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	<title>Identität &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Zu starke Empathie kann zu Ich-Verlust führen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 02:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Zurücknahme statt Konfrontation, Sensibilität statt Härte, Verstehen statt Abgrenzung. Was wäre gegen solch eine empathische Anteilnahme einzuwenden? Svenja Flasspöhler erklärt: „Bei genauerem Hinsehen jedoch zeigt sich die Gefahr eines regelrechten Perspektivenverlust: Der hier geforderte aufmerksame und einfühlsame Beobachter besitzt überhaupt keine eigne Sicht der Dinge mehr, weil er aufgeht in derjenigen der anderen.“ Friedrich Nietzsche ... <a title="Zu starke Empathie kann zu Ich-Verlust führen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-empathie-und-ich-verlust.html" aria-label="Mehr Informationen über Zu starke Empathie kann zu Ich-Verlust führen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zurücknahme statt Konfrontation, Sensibilität statt Härte, Verstehen statt Abgrenzung. Was wäre gegen solch eine empathische Anteilnahme einzuwenden? Svenja Flasspöhler erklärt: „Bei genauerem Hinsehen jedoch zeigt sich die Gefahr eines regelrechten Perspektivenverlust: Der hier geforderte aufmerksame und einfühlsame Beobachter besitzt überhaupt keine eigne Sicht der Dinge mehr, weil er aufgeht in derjenigen der anderen.“ Friedrich Nietzsche hat sich in seiner Schrift „Jenseits von Gut und Böse“ mit einem solch achtsamen Typus Mensch beschäftigt, der seine Sensoren empfindsam auf die Welt ausrichtet und sein Ich dabei – so zumindest Friedrich Nietzsches These – komplett verliert. Anders gesagt: In dem Begehren, objektiv zu sein, streicht er sich selbst aus. Alles muss wahrgenommen, einfühlsam aufgenommen werden, was, wie Fritz Breithaupt in seinem Buch „Die dunklen Seiten der Empathie“ mit Bezug auf Friedrich Nietzsche formuliert, zu einer „Verdünnung des Menschen“ führt. Svenja Flasspöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins. <span id="more-6332"></span></p>
<p><strong>Es kann eben auch ein Zuviel an Einfühlung geben</strong></p>
<p>Zudem kommt es zu einer Selbstverneinung, die darin liegt, dass man sich eine eigene Position versagt. „Die Identität besteht mithin darin, keine Identität zu haben“, resümiert Fritz Brauthaupt zum Friedrich Nietzsches Ausführungen. „Der Mensch wird empathiefähig, indem er sein Ich verliert oder ablegt.“ Svenja Flasspöhler ergänzt: „Kurzum: Worauf Breithaut respektive Nietzsche hinweisen, ist die Gefahr, dass es eben auch ein Zuviel an Einfühlung geben kann.“</p>
<p>So sehr ist man beim anderen, bei dessen Sicht der Dinge, dass die Einfühlung letztlich gar keinen Erkenntnisgewinn mehr bringt. Was also tun? Wie angemessen einem anderen Menschen gegenübertreten, der einen guten, freundschaftlichen Rat braucht? Svenja Flasspöhler weiß: „In der Empathieforschung gilt eine „du-zentrierte“ Perspektive gemeinhin als die schwierigere, aber auch ethisch höherwertige.“ Susanne Schmetkamp schreibt: „Bei der du-zentrierten Perspektiveinnahme geht es darum, sich so gut wie möglich die andere Perspektive zu eigen zu machen.“</p>
<p><strong>Ein gewinnendes Gespräch lebt vom Wechselspiel der Perspektiven</strong></p>
<p>Susanne Schmetkamp fährt fort: „Dies setzt eine größere Flexibilität und Sensitivität voraus, aber auch mehr Information und Wissen.“ Sie stellt heraus, dass die Ich-Perspektive als egozentrisch gelte, die Du-Perspektive hingegen als allozentrisch, da wir uns von uns distanzieren müssen. Welchen Erkenntnisgewinn hat ein Rat, der einen Menschen in seinem aktuellen Sein nur bestätigt, weil sich der Ratgebende so weit wie nur möglich in ihn hineinversetzt?</p>
