<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kommunikation &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/kommunikation/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Mon, 19 Aug 2024 07:46:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.2</generator>
	<item>
		<title>Menschen nutzen die Sprache auf zwei Arten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/menschen-nutzen-die-sprache-auf-zwei-arten.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/menschen-nutzen-die-sprache-auf-zwei-arten.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5629</guid>

					<description><![CDATA[Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt und nutzen können. Thomas W. Albrecht betont: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens präsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, fantasieren und schlussfolgern. Sie führen Selbstgespräche, überlegen, machen Pläne, sortieren ihre Erfahrungen und bewerten diese. So entwickeln sie fortlaufend ein Modell ihres Erlebens, das auf den Wahrnehmungen ihrer Sinnesorgane beruht. Zweiten benutzen sie Sprache, um&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt und nutzen können. Thomas W. Albrecht betont: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens präsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, fantasieren und schlussfolgern. Sie führen Selbstgespräche, überlegen, machen Pläne, sortieren ihre Erfahrungen und bewerten diese. So entwickeln sie fortlaufend ein Modell ihres Erlebens, das auf den Wahrnehmungen ihrer Sinnesorgane beruht. Zweiten benutzen sie Sprache, um das, was sie erlebt haben, anderen Menschen mitzuteilen. Diese Aktivitäten bezeichnet man als Reden, Diskutieren, Schreiben, Singen oder Lehren. In ihrer täglichen Kommunikation sind Menschen sich der Auswahl der Wörter, die sie benutzen, selten bewusst. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-5629"></span></p>
<p><strong>Die Sprache ist stark strukturiert</strong></p>
<p>Wie Menschen ihre Wörter auswählen und wie sie sie strukturieren, läuft nahezu immer unbewusst ab. Thomas W. Albrecht erklärt: „Kaum jemand muss in der täglichen Kommunikation darüber nachdenken, in seiner Muttersprache verständliche Sätze zu produzieren. Dennoch ist Sprache entsprechend den grammatischen Regeln stark strukturiert.“ Es würde sofort auffallen, wenn ein Satz fehlerhaft geformt ist. Werden Satzzeichen ausgelassen, wird beim Sprechen die Intonation verändert, so kann die Bedeutung des Gesagten variieren.</p>
<p>Wird die Wortfolge beliebig verdreht, so ergibt die neue Anordnung der Wörter plötzlich einen ganz anderen oder auch keinen Sinn mehr. Thomas W. Albrecht weiß: „Für ihre Muttersprache haben Menschen ein intuitives Empfinden entwickelt, das natürlich mehr oder weniger ausgeprägt sein kann.“ Über ihre Sinnesorgane nehmen Menschen unentwegt unvorstellbar hohe Mengen an Informationseinheiten auf. Diese gelangen über Augen, Ohren, Haut, Nase oder Mund in das Nervensystem einer Person und werden dort im Unterbewusstsein als unbewusste Erinnerungen gespeichert. </p>
<p><strong>Die Tiefenstruktur der Sprache repräsentiert das Erlebte</strong></p>
<p>Thomas W. Albrecht stellt fest: „Diese Erinnerungen bilden die facettenreiche Gesamtheit all unserer Erlebnisse, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln. Nur einen Teil der Gesamtheit aller Erlebnisse können wir sprachlich darstellen, jedoch nicht alle, da wir nicht für alles Erlebte sprachliche Ausdrücke haben.“ Für Erlebnisse, die Menschen sprachlich nicht erfassen können, finden sie keine passende Formulierung. Jenen Teil der Gesamtheit der Erfahrungen, die man sprachlich ausdrücken kann, bezeichnet man als „Tiefenstruktur der Sprache“. </p>
<p>Die Tiefenstruktur ist die vollständige sprachliche Repräsentation des Erlebens. Thomas W. Albrecht fügt hinzu: „Um von der Tiefenstruktur, der vollständigen sprachlichen Darstellung des Erlebten, zur Oberflächenstruktur, dem gesagten oder geschriebenen Wort, zu gelangen, werden Teile des Erlebten ausgelassen beziehungsweise getilgt, andere Aspekte verallgemeinert, beziehungsweise generalisiert oder verzerrt dargestellt.“ Die Kommunikation der Menschen passiert in der Regel in der Oberflächenstruktur, ohne die Tiefenstruktur zu hinterfragen. Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/menschen-nutzen-die-sprache-auf-zwei-arten.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Sprache hat zwei Funktionen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-sprache-hat-zwei-unterschiedliche-funktionen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-sprache-hat-zwei-unterschiedliche-funktionen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 02:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5153</guid>

					<description><![CDATA[Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt haben und nutzen können. Thomas W. Albrecht stellt fest: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens repräsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, fantasieren und schlussfolgern. Sie führen Selbstgespräche, überlegen, machen Pläne, sortieren ihre Erfahrungen und bewerten diese. So entwickeln sie fortlaufend ein Modell ihres Erlebens, das auf den Wahrnehmungen ihrer Sinnesorgane beruht. Zweiten benutzen Menschen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen sind die einzigen Säugetiere, die eine Sprache entwickelt haben und nutzen können. Thomas W. Albrecht stellt fest: „Die Bedeutung unserer Sprache kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Alles, was wir Menschen erreicht haben, ist mit dem Gebrauch der Sprache verbunden.“ Sprache benutzen Menschen auf zwei unterschiedliche Weisen. Erstens repräsentieren sie damit, was sie erleben. Sie denken, fantasieren und schlussfolgern. Sie führen Selbstgespräche, überlegen, machen Pläne, sortieren ihre Erfahrungen und bewerten diese. So entwickeln sie fortlaufend ein Modell ihres Erlebens, das auf den Wahrnehmungen ihrer Sinnesorgane beruht. Zweiten benutzen Menschen Sprache, um das, was sie erlebt haben, anderen Menschen mitzuteilen. Diese Aktivitäten bezeichnet man als Reden, Diskutieren, Schreiben, Singen oder Lehren. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-5153"></span></p>
