dynamik des Marktes entfalten kann. Andererseits ist darauf zu achten, dass die daraus resultierende Wertschöpfung möglichst allen zugutekommt. Zumindest so weit, dass niemand auf der Strecke bleibt. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-2920"></span></p>
<p><strong>Eine glückliche Partnerschaft verlängert das Leben</strong></p>
<p>Der für die Lebensqualität des Menschen wichtigste Faktor ist sein soziales Umfeld. „All you need is love“ ist nicht die ganze Wahrheit, doch es trifft den Kern. Hans-Otto Thomashoff weiß: „Wer in einer glücklichen Partnerschaft lebt, dem geht es in der Regel gut. Die Wissenschaft hat eindeutige Belege dafür gesammelt, wie sehr ein gutes Beziehungsumfeld Lebenszufriedenheit und Lebensdauer steigert.“ Intuitiv richten die meisten Menschen ihre Lebensgestaltung daran aus, ist ihr Alltag geprägt vom Miteinander mit anderen.</p>
<p>Nun ist das Beziehungsleben Privatsache. Seine vielfältigen Spielarten sind keine politische Angelegenheit, und das ist gut so. Allerdings beeinflusst die Politik die Rahmenbedingungen des Privatlebens durch die Alltagsanforderungen. Die zeitliche Fremdbestimmtheit durch die internationale wirtschaftliche Konkurrenz bestimmt den Lebensrhythmus vieler Menschen. Damit ist ein zunehmender Leistungsdruck verbunden, der es immer schwerer macht, genügend Zeit und Energie für die Pflege der persönlichen Beziehungen zur Verfügung zu haben. </p>
<p><strong>Konsum macht nicht glücklich</strong></p>
<p>Aktuell droht einer großen Zahl von Menschen der Arbeitsdruck über den Kopf zu wachsen. Zugleich müssen sie andauernd verfügbar sein. Selbst in den Pausen, in denen sie nicht arbeiten, raubt ihnen die permanente Informationsflut viel von ihrer kostbaren Zeit. Diese nimmt die eigene Aufmerksamkeit in Geiselhaft. Zum vermeintlichen Ausgleich soll man sich in seiner Freizeit möglichst gut gelaunt dem hemmungslosen Konsum frönen, um glücklich zu werden. Hans-Otte Thomashoff stellt fest: „Jeder von uns spürt schon beim Lesen dieser Zeilen: Das kann nur misslingen.“ </p>
<p>Denn für ein zufriedenes Grundgefühl im Leben brauchen Menschen einen ausgeglichenen Stresshaushalt. Das ist eine Alltagsbeobachtung, die jedem vertraut ist. Diese lässt sich inzwischen auch wissenschaftlich gut fundieren. Auf der Suche nach dem schnellen Glück durch Konsum entsteht jedenfalls zusätzlicher Stress im Körper. Zwar gibt es hie und da den kurzen beglückenden Kick, doch wird der schon bald mit Rastlosigkeit bezahlt, weil sogleich der nächste Kick gesucht wird. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Konsumgesellschaft schadet der Psyche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 04:48:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der Massenproduktion im Industriezeitalter hat auch eine seelische Deformation begonnen. Wolfgang Schmidbauer weiß: „Arbeit verliert an Wert und Würde, wenn sie allein dem schnellen Nutzen dienen muss und Menschen ebenso wie Waren austauschbare Glieder einer Produktionskette werden.“ Der persönliche Bezug zu den Dingen geht dabei verloren. Es ist ein Teufelskreis. Je weniger Bindung sich ... <a title="Die Konsumgesellschaft schadet der Psyche" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-konsumgesellschaft-schadet-der-psyche.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Konsumgesellschaft schadet der Psyche">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Massenproduktion im Industriezeitalter hat auch eine seelische Deformation begonnen. Wolfgang Schmidbauer weiß: „Arbeit verliert an Wert und Würde, wenn sie allein dem schnellen Nutzen dienen muss und Menschen ebenso wie Waren austauschbare Glieder einer Produktionskette werden.“ Der persönliche Bezug zu den Dingen geht dabei verloren. Es ist ein Teufelskreis. Je weniger Bindung sich zu den der Mode unterworfenen Massenprodukten entwickelt, desto schneller werden sie ersetzt. Das strahlt wiederum aus in die emotionalen Beziehungen. Es herrscht ein anonymes Geschehen von Produktion und Vertrieb, in dem kalt kalkuliert wird, wie weit man gehen kann, um dem Kunden neue Waren aufzuzwingen. Schon Karl Marx hat diese Entwicklung treffend beschrieben. Seine Kritik hat sich in vielen Punkten bestätigt und bestätigt sich noch. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer ist Autor zahlreicher Fach- und Sachbücher, die sich millionenfach verkauften. <span id="more-2218"></span></p>
<p><strong>Konsumartikel heben nur für eine kurze Zeit die Stimmung</strong></p>
<p>Die Konsumgesellschaft schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Psyche. Wolfgang Schmidbauer erklärt in seinem Buch „Homo consumens“ den gedankenlosen Konsum durch orale Fixierungen. Er plädiert darin auch für den Abschied von der Verschwendungswirtschaft. Das war 1972. Nie wieder hat er so heftige Kritik einstecken müssen. Heute dagegen wird es allmählich konsensfähig, dass es so nicht weitergehen kann. Ökobewegung und Kapitalismuskritik haben heute sogar die Chance, ein neues Wirtschaftsmodell zu entwickeln. In diesem ist Verzicht kein Tabu mehr.</p>
<p>In der Welt des „Homo consumens“ wachsen mit der Bequemlichkeit auch die Ansprüche. Je mehr Bequemlichkeit und Komfort man kaufen kann, desto weniger nimmt man die heilsame Übung im Ertragen von Angst und Schmerz in Kauf, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Es ist eine Binsenweisheit, dass Konsumartikel nur für eine kurze Zeit die Stimmung heben. Wer sie nicht kritisch prüft, wird abhängig. Er genießt dann den Konsum nicht mehr frei und entspannt.</p>
<p><strong>Viele Menschen glauben an unendliche Ressourcen</strong></p>
<p>Der Abhängige muss konsumieren, weil ihn sonst Unlust plagt. Die Menschheit hat ihre ökonomische Kreativität und ihren Erfindergeist an der Fiktion orientiert, dass der Planet über grenzenlose Ressourcen verfügt. Ähnlich gegen viele Menschen mit ihrer Psyche um. Sie überfordern sie, packen immer mehr Forderungen in eine konstant bleibende Lebenszeit, weil es eben noch geht – bis sie kollabiert. Die meisten Menschen handeln so, als seien die Ressourcen unendlich. Eigentlich müssten sie wissen, wie begrenzt diese sind.</p>
<p>Die Vorfahren der heutigen Generationen wussten nichts über solche Grenzen. Dennoch handelten sie aber so, als seien die Ressourcen begrenzt. Heutzutage wachsen die Ansprüche rasant. Denn Maximierung und nicht Stabilisierung wurde zum ökonomischen Prinzip erhoben. Der Spruch, dass ein Drogendealer nicht einen Stoff an Menschen verkauft, sondern Menschen an einen Stoff, lässt sich leicht verallgemeinern. Er ist das Grundprinzip moderner Vermarktung. Quelle: „Die Kunst der Reparatur“ von Wolfgang Schmidbauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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