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	<title>Jugend &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Jugend lässt ihren Begierden freien Lauf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 07:23:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begierden]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Leidenschaften bezeichnet Aristoteles zum Beispiel den Zorn und die Begierde. Als Verhalten bezeichnet er Tugend und Laster. Die Lebensalter sind die Jugend, das Mannesalter und das Alter der Greise. Zu den Glücksumständen zählt Aristoteles eine adlige Herkunft, Reichtum und Macht. Über die Jugend schreibt er: „Die Jugendlichen sind ihrem Charakter nach zu Begierde disponiert ... <a title="Die Jugend lässt ihren Begierden freien Lauf" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-jugend-laesst-ihren-begierden-freien-lauf.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Jugend lässt ihren Begierden freien Lauf">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Leidenschaften bezeichnet Aristoteles zum Beispiel den Zorn und die Begierde. Als Verhalten bezeichnet er Tugend und Laster. Die Lebensalter sind die Jugend, das Mannesalter und das Alter der Greise. Zu den Glücksumständen zählt Aristoteles eine adlige Herkunft, Reichtum und Macht. Über die Jugend schreibt er: „Die Jugendlichen sind ihrem Charakter nach zu Begierde disponiert und geneigt, das zu tun, wonach ihre Begierde tendiert. Und sie sind so disponiert, dass sie von den leiblichen Begierden am ehesten der Geschlechtslust anhängen und darin unbeherrschbar sind.“ Aber hinsichtlich ihrer Begierde sind sie seiner Meinung nach leicht wandelbar und zum Überdruss geneigt. Sie begehren heftig, lassen aber schnell nach. Denn ihre Wünsch sind heftig, aber nicht so stark wie das Gefühl des Durstes oder Hungers eines Kranken. Der griechische Philosoph Aristoteles lebte von 384 bis 322 v. Chr. <span id="more-2539"></span></p>
<p><strong>Junge Menschen hoffen meistens auf eine gute Zukunft</strong></p>
<p>Ferner sind die Jugendlichen hitzig und jähzornig und bereit, ihrem Zorn zu folgen. Auch sind sie Sklaven ihres Zorns. Denn aufgrund ihres Ehrgeizes können sie es nicht ertragen, gering geachtet zu werden. Sondern sie geraten in Empörung, wenn sie sich ungerecht behandelt glauben. Mehr noch sind sie siegessüchtig, denn die Jugend trachtet nach Überlegen sein, wozu der Sieg sicherlich zählt. Auf dieses sind sie mehr aus als auf Geld. Geldgierig sind sie am wenigsten, weil sie den Mangel noch nicht kennengelernt haben.</p>
<p>Außerdem sind sie nicht schlecht gesinnt, sondern gutmütig, weil sie noch nicht viele Schlechtigkeiten gesehen haben. Aristoteles fährt fort: „Auch sind sie leichtgläubig, weil sie noch nicht häufig getäuscht worden sind. Ferner sind sie voller Hoffnungen. Denn den Zechern vergleichbar sind die jungen Leute voller Feuer.“ Dies sind die jungen Leute von Natur aus und zugleich deshalb, weil ihnen noch nicht viel misslungen ist. Sie leben meistens in der Hoffnung. Denn die Hoffnung bezieht sich auf die Zukunft, die Erinnerung aber auf das Vergangene.</p>
<p><strong>Jugendliche sind besonders tapfer</strong></p>
<p>Für die Jugend aber ist die Zukunft lang, die Vergangenheit dagegen kurz. Denn am Morgen des Lebens glaubt man, sich an nichts zu erinnern, dagegen alles zu erhoffen. Auch sind die Jugendlichen besonders tapfer. Sie sind hitzig und voll guter Hoffnung, wovon das eine sie furchtlos, das andere aber zuversichtlich macht. Niemand fürchtet sich im Zorn, und das Hoffen auf irgendein Gut ist Mut fördernd. Auch haben sie ein besonders Gefühl für die Scham.</p>
<p>Die jungen Menschen haben noch keine Ansicht gewonnen, dass etwas anderes schön sei, sondern ihre Bildung beruht allein auf dem konventionellen Gesetz. Ferner sind sie laut Aristoteles von edler Gesinnung. Denn sie sind im Leben noch nicht gedemütigt worden. Vielmehr haben sie noch keine Bekanntschaft mit den Notwendigkeiten gemacht. Und sich selbst großer Dinge würdig zu halten, ist erhabene Gesinnung. Das aber ist das Kennzeichen des Hoffnungsvollen. Quelle: „Handbuch der Menschenkenntnis“ von Georg Brunold (Hg.)