<p><strong>Die Sprache ist stark strukturiert</strong></p>
<p>Thomas W. Albrecht erklärt: „In unserer täglichen Kommunikation sind wir uns der Auswahl der Wörter, die wir verwenden, selten bewusst.“ Wie man seine Wörter auswählt und wie man sie strukturiert, läuft nahezu immer unbewusst ab. Kaum jemand muss in der täglichen Kommunikation darüber nachdenken, in seiner Muttersprache verständliche Sätze zu produzieren. Dennoch ist Sprache entsprechend der grammatischen Regeln stark strukturiert. Es würde sofort auffallen, wenn ein Satz fehlerhaft geformt ist.</p>
<p>Lässt man Satzzeichen aus, verändert man beim Sprechen die Intonation, so kann die Bedeutung des Gesagten variieren. Für ihre Muttersprache haben Menschen ein intuitives Empfinden entwickelt, das natürlich mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. Thomas W. Albrecht weiß: „Über unsere Sinnesorgane nehmen wir unentwegt unvorstellbar hohe Mengen an Informationseinheiten auf. Diese gelangen über Augen, Ohren, Haut, Nase und Mund in unser Nervensystem und somit in unser Unbewusstes und werden dort als unbewusste Erinnerungen gespeichert.“ </p>
<p><strong>Es gibt eine sogenannte „Tiefenstruktur der Sprache“</strong></p>
<p>Diese Erinnerungen bilden die facettenreiche Gesamtheit aller Erlebnisse eines Menschen, die er im Laufe seines Lebens sammelt. Thomas W. Albrecht erläutert: „Nur einen Teil der Gesamtheit aller Erlebnisse können wir sprachlich darstellen, jedoch nicht alle, da wir nicht für alles Erlebte sprachliche Ausdrücke haben. Für Erlebnisse, die wir sprachlich nicht erfassen können, finden wir keine passende Formulierung.“ Jenen Teil der Erfahrungen, die man sprachlich ausdrücken kann, bezeichnet man als „Tiefenstruktur der Sprache“.</p>
<p>Die Tiefenstruktur ist die vollständige sprachliche Repräsentation des Erlebten. Die Kommunikation der Menschen passiert in der Regel in der Oberflächenstruktur, ohne die Tiefenstruktur zu hinterfragen. Thomas W. Albrecht betont: „Achtsame Sprache ist neugierig und hinterfragt die Tiefenstruktur, sowohl die eigene als auch die des Gesprächspartners.“ Sprachmuster der Oberflächenstruktur, die zu Missverständnissen führen, sind auf Tilgungen, Generalisierungen und Verzerrungen der Tiefenstruktur zurückzuführen. Somit ist jede gesendete Nachricht nur eine „Abkürzung“ dessen, was eigentlich mitgeteilt werden möchte. Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-sprache-hat-zwei-unterschiedliche-funktionen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein System kann schnell ins Wanken geraten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2023 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5082</guid>

					<description><![CDATA[Durch eine einzelne Aktion, ähnlich wie beim Wischen auf dem Smartphone, kann ein ganzes System ins Wanken geraten. Der Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer bezeichnet dieses Phänomen als „Schwarmdummheit“. Er erklärt: „Schwarmdummheit bezeichnet das Auseinanderfallen eines Kollektivs von Menschen durch übermäßige Kommunikation.“ Manfred Spitzer leitet diesen Begriff von Fischschwärmen her. Auf Menschen ist dieses Prinzip allerdings nur begrenzt anwendbar, weil Menschen durch ihre Kommunikation dieses Kollektiv in Gefahr bringen. Rüdiger Maas erläutert: „Der Grund hierfür liegt in der Sozialpsychologie: Werden Meinungen in Gruppen geteilt, können diese andere Menschen in ihren&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch eine einzelne Aktion, ähnlich wie beim Wischen auf dem Smartphone, kann ein ganzes System ins Wanken geraten. Der Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer bezeichnet dieses Phänomen als „Schwarmdummheit“. Er erklärt: „Schwarmdummheit bezeichnet das Auseinanderfallen eines Kollektivs von Menschen durch übermäßige Kommunikation.“ Manfred Spitzer leitet diesen Begriff von Fischschwärmen her. Auf Menschen ist dieses Prinzip allerdings nur begrenzt anwendbar, weil Menschen durch ihre Kommunikation dieses Kollektiv in Gefahr bringen. Rüdiger Maas erläutert: „Der Grund hierfür liegt in der Sozialpsychologie: Werden Meinungen in Gruppen geteilt, können diese andere Menschen in ihren Meinungen und Äußerungen beeinflussen.“ So erhält man verzerrte Bilder der Realität und nicht das „intelligente“ Abbild der Statistik. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-5082"></span></p>
<p><strong>Viele Eltern lassen sich fremdbestimmen</strong></p>
<p>Die sogenannte Schwarmintelligenz schlägt in Schwarmdummheit um, eben weil sich die Menschen miteinander vernetzt haben und ihr Verhalten nach dem ausrichten, was sie von anderen Menschen erwarten. Eine enorme Beschleunigung findet sich auch im Netz. Vor allem in den Social-Media-Kanälen. Im Netz greifen die User auf unendlich viele Meinungen zurück. Alle streben danach, sich dem Kollektiv anzupassen. Viele Menschen wollen perfekte Eltern sein und lassen sich doch fremdbestimmen. Philosophen sprechen dabei von einer „entmenschlichten“ Erziehung.</p>