<p>Svenja Flasspöhler stellt fest: „Worum es in einem gelingenden, gewinnbringenden Gespräch unter Freunden doch vielmehr geht, ist ein Wechselspiel der Perspektiven: ein spannungsvolles Hin- und Herspringen zwischen Einfühlung und Herausforderung, zwischen Du- und Ich-Perspektive.“ Anders gesagt: Ist man wirklich an Erkenntnisgewinn und nicht nur an Selbstbestätigung interessiert, dann muss die Grundhaltung empathischer Anteilnahme vom Ratgebenden immer wieder in Richtung Ich-Perspektive überschritten werden, ohne dabei die Du-Perspektive gänzlich zu verlieren. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flasspöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen ziehen Grenzen zwischen Gruppen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Aug 2025 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppen]]></category>
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					<description><![CDATA[Man wäre schlecht beraten, die Identitätssynthese als inkohärent abzutun oder ihre Verfechter gar als unmoralisch zu verunglimpfen. Yascha Mounk erklärt: „Die neue Aufmerksamkeit für Fragen der Identität speist sich aus Wut und Enttäuschung über das Fortbestehen echter Ungerechtigkeiten. Die meisten Anhänger der Identitätssynthese wollen die Welt wirklich verbessern.“ Dennoch ist Yascha Mounk inzwischen überzeugt die ... <a title="Menschen ziehen Grenzen zwischen Gruppen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/menschen-ziehen-grenzen-zwischen-gruppen.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen ziehen Grenzen zwischen Gruppen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man wäre schlecht beraten, die Identitätssynthese als inkohärent abzutun oder ihre Verfechter gar als unmoralisch zu verunglimpfen. Yascha Mounk erklärt: „Die neue Aufmerksamkeit für Fragen der Identität speist sich aus Wut und Enttäuschung über das Fortbestehen echter Ungerechtigkeiten. Die meisten Anhänger der Identitätssynthese wollen die Welt wirklich verbessern.“ Dennoch ist Yascha Mounk inzwischen überzeugt die sich die Identitätssynthese sich als äußerst kontraproduktiv erweisen wird. Der Grund für ihren Erfolg mag zunächst verständlich, die Beweggründe ihrer Anhänger mögen aufrichtig sein. Aber auch Menschen, die es noch so gut meinen, können unbeabsichtigt echten Schaden anrichten – und der Einfluss dieser neuen Ideologie wird den Weg zu einer besseren Zukunft erschweren. Yascha Mounk ist Politikwissenschaftler und lehrt an der Johns Hopkins Universität in Baltimore. <span id="more-6213"></span></p>
<p><strong>In der eigenen Gruppe sind Menschen zu erstaunlichen Altruismus fähig</strong></p>
<p>Wie Sozialpsychologen aufgezeigt haben, scheinen Mitglieder unser Spezies einen natürlichen Hang dazu zu haben, zwischen verschiedenen Gruppen Grenzen zu ziehen. Yascha Mounk weiß: „Wenn es um Mitglieder der eigenen Gruppe geht, sind wir zu erstaunlichem Mut und Altruismus fähig. Wenn es dagegen um die Mitglieder einer anderen Gruppe geht, sind wir zu erstreckendem Gleichmut oder gar extremer Gewalt fähig.“ Jede Ideologie, die den Anspruch erhebt, die Welt zu verbessern, muss eine Vorstellung davon haben, wie man die negativen Auswirkungen solcher Konflikte verhindern oder zumindest mildern kann.</p>
<p>Während Menschen immer dazu neigen, zwischen „uns“ und „denen“ zu unterscheiden, hängt das Kriterium, wer zur Ingroup gehört und wie Mitglieder von der Outgroup behandelt werden, maßgeblich vom jeweiligen Kontext ab. Yascha Mounk erläutert: „Treffe ich auf jemanden, der einer anderen ethischen Gruppe angehört, in eine andere religiöse Gemeinschaft hineingeboren wurde und in einem anderen Teil des Landes lebt, könnte ich annehmen, dass wir keine Gemeinsamkeiten haben.“</p>
<p><strong>Rechtsextreme Ideologien sind gefährlich</strong></p>
<p>Yascha Mounk betont: „Aber ich könnte mich auch entsinnen, dass wir Landsleute sind, politische Ideale teilen, und unsere Menschlichkeit gemein haben. Nur wenn die meisten Menschen den letzteren Weg einschlagen, werden diverse Gesellschaften in der Lage sein, genügend Solidarität aufzubringen, um ihre Mitglieder mit Rücksicht und Respekt zu behandeln.“ Rechtsextreme Ideologien sind deswegen so gefährlich, weil sie Menschen davon abbringen, den Zirkel ihrer Sympathie auf diese Weise zu erweitern.</p>