</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein perfekter Körper verschafft Bewunderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2020 06:31:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielen Menschen tritt der eigene Körper als ein beherrschbares und manipulierbares Objekt entgegen. Er wird zu einem Schauplatz der Selbstversicherung. Das geschieht in einer Zeit, in der so viele Bereiche des Lebens fragil geworden sind und sich der eigenen Kontrolle entziehen. Ernst-Dieter Lantermann schreibt: „Die Gewissheit unserer Herrschaft über den Körper lässt uns die Unsicherheiten ... <a title="Ein perfekter Körper verschafft Bewunderung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-perfekter-koerper-verschafft-bewunderung.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein perfekter Körper verschafft Bewunderung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Menschen tritt der eigene Körper als ein beherrschbares und manipulierbares Objekt entgegen. Er wird zu einem Schauplatz der Selbstversicherung. Das geschieht in einer Zeit, in der so viele Bereiche des Lebens fragil geworden sind und sich der eigenen Kontrolle entziehen. Ernst-Dieter Lantermann schreibt: „Die Gewissheit unserer Herrschaft über den Körper lässt uns die Unsicherheiten leichter ertragen oder vergessen, an denen wir uns im täglichen Leben reiben. Ein perfekt aufgerüsteter Körper verschafft uns nicht nur Anerkennung und Bewunderung. Er wird auch zum Garanten unserer Selbstsicherheit und Selbstwertschätzung, unserer sozialen Identität. Ja er wird sogar zum Garanten eines mit Sinn und Energie erfüllten Lebens.“ In ihrer Streitschrift „Wir Schönheits-Junkies. Plädoyer für eine gelassene Weiblichkeit“ verweist Christian Zschirnt darauf, dass noch nie der bloßen Tatsache, im „richtigen“ Körper zu stecken, so viel Bedeutung verliehen worden sei wie heute. Ernst-Dieter Lantermann war von 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel. <span id="more-2354"></span></p>
<p><strong>Im schönen Körper findet die Jugend zu sich selbst</strong></p>
<p>Nie zuvor habe ein perfekter Körper als die Lösung aller Probleme gegolten. Heute solle er die Antwort auf Identitätskrisen, Leistungsschwächen, Selbstachtungsdefizite, Einsamkeit, Lieblosigkeit sein. All das werde verschwinden, so das große Versprechen. Wenn man erst im richtigen Körper steckt, dann  kämen auch der richtige Partner, die richtigen Freunde, der richtige Job und das richtige Leben. Für viele Menschen ist die Art und Weise, wie sie mit ihrem Körper verfahren, wie sie dessen Grenzen ausloten, ihn testen und nach eigenen Vorstellungen modellieren und optimieren, zu einer umfassenden Lebensaufgabe, zu ihrem Lebensstil geworden.</p>
<p>Und gerade jüngere Menschen fühlen sich oft nur dann anerkannt, beliebt und wertvoll, wenn es ihnen gelingt, zumindest für einige Momente so perfekt und schön auszusehen wie ihr – in der Regel medial vermitteltes – Schönheitsideal. Ernst-Dieter Lantermann erklärt: „Für sie ist nur ein schöner Körper ein guter Körper. Und nur mit einem schönen Körper finden sie zu sich selbst. Sie entdecken ihre Identität in einer Welt, die ihnen ansonsten keine Orientierungen mehr anbietet für die Entwicklung einer gefestigten sozialen Identität.</p>
<p><strong>Maximale Körperkontrolle verspricht Sicherheit</strong></p>
<p>Für andere Menschen stellt der eigene Körper zuallererst eine Gelegenheit dar, ihrem ausgeprägten Bedürfnis nach Einfluss und Kontrolle nachgehen und gerecht werden zu können. Mit einer maximalen Körperkontrolle versprechen sie sich einen Zuwachs an genereller Sicherheit ihrer Lebensführung. Diese vermittelt und sichert ihnen auch in Zeiten höchster Ungewissheiten ein hohes Vertrauen in die Gestaltbarkeit ihres Schicksals. Eine besondere Ausprägung dieser kontrollierenden Haltung dem eigenen Körper gegenüber hat in den vergangenen Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen. Dieser wurde erst durch die rasante Entwicklung digitaler Technologien möglich. Die Selbstvermessung des eigenen Körpers boomt.</p>
<p>Ernst-Dieter Lantermann erläutert: „Diese Bewegung steht gegenwärtig noch in ihren Anfängen. Aber nach den verfügbaren Zahlen kann man davon ausgehen, dass diese Art des Umgangs mit dem eigenen Körper von immer mehr Menschen als ein attraktive und im guten wie im schlechten Sinne dem Zeitgeist entsprechende Möglichkeit wahrgenommen wird, auf lustvolle, aufregende und entlastende Art und Weise ihre Unsicherheitserfahrungen in einer ungewissen und gefahrenvollen Welt zu bewältigen.“ Quelle: „Die radikalisierte Gesellschaft“ von Ernst-Dieter Lantermann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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