<p>Rüdiger Maas weiß: „Entmenschlicht ist diese Erziehung vor allem, weil die Zeit fehlt. Denn all die digitale Kommunikation frisst viel Zeit auf. Und das ist auch so gewollt.“ Der Professor für Molekulare Psychologie Christian Montag untersucht, wie psychische Funktionen des Menschen durch die Technologienutzung beeinflusst und verändert werden. Christian Montag spricht sogar davon, dass ein „Kampf der IT-Konzerne um unsere Aufmerksamkeit“ stattfindet. Mittels psychologischer Effekte schaffen es Plattformen, dass sich Menschen möglichst lange auf ihnen aufhalten.</p>
<p><strong>Die analoge Welt spielt eine immer geringere Rolle</strong></p>
<p>Es kann sogar das Gefühl entstehen, im Netz Raum und Zeit zu verlieren. Ein Gefühl, das wohl die meisten Menschen kennen. Man möchte nur kurz etwas im Netz nachschauen oder nur das eine Video sehen und hat schließlich viel mehr Zeit verschwendet und deutlich zu viele Videos konsumiert. Das Internet macht es den Usern leicht, sich in ihm zu verlieren. Man kann beispielsweise die Lieblingsserie jederzeit sofort anschauen ohne nerviges Warten auf irgendeine Uhrzeit.</p>
<p>Alles ist unmittelbar zugänglich, jedenfalls in Sachen Entertainment – und das in einer Geschwindigkeit, für die Menschen schon längst nicht mehr gemacht sind. Rüdiger Maas ergänzt: „Was aber nicht immer zugänglich ist, ist die Zeit. Diese geht verloren.“ Leider spielt die analoge Welt für viele Menschen eine immer geringere Rolle. Die analoge Welt tritt ins zweite Gleis und hat stellenweise ausgedient. Kompensieren soll das das Internet. Allerdings mit meist negativen Folgen. Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas. </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Wahl der Worte kann entscheidend sein</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-misserfolge-versus-resultate.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-misserfolge-versus-resultate.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jun 2023 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Misserfolg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=4670</guid>

					<description><![CDATA[Alle Reaktionen anderer Menschen sind Feedbacks. Dieses Wissen hilft, die eigene Kommunikation so lange zu verändern und anzupassen, bis man das Resultat bekommt, das man möchte. Thomas W. Albrecht erklärt: „Kommst du mit einem bestimmten Verhalten nicht zum gewünschten Ergebnis, hilft es nicht, dasselbe Verhalten mit mehr Engagement zu wiederholen. Nur lauter oder langsamer zu sprechen, macht meist keinen Sinn.“ Thomas W. Albrecht rät andere Worte und andere Formulierungen zu wählen und in der Sprache seines Gegenübers zu sprechen. Auf diese Weise findet man Zugang zu ihm. Durch die Art&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Reaktionen anderer Menschen sind Feedbacks. Dieses Wissen hilft, die eigene Kommunikation so lange zu verändern und anzupassen, bis man das Resultat bekommt, das man möchte. Thomas W. Albrecht erklärt: „Kommst du mit einem bestimmten Verhalten nicht zum gewünschten Ergebnis, hilft es nicht, dasselbe Verhalten mit mehr Engagement zu wiederholen. Nur lauter oder langsamer zu sprechen, macht meist keinen Sinn.“ Thomas W. Albrecht rät andere Worte und andere Formulierungen zu wählen und in der Sprache seines Gegenübers zu sprechen. Auf diese Weise findet man Zugang zu ihm. Durch die Art und Weise, wie man aufgewachsen ist, wie man erzogen worden ist, welche Bildung man erfahren hat, unterscheidet sich der Sprachgebrauch von anderen Menschen. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-4670"></span></p>
<p><strong>Mit intelligenten Menschen spricht man anders als mit dummen</strong></p>
<p>In der täglichen Kommunikation wird man sich dem Sprachgebrauch seiner Gesprächspartner anpassen wollen. Thomas W. Albrecht rät: „Höre zu, wie sich die Menschen in deinem Umfeld ausdrücken, welche Worte und Formulierungen sie wählen und mache es ihnen nach. Dadurch stellst du sicher, in einer Art und Weise zu sprechen, die den anderen Menschen geläufig und verständlich ist.“ Was man von einem Menschen hält, wie man ihn einschätzt, entscheidet darüber, wie man sich diesem Menschen gegenüber verhält. </p>
<p>Hält man jemanden für intelligent, spricht man anders mit ihm als mit jemandem, den man für einen ausgemachten Deppen hält. Besitzt man ein besonderes Vertrauen in die Fähigkeiten einer Person, ist man geneigt, diese zu fördern und jeden noch so kleinen Entwicklungsfortschritt zu erkennen. Glaubt man, dass der andere jedoch vollkommen unfähig ist, würde man nicht einmal versuchen, ihn zu unterstützen. Wer von sich selbst glaubt, eine besondere Fähigkeit erlangen zu können, wird alles unternehmen, um diese zu entwickeln.</p>
<p><strong>Thomas W. Albrecht stellt den Rosenthal-Effekt vor </strong></p>
<p>Zweifelt man jedoch daran, fängt man gar nicht an, sich diese Fähigkeit anzueignen. Der deutschamerikanische Sozialpsychologe Robert Rosenthal hat diesen Effekt genauer untersucht und damit Ende der 1960er-Jahre viel Aufsehen erregt. Thomas W. Albrecht erläutert: „Seine Experimente haben gezeigt, dass Lehrer, die davon überzeugt sind, es mit hochbegabten Schülern zu tun zu haben, diese mehr fördern, öfter anlächeln und mehr konstruktives Feedback geben.“ </p>