<p>Indem sie bestimmte ethische und kulturelle Identitäten auf einen Sockel heben, ermutigen sie ihre Anhänger, die Rechte ihrer eigenen Gruppe über die von Außenseitern zu stellen. Über die Identitätssynthese ist Yascha Mounk deshalb so besorgt, weil sie es Menschen schwerer macht, Allianzen zu schmieden, die über die eigene Identitätsgruppe hinausgehen – Allianzen, die man braucht, um auf Dauer Stabilität, Solidarität und soziale Gerechtigkeit aufrechtzuhalten. Quelle: „Im Zeitalter der Identität“ von Yascha Mounk</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Vorurteile führen oft zu Ungerechtigkeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jul 2024 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Systematische Zeugnisungerechtigkeit entsteht nicht durch Vorurteile an sich, sondern durch jene Vorurteile, die eine Person durch die verschiedenen Dimensionen gesellschaftlichen Handelns „verfolgen“: Wirtschaft, Ausbildung, Beruf, Sexualität, Recht, Politik, Religion und so weiter. Miranda Fricker weiß: „Wenn jemand von einem solchen verfolgenden Vorurteil betroffen ist, ist er nicht nur anfällig für Zeugnisungerechtigkeit, sondern auch für viele ... <a title="Vorurteile führen oft zu Ungerechtigkeiten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/vorurteile-fuehren-oft-zu-ungerechtigkeiten.html" aria-label="Mehr Informationen über Vorurteile führen oft zu Ungerechtigkeiten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Systematische Zeugnisungerechtigkeit entsteht nicht durch Vorurteile an sich, sondern durch jene Vorurteile, die eine Person durch die verschiedenen Dimensionen gesellschaftlichen Handelns „verfolgen“: Wirtschaft, Ausbildung, Beruf, Sexualität, Recht, Politik, Religion und so weiter. Miranda Fricker weiß: „Wenn jemand von einem solchen verfolgenden Vorurteil betroffen ist, ist er nicht nur anfällig für Zeugnisungerechtigkeit, sondern auch für viele weitere Arten von Ungerechtigkeit.“ Die gängigste Art von Vorurteilen, die Menschen verfolgen, sind Vorurteile, die ihre soziale Identität betreffen. Miranda Fricker nennt sie also „Identitätsvorurteile“. Sie treten in positiver oder negativer Form auf: Ein bestimmter Aspekt der sozialen Identität kann eine positive oder negative Voreingenommenheit auslösen. Miranda Fricker ist Professorin für Philosophie an der New York University, Co-Direktorin des New York Institute für Philosophy und Honorarprofessorin an der University of Sheffield. <span id="more-5526"></span></p>
<p><strong>Zeugnisungerechtigkeiten darf man nicht bagatellisieren</strong></p>
<p>Wenn sich Identitätsvorurteile darauf auswirken, die ein Zuhörer die Glaubwürdigkeit einer Sprecherin beurteilt, ist Identitätsmacht am Werk. Miranda Fricker erklärt: „Denn in einem solchen Fall besteht der Einfluss der Identitätsvorurteile darin, dass eine Partei oder mehrere Parteien effektiv das Handeln einer anderen Partei bestimmen. Beispielsweise werden letztere daran gehindert, Wissen zu teilen, und zwar auf eine Weise, die auf gemeinsamen Vorstellungen von den beteiligten sozialen Identitäten beruht.“ </p>
<p>Eine Sprecherin erleidet Zeugnisungerechtigkeit dann und nur dann, wenn ihr aufgrund von Identitätsvorurteilen seitens des Hörers ein Glaubwürdigkeitsdefizit widerfährt. Miranda Fricker ergänzt: „Der zentrale Fall von Ungerechtigkeit im Hinblick auf Zeugenaussagen ist also ein durch Identitätsvorurteile bedingtes Glaubwürdigkeitsdefizit.“ Allerdings sind Ausnahmen denkbar: Es gibt Fälle von identitätsbedingten Glaubwürdigkeitsdefiziten, die keine systematische Zeugnisungerechtigkeit darstellen. Eine Zeugnisungerechtigkeit als zufällig einzustufen heißt nicht, sie in ethischer Hinsicht zu bagatellisieren. </p>
<p><strong>Eine Häufung zufällige Ungerechtigkeiten kann ein Leben ruinieren</strong></p>
<p>Lokal begrenze Vorurteile und die daraus resultierenden Ungerechtigkeiten können für die betroffene Person katastrophale Folgen haben, vor allem wenn sie sich regelmäßig wiederholen, sodass die Ungerechtigkeit anhaltend ist. Miranda Fricker stellt fest: „Erfolgt die Ungerechtigkeit beispielsweise im Rahmen eines – beruflichen oder sonstigen – Projekts, das für die Lebensqualität der betreffenden Person von entscheidender Bedeutung ist, kann eine Häufung von zufälligen Ungerechtigkeiten ihr Leben ruinieren.“ </p>