<p>Auch wenn die jeweiligen Schüler nicht hochbegabt waren, wirkten sich die Erwartungen und die Verhaltensweisen des Lehrers und das positive Klima insgesamt auf ihre Leistungen aus: Sie entwickelten sich überdurchschnittlich. Umgekehrt war es genauso der Fall. Thomas W. Albrecht weiß: „Dieses als Pygmalion- oder Rosenthal-Effekt“ bezeichnete Phänomen entspricht der selbsterfüllenden Prophezeiung oder besser gesagt: Egal, ob du glaubst, dass du es kannst oder glaubst, dass du es nicht kannst – du hast in jedem Fall recht. Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-misserfolge-versus-resultate.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Sozialen Medien verändern die Liebe</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-soziale-medien-und-die-liebe.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-soziale-medien-und-die-liebe.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2022 02:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=3425</guid>

					<description><![CDATA[Alles in allem entsprechen die Möglichkeiten der Sozialen Medien der Organisation des Liebeslebens für eine flexiblere Zeitplanung und damit der Steigerung der individuellen Möglichkeiten. Peter Trawny schränkt ein: „Die Wahrheit dieser Möglichkeiten liegt in dem, was das Soziale Medium dann nicht leisten kann: in der leibhaftigen Begegnung.“ In ihr werden sich die uralten Kräfte der Liebe melden und die Unabhängigkeit der gematchten Partner kollabieren lassen. Oder es wird diese Begegnung nicht mehr geben. Die Kultur der Kommunikation hat sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren auf eine Weise verändert, die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alles in allem entsprechen die Möglichkeiten der Sozialen Medien der Organisation des Liebeslebens für eine flexiblere Zeitplanung und damit der Steigerung der individuellen Möglichkeiten. Peter Trawny schränkt ein: „Die Wahrheit dieser Möglichkeiten liegt in dem, was das Soziale Medium dann nicht leisten kann: in der leibhaftigen Begegnung.“ In ihr werden sich die uralten Kräfte der Liebe melden und die Unabhängigkeit der gematchten Partner kollabieren lassen. Oder es wird diese Begegnung nicht mehr geben. Die Kultur der Kommunikation hat sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren auf eine Weise verändert, die auch das Beziehungsleben erreicht. Peter Trawny erinnert sich noch an die Zeit vor dem PC, an eine Zeit vor dem Internet und all jenen Apps, die heute die persönlichen Kontakte organisieren. Peter Trawny gründete 2012 das Martin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, das er seitdem leitet. <span id="more-3425"></span></p>
<p><strong>Früher wurden noch Briefe geschrieben</strong></p>
<p>Damals gab es ein Telefon, das, durch ein Kabel fixiert, an einem schnell zugänglichen Platz in der Wohnung seinen Ort hatte. An Ferngespräche, Anrufe über die nationalen Grenzen hinaus, war nicht zu denken. Ohne Handy oder Smartphone war die elektronische Kommunikation auf das Telefon beschränkt. Es gab natürlich noch das uralte Medium, das es seit Menschengedenken gab: den Brief. Dieser wurde, nachdem man ihn mit der Hand geschrieben hatte, oft nach einer ebenfalls handschriftlich gefertigten Vorlage, zum Postkasten oder aufs Postamt gebracht. </p>
<p>Dann wartete man auf die Antwort – welch ein Warten … Peter Trawny sagt es mit anderen Worten: „Die Kommunikation, die über die unmittelbare Nähe des Geliebten hinausging, geschah in lang ausschwingenden Rhythmen und in sehr gemäßigten Tempi.“ Die Informationen, die man vom und über den Anderen empfing, waren abgemessen, nicht selten sogar lückenhaft. Dass man von jemandem tagelang nichts hörte, war keine Seltenheit. </p>
<p><strong>Im Internet geht die Exklusivität verloren</strong></p>
<p>Im Zeitalter von WhatsApp, Twitter, Instagram und Facebook ist das undenkbar. Inzwischen gibt es über Kontinente hinweg den permanenten Austausch in Echtzeit. Das verändert die Beziehungsstruktur der Liebenden radikal. Nun kann man die Geliebte jederzeit ansprechen und so beanspruchen. Das Ausbleiben einer Antwort ist verdächtig: Will sie nicht antworten? Warum nicht? Zudem kann man zu jeder Zeit nachvollziehen, wie der Geliebte in anderen Formaten der Kommunikation agiert. </p>
<p>Peter Trawny fügt hinzu: „Gibt es doch keinen Grund, dass er unabhängig von mir, das heißt ohne meine Anwesenheit, Dinge von und über sich postet. Ich kann also sehen, wem er im virtuellen Raum des Cyberspace begegnet, kann miterfahren, was er tut. Oder verwendet er noch andere Kanäle, von denen ich nichts weiß?“ In diesen Räumen hat die eigene Verbindung mit der Geliebten keine Exklusivität. Sie ist x-beliebig, unterscheidet sich nicht. Zugleich aber erfährt man einen andauernden Informations-Overkill. Quelle: „Philosophie der Liebe“ von Peter Trawny</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-soziale-medien-und-die-liebe.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommunikation ist in der Medizin ein entscheidender Heilfaktor</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/kommunikation-ist-in-der-medizin-ein-entscheidender-heilfaktor.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/kommunikation-ist-in-der-medizin-ein-entscheidender-heilfaktor.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jul 2019 04:46:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2038</guid>

					<description><![CDATA[Der Prozess der Selbststeuerung kommuniziert in zwei Richtungen, zum einen nach außen mit dem zwischenmenschlichen Umfeld, zum anderen nach innen mit den biologischen Systemen des Körpers. Joachim Bauer erklärt: „Tatsächlich kann das, was Menschen mit anderen kommunizieren, durchschlagende Wirkungen auf die Biologie des jeweiligen Kommunikationspartners entfalten.“ Kommunikation ist nicht heiße Luft, sondern neben den Interventionen der evidenzbasierten Medizin ein entscheidender Heilfaktor. Medikamente, die von Ärzten in der Klinik über eine Infusion gegeben werden, entfalten beim Patienten eine weitaus bessere Wirkung, wenn der Arzt dem Patienten ausdrücklich sagt, was er gibt&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Prozess der Selbststeuerung kommuniziert in zwei Richtungen, zum einen nach außen mit dem zwischenmenschlichen Umfeld, zum anderen nach innen mit den biologischen Systemen des Körpers. Joachim Bauer erklärt: „Tatsächlich kann das, was Menschen mit anderen kommunizieren, durchschlagende Wirkungen auf die Biologie des jeweiligen Kommunikationspartners entfalten.“ Kommunikation ist nicht heiße Luft, sondern neben den Interventionen der evidenzbasierten Medizin ein entscheidender Heilfaktor. Medikamente, die von Ärzten in der Klinik über eine Infusion gegeben werden, entfalten beim Patienten eine weitaus bessere Wirkung, wenn der Arzt dem Patienten ausdrücklich sagt, was er gibt und wozu. Eine der stärksten Drogen für den Menschen ist der andere Mensch. Was der Arzt dem Patienten sagt, kann eine Wirkung selbst dann entfalten, wenn kein Medikament gegeben wurde. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer lehrt an der Universität Freiburg. <span id="more-2038"></span></p>
<p><strong>Der Ablauf biologischer Prozesse kann gelernt werden</strong></p>
<p>Da das menschliche Gehirn Kommunikation in Biologie verwandelt, können Worte – dies lässt sich wissenschaftlich einwandfrei nachweisen – auf die gleichen biologischen Rezeptoren einwirken wie Medikamente. Joachim Bauer erläutert: „Worte finden zu den körperlichen Abläufen vor allem dann einen guten Zugang, wenn die an den Patienten gerichteten Ansagen bereits auf einen biologisch vorgebahnten Weg treffen.“ Wer die Effekte zwischenmenschlicher Kommunikation auf die Biologie des menschlichen Körpers in den Bereich der Einbildung verbannen will, liegt völlig daneben.</p>
<p>Der Körper der Menschen ist offenbar in der Lage, die mit bestimmten medizinischen Prozeduren – zum Beispiel mit der Gabe eines echten Medikaments – einhergehenden organischen Veränderungen so abzuspeichern, dass sie sich nochmals abrufen lassen, wenn der Arzt die Prozedur lediglich ansagt. Der Ablauf biologischer Prozesse kann also gelernt werden. Die entscheidende Instanz im Gehirn ist dabei der Präfrontale Cortex. Er ist die entscheidende Schnittstelle zwischen der Kommunikation des Arztes mit dem Patienten einerseits und den im Gefolge im Patienten ablaufenden physiologischen Prozessen andererseits.</p>
<p><strong>Der Präfrontale Cortex hat auch Einfluss auf das Immunsystem</strong></p>
<p>Der Präfrontale Cortex ist in der Lage, das körpereigene Opioid-System zu aktivieren, in dem schmerzlindernde Botenstoffe hergestellt werden können, und alle an der Hervorrufung von Schmerzen beteiligten Hirnzentren zu beruhigen. Joachim Bauer fügt hinzu: „Er hat außerdem Zugriff auf die Angst- und Stresszentren des Gehirns und über Letztere auch Einfluss auf das Immunsystem. Auch das Belohnungssystem mit den dort ausgeschütteten Gesundheits- und Wohlfühlbotenstoffen gehört zu seinem Einflussbereich.“</p>
<p>Worte und Prozeduren, die biologische Abläufe in Gang setzen, müssen nicht unbedingt heilbar sein, sie können auch krank machen. Wie viel Heilpotenzial wird verschenkt, weil Pflegekräfte und Ärzte sich keine Zeit nehmen – oder sich die Zeit aufgrund der ihnen zugemuteten Arbeitsbedingungen gar nicht nehmen können –, das fachlich Gute, was sie für ihre Patienten tun, mit einem dazugehörenden Mindestmaß an Kommunikation zu begleiten? Aber nicht nur der Mangel, auch ungeschickt adressierte Mitteilungen können ungute Wirkungen auf den Patienten haben. Quelle: „Selbststeuerung“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/kommunikation-ist-in-der-medizin-ein-entscheidender-heilfaktor.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Menschen sind auf die Gemeinschaft angewiesen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-menschen-sind-auf-die-gemeinschaft-angewiesen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-menschen-sind-auf-die-gemeinschaft-angewiesen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2019 07:26:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2034</guid>

					<description><![CDATA[Die Menschen existieren von Anfang an nur in einer Gemeinschaft oder in Bezug auf sie, da sie evolutionär auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Thomas Fischer erläutert: „Ihre Gemeinschaft funktioniert aber nicht wie ein Heringsschwarm, sondern beruht auf individuellem Ich-Bewusstsein und Empathie. Dies setzt ununterbrochenes Beobachten, Prüfen und Deuten der jeweils anderen voraus.“ Das direkte oder indirekte, unmittelbare oder vorgestellte Betrachten der anderen und das Überprüfen, welche Einstellungen, Gefühle und Forderungen diese gegenüber dem Beobachtenden haben, nehmen einen außerordentlich breiten Raum des spezifisch menschlichen Lebens ein. Erst in Lagen existenzieller Bedrohung –&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Menschen existieren von Anfang an nur in einer Gemeinschaft oder in Bezug auf sie, da sie evolutionär auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Thomas Fischer erläutert: „Ihre Gemeinschaft funktioniert aber nicht wie ein Heringsschwarm, sondern beruht auf individuellem Ich-Bewusstsein und Empathie. Dies setzt ununterbrochenes Beobachten, Prüfen und Deuten der jeweils anderen voraus.“ Das direkte oder indirekte, unmittelbare oder vorgestellte Betrachten der anderen und das Überprüfen, welche Einstellungen, Gefühle und Forderungen diese gegenüber dem Beobachtenden haben, nehmen einen außerordentlich breiten Raum des spezifisch menschlichen Lebens ein. Erst in Lagen existenzieller Bedrohung – Hungersnot, Folter, Konzentrationslager – bricht das System empathischer Kommunikation zusammen. Das ist einer der Gründe, warum in der Ausbildung zum Krieg extrem hoher Wert auf eine formale Außenleitung (Gehorsam) und der Einübung von blinder Kameradschaft gelegt wird. Thomas Fischer war bis 2017 Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. <span id="more-2034"></span></p>
<p><strong>Die Kommunikation verändert die kommunizierenden Personen</strong></p>
<p>Von entscheidender Bedeutung ist die Fähigkeit zur Kommunikation über abstrakte Zeichen, also über Sprache. Anders als der Alltagsjargon behauptet, enthält sprachliche Kommunikation ja nie „unmittelbaren“ Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken. Sie formt diese vielmehr in überaus komplexen Abstraktionen zu Zeichen, die zugleich allgemein und besonders sind, das Allgemein-Fremde wie das Individuell-Eigene symbolisieren. Sie verändern Innen- und Außenwelt des Sprechenden gleichermaßen.</p>
<p>Thomas Fischer erklärt: „Sprache ist also, wie jedes Symbol, keineswegs (nur) ein äußeres „Werkzeug“ des Bewusstseins, sondern enthält zahlreiche produktive Anteile, die von aktiven Verarbeitungen bewusster und unbewusster Art, Gefühlen, Erinnerungskonstruktionen, Intentionen und Motiven getragen werden und umgekehrt Einwirkungen derselben Art aufnehmen, deuten, verstehen und bewerten muss.“ Auch insoweit gilt also, dass der Prozess der Kommunikation selbst deren Inhalt mitbestimmt und die kommunizierenden Personen verändert.</p>
<p><strong>Die Moral ist keineswegs friedlich oder konstruktiv</strong></p>
<p>Moral ist, was bei der Normativität des Alltags herauskommt: ein mehr oder weniger buntes System von Werten, Anforderungen, Zumutungen, Erwartungen und Beurteilungen. Moral entspringt, soweit man das beurteilen kann, nicht einer „Seele“ des Menschen, sondern seinem wirklichen Leben. Sie spiegelt es wieder und ändert sich mit ihm; ist daher auch weder zufällig noch inhaltlich vorbestimmt, wenn man von wenigen Grundstrukturen absieht, welche die gemeinsame Existenz betreffen und daher zumindest außerordentlich nach an der „Natur“ angesiedelt sind.</p>
<p>Dazu zählen Fürsorge, Mitleid, Zuneigung, Rache. Aus der Sicht des Strafrechts sind das Bedürfnis und die Fähigkeit zum Motiv der Rache besonders wichtig. Moral ist keineswegs im Ursprung oder ihrer Natur nach konstruktiv, friedlich oder angenehm. Die disqualifizierende Beschreibung einer Handlung als „unmoralisch“ ist eine alltagssprachliche Ungenauigkeit, die eigentlich meint, eine Handlung oder Einstellung zeuge von einer „schlechten“ Moral. Es gibt praktisch keine Verhaltensweisen, Einstellungen oder Handlungen, die in verschiedenen Epochen, Situationen, Kulturen stets und übereinstimmend als moralisch begrüßenswert oder umgekehrt als moralische minderwertig angesehen wurden. Quelle: „Über das Strafen“ von Thomas Fischer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-menschen-sind-auf-die-gemeinschaft-angewiesen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jede Art von Kommunikation ist auf Normen angewiesen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jede-art-von-kommunikation-ist-auf-normen-angewiesen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/jede-art-von-kommunikation-ist-auf-normen-angewiesen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 09:51:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.psychologie-guide.de/?p=1616</guid>

					<description><![CDATA[Nun ist die Existenz von Gefühlsnormen unvermeidlich, wenn Menschen in Gesellschaften zusammenleben. Denn jede Art von Kommunikation ist auf Normen angewiesen. Problematisch wird es allerdings, wenn Menschen sich ihres Vorhandenseins nicht bewusst sind und es zum Konflikt zwischen inneren und äußeren Vorstellungen kommt. Ulrich Schnabel erläutert: „Dann erleben wir uns als emotional zerrissen und leiden darunter, dass Anspruch und Realität unseres Gefühlslebens massiv auseinander klaffen.“ Nirgendwo wird das deutlicher als in der Liebe, die als Herzens- oder Himmelsmacht hochgehalten wird und von Klischees, Vorstellungen und Idealen nur so umstellt sind.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist die Existenz von Gefühlsnormen unvermeidlich, wenn Menschen in Gesellschaften zusammenleben. Denn jede Art von Kommunikation ist auf Normen angewiesen. Problematisch wird es allerdings, wenn Menschen sich ihres Vorhandenseins nicht bewusst sind und es zum Konflikt zwischen inneren und äußeren Vorstellungen kommt. Ulrich Schnabel erläutert: „Dann erleben wir uns als emotional zerrissen und leiden darunter, dass Anspruch und Realität unseres Gefühlslebens massiv auseinander klaffen.“ Nirgendwo wird das deutlicher als in der Liebe, die als Herzens- oder Himmelsmacht hochgehalten wird und von Klischees, Vorstellungen und Idealen nur so umstellt sind. Alle Menschen stehen unter dem Einfluss jener Bilder und Geschichten, die das kollektive Gedächtnis dazu gesammelt hat: Romeo und Julia, Aschenputtel und der Märchenprinz, Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in „Casablanca“ … Ulrich Schnabel ist Wissenschaftsredakteur der Wochenzeitung „Zeit“ und Autor mehrerer erfolgreicher Sachbücher. <span id="more-1616"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen folgen regelrechten Drehbüchern der Liebe</strong></p>
<p>Glaubt man dem amerikanischen Psychologen und Psychiater Robert Sternberg, dann folgen Menschen sogar regelrechten Drehbüchern der Liebe. Nachdem er Hunderte von Paaren befragt hatte, kam Robert Sternberg zu dem Schluss, dass sich die jeweiligen Liebesvorstellungen in typische Genres einordnen ließen: Die einen verstünden die Liebe als Märchen, in der ein edler Prinz auf eine edle Prinzessin trifft; andere begriffen die Liebe eher als Geschäftsbeziehung, in der Aufwand und Ertrag verrechnet würden.</p>
<p>Wieder andere versuchten das Paarleben als Theaterstück, als romantische Schnulze oder als ästhetisches Gesamtkunstwerk zu gestalten. Denn aus all den Geschichten, Filmen und Büchern, die Menschen hören, sehen und lesen, destillieren sie Robert Sternberg zufolge im Laufe der Zeit ihr eigenes Skript der Liebe, das sie dann möglichst perfekt umzusetzen versuchen. Und je besser die jeweiligen Drehbücher zweier Partner zusammen passten, umso größer seien die Chancen auf eine dauerhafte Beziehung.</p>
<p><strong>Das Thema „Liebe“ ist sehr facettenreich</strong></p>
<p>Der deutsche Soziologe und Journalist Christian Schuldt geht sogar so weit, den Massenmedien einen „regelrechten Bildungsauftrag“ in Sachen Liebe zuzuschreiben. Ebenso wie die Medien über die aktuelle Nachrichtenlage informieren, würden sie den Menschen auch die aktuelle Liebeslage vor Augen führen und Standards schaffen, an denen sich Liebende orientieren können – und müssen. Serien wie „Sex and the City“ oder „The Bachelor“ sowie die Talk- und Kuppelshows vermitteln jene Normen und Vorbilder, an denen sich viele Menschen in Bett und Beziehung orientieren.</p>
<p>Dabei ist das Thema „Liebe“ in der Realität viel facettenreicher, als es die mediale Zurichtung glauben macht. Unter dem Stichwort Liebe versammeln sich schließlich alle möglichen Gefühlsregungen: vom schwärmerischen Verliebtsein bis zum platonischen Gleichklang, von der rasenden Leidenschaft bis zum ruhigen Glück eines alten Paares – gar nicht zu reden von all den Zwischenstufen, die das Leben mit sich bringt, von der mit Zweifeln durchsetzten Leidenschaft, dem unglücklichen Verliebtsein oder der Langeweile in der Vertrautheit. Quelle: „Was kostet ein Lächeln?“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/jede-art-von-kommunikation-ist-auf-normen-angewiesen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ärger mit dem Partner gehört zum Alltag in einer Beziehung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/aerger-mit-dem-partner-gehoert-zum-alltag-in-einer-beziehung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/aerger-mit-dem-partner-gehoert-zum-alltag-in-einer-beziehung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2015 01:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.psychologie-guide.de/?p=715</guid>

					<description><![CDATA[Wenn Paare, der Beziehung schon sehr lange gehalten hat, immer wieder streiten, ist das noch lange kein Grund, dass sich die Partnerschaft dem Ende zuneigt, im Gegenteil. Die regelmäßige Auseinandersetzung ist vielmehr ein gutes Zeichen. Solche Ehen halten lange. Immer wieder vom Partner genervt zu sein, beweist schließlich, dass sich beide noch längst nicht gleichgültig sind. Mann und Frau empfinden immerhin noch Gefühle füreinander, auch wenn es momentan gerade ziemlich negative Emotionen sind. Es erfordert ja einen ziemlichen Aufwand, sich über den Partner zu ärgern und sich dann auch noch&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Paare, der Beziehung schon sehr lange gehalten hat, immer wieder streiten, ist das noch lange kein Grund, dass sich die Partnerschaft dem Ende zuneigt, im Gegenteil. Die regelmäßige Auseinandersetzung ist vielmehr ein gutes Zeichen. Solche Ehen halten lange. Immer wieder vom Partner genervt zu sein, beweist schließlich, dass sich beide noch längst nicht gleichgültig sind. Mann und Frau empfinden immerhin noch Gefühle füreinander, auch wenn es momentan gerade ziemlich negative Emotionen sind. Es erfordert ja einen ziemlichen Aufwand, sich über den Partner zu ärgern und sich dann auch noch mit ihm auseinanderzusetzen. Wäre einem der andere egal, würde man die Energie zum Streit ja gar nicht mehr aufbringen. Die roten Alarmleuchten für eine Partnerschaft sollten also erst dann angehen, wenn aus einer lautstarken Beziehung eine leise wird und sich keiner mehr über den anderen aufregt. <span id="more-715"></span></p>
<p><strong>Die schlimmsten Waffen sind wüste Beleidigungen</strong></p>
<p>Wer einander so gleichgültig ist, dass ihn die Macken und fremden Ansichten des Partners nicht mehr stören, hat sich emotional längst aus der Beziehung verabschiedet. Bei einem Streit ist allerdings darauf zu achten, dass die gegenseitige Zerfleischung nicht zum Dauerzustand wird. Auch ist es der Gesundheit zuträglicher, nicht bei jedem nichtigen Anlass bis aufs Blut zu streiten. Denn der dauernde Kampf zwischen Paaren schlägt sich schließlich im Körper nieder; jeder Konflikt hinterlässt seine hässlichen Spuren.</p>
<p>Bei einer Auseinandersetzung kommt es allerdings sehr darauf an, wie man streitet. Es geht dabei schlicht darum, den anderen im Konflikt zu entwerten und trotzdem andere Meinungen gelten zu lassen. Idealtypisch heißt das Sätze zu verwenden wie: „Liebling, ich sehe das zwar ausnahmsweise anders als du, aber ich liebe dich trotzdem.“ Die schlimmsten Waffen im Beziehungskampf sind neben wüsten Beleidigungen hingegen Generalisierungen, die mit „nie hörst du …“, „immer machst du …“ oder „ständig glaubst du …“ beginnen.</p>
<p><strong>Verachtung und Abscheu führt zwangsläufig zur Scheidung</strong></p>
<p>Die Psychologen John Gottmann und Robert Levenson von der Universität Berkeley haben herausgefunden, dass sich Paare dann früh trennen, wenn sie einander ständig kritisieren, sich bei  der kleinsten Kritik gleich in eine Abwehrhaltung begeben und weder die Ansichten noch die Gefühle des Partners an sich heranlassen. Der wichtigste Unterschied zu den Paaren, die lange zusammenblieben, war jedoch ihr Verhalten im Streit. Zwar lassen sich negative Gefühle, Wut und Ärger im Konflikt kaum vermeiden.</p>
<p>Bei den Streitenden, die sich in den nächsten Jahren scheiden ließen, waren jedoch nur noch Verachtung und Abscheu füreinander zu erkennen und keine milden, ausgleichenden Worte mehr im Sprachrepertoire. Die liebenswerte Seite an ihrem Partner konnten diese Menschen schon lange nicht mehr wahrnehmen. Der chronische Streit war eher der immer wieder genutzte Anlass, den anderen erneut herabzusetzen und fertigzumachen. Auf Dauer verbindender wirkt, anzusprechen, welches Verhalten am Partner stört, und darüber zu reden, was man vermisst und was verletzt. Quelle: Süddeutsche Zeitung</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/aerger-mit-dem-partner-gehoert-zum-alltag-in-einer-beziehung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frieda Fromm-Reichmann stellt ihre Form der Psychotherapie vor</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-psychotherapie-der-frieda-fromm-reichmann.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-psychotherapie-der-frieda-fromm-reichmann.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 02:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=4480</guid>

					<description><![CDATA[Frieda Fromm-Reichmann kommt aus der orthodoxen Schule der Psychoanalyse und arbeitete ursprünglich genau nach den Richtlinschlichere Form der seelenärztlichen Kur erzwingt, bei der ein wirklicher Austausch der Gefühle und eine echte Kommunikation möglich sind. Im psychoanalytischen Verfahren eines Sigmund Freud war der Arzt nach wie vor das Subjekt, der Patient in der Regel das Objekt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Frieda Fromm-Reichmann kommt aus der orthodoxen Schule der Psychoanalyse. Im psychoanalytischen Verfahren eines Sigmund Freud war der Arzt nach wie vor das Subjekt, der Patient in der Regel das Objekt. Frieda Fromm-Reichmann ging es vor allem darum zu ihren Patienten ein enges und intimes Arbeitsverhältnis zu entwickeln. Beim Schizophrenen kann man sich nicht wie beim neurotischen Analysanden in der Therapie auf verbale Äußerungen stützen, da dieser mitunter sehr wortkarg ist und sich hinter kryptischen Satzgebilden versteckt. <span id="more-153"></span></p>
<p><strong>Angsterfüllte Patienten möchten in der Isolation bleiben</strong></p>
<p>Manchmal ändern die Schizophrenen ihre Sprechweise auch so ab, dass sich nur noch ein Wortsalat oder Kauderwelsch entsteht, das scheinbar keinen Sinn ergibt. Daher ist der Therapeut bei ihm darauf angewiesen, die nichtsprachlichen Kommunikationen ganz genau zu beobachten, etwas die Mimik, die Gestik, die Haltung sowie die Bewegungen. Sehr oft agiert der psychotische Patient laut Frieda Fromm-Reichmann damit seine innere Not. Zum Reflektieren muss er durch die Therapie erzogen werden.</p>
<p>Die Aktionen der Schizophrenen können Tics, Stereotypien, Wutausbrüche, Destruktivitäten, Selbstbeschmutzung und vieles mehr sein, die auf den Arzt im ersten Moment abstoßend oder erschreckend wirken können. Frieda Fromm-Reichmann hat es verstanden, dass es sich hierbei um Manöver des Widerstands des angsterfüllten Patienten handelt, der in seiner Isolation bleiben möchte, weil er Sozialkontakte seit seiner Kindheit als bedrohlich, schädigend und frustrierend erlebt hat.</p>
<p>Für Frieda Fromm-Reichmann ist klar, dass der Patient in einer gewaltigen Zwickmühle lebt, der sich auf der einen Seite nach Nähe und lebendiger Entfaltung sehnt, sich aber auf der anderen Seite beides fast mit tödlicher Angst fürchtet. Sie schreibt: „Der Arzt, der die Symptome des Patienten bekämpft, ist Gegenstand seiner freundlichen Gefühle, insofern er damit der Genesungstendenz des Patienten entgegenkommt. Gleichzeitig klammert sich der Patient aber an seine Symptome wegen ihrer Abwehrfunktion. Dadurch wird der Psychotherapeut dann wieder zum Objekt der Feindseligkeit, da seine ärztlichen Bemühungen darauf abzielen, den Patienten dieser seiner Schutzwehr zu berauben.“</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Frieda Fromm-Reichmann</strong></p>
<p>Frieda Fromm-Reichmann wurde am 23. Oktober 1889 in Königsberg geboren. Sie studierte in ihrer Heimatstadt Medizin und schloss das Studium 1914 ab. Nach dem Krieg ging Frieda Reichmann nach Dresden, um im Sanatorium „Weißer Hirsch“ zu arbeiten. Der Direktor hieß Johannes Heinrich Schultz, der später durch sein autogenes Training weltberühmt werden sollte. 1930 eröffnete sie in Heidelberg ein privates Sanatorium, in dem sie neurotische und psychotische Patienten behandelte. Mit ihrem Ehemann Erich Fromm gründete sie den Südwestdeutschen Studienkreis für Psychoanalyse.</p>
<p>Die Nazis vertrieben Frieda Fromm-Reichmann aus Deutschland. 1935 emigrierte sie in die USA, die ihre zweite Heimat wurde. Als „Direktor of Psychotherapy“ in Chestnut Lodge, einem Sanatorium in Maryland, widmete sie sich der Therapie von Wahnkrankheiten, also der Schizophrenie und des manisch-depressiven Irreseins. Sie starb am 28. April 1957 im Alter von 68 Jahren in Chestnut Lodge.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-psychotherapie-der-frieda-fromm-reichmann.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