<p>„Anhaltend“ bezeichnet die diachrone Dimension der Schwere und Bedeutung von Zeugnisungerechtigkeit, während „systematisch“ die synchrone Dimension betrifft. Fälle von Zeugnisungerechtigkeit, die weder anhaltend noch systematisch sind, führen im Großen und Ganzen vermutlich zu keinem großen Nachteil. Miranda Fricker fügt hinzu: „Systematische Ungerechtigkeit ist allgemein anhaltend, weil die Vorstellungen von sozialer Identität, die sich in den entsprechenden „verfolgenden Vorurteilen“ widerspiegeln, im Denken der Allgemeinheit dauerhaft verankert sind.“ Miranda Fricker stellt sich außerdem die Frage, wie es dazu kommt, dass Vorurteile seitens der Zuhörer die Glaubwürdigkeit einer Sprecherin beeinträchtigen. Quelle: „Epistemische Ungerechtigkeit“ von Miranda Fricker</p>
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		<title>Die eigenen Meinungen können heilig werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen sind daran gewöhnt, sich mittels ihrer Überzeugungen, Ideen und Ideologien zu definieren. Adam Grant warnt: „Das kann zum Problem werden, wenn es uns davon abhält, unsere Meinungen zu ändern, während die Welt sich ändert und Wissen sich weiterentwickelt.“ Die eigenen Meinungen können dabei so heilig werden, dass man allein schon den Gedanken ... <a title="Die eigenen Meinungen können heilig werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adam-grant-meinungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die eigenen Meinungen können heilig werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen sind daran gewöhnt, sich mittels ihrer Überzeugungen, Ideen und Ideologien zu definieren. Adam Grant warnt: „Das kann zum Problem werden, wenn es uns davon abhält, unsere Meinungen zu ändern, während die Welt sich ändert und Wissen sich weiterentwickelt.“ Die eigenen Meinungen können dabei so heilig werden, dass man allein schon den Gedanken ablehnt, im Irrtum zu sein. Das totalitäre Ego macht sich sofort daran, Gegenargumente auszuschalten, Gegenbeweise zu unterdrücken und Lernen unmöglich zu machen. Wer man ist, sollte sich daran orientieren, was man wertschätzt, und nicht daran, was man glaubt. Werte – wie Vortrefflichkeit und Großzügigkeit, Freiheit und Fairness oder Sicherheit und Integrität – sind wünschenswerte Grundprinzipien im Leben. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. <span id="more-5489"></span></p>
<p><strong>Die besten Prognostiker durchlaufen mehrere Umdenkzyklen</strong></p>
<p>Die eigene Identität auf diese Art von Prinzipien zu gründen, befähigt Menschen, offen gegenüber den besten Möglichkeiten zu sein und diese weiterzuentwickeln. Wenn man sich über Werte statt über Meinungen definiert, erwirbt man sich die Flexibilität, eigene Praktiken angesichts neuer Beweise zu verbessern. Adam Grants Kollege Phil Tetlock vertritt die Ansicht, dass die Fähigkeit Prognosen zu erstellen, weniger eine Frage des Wissens, sondern der Art zu denken ist.</p>
<p>Der Erfolg von Prognostikern hängt in allererster Linie davon ab, wie oft sie ihre Überzeugungen aktualisieren. Die besten Prognostiker durchlaufen mehr Umdenkzyklen als die anderen. Sie besitzen die selbstsichere Demut, ihre Urteile anzuzweifeln, und die Neugier, neue Informationen zu entdecken, die sie dazu veranlassen, ihre Vorhersagen zu revidieren. Adam Grant betont: „Eine Schlüsselfrage in diesem Zusammenhang ist, wie viel Umdenken nötig ist. Obwohl das Optimum je nach Person und Situation variieren wird, können die Durchschnitte uns einen Hinweis geben.“</p>
<p><strong>Die meisten Menschen gestehen sich einen Irrtum nicht ein</strong></p>
<p>Adam Grant weiß: „Bessere Urteile erfordern nicht unbedingt Dutzende oder sogar Hunderte von Korrekturen. Nur wenige Versuche, umzudenken, können was bewirken.“ Erwähnenswert ist auch, wie ungewöhnlich dieses Level des Umdenkens ist. Wie viele Menschen können sich auch nur daran erinnern, wann sie das letzte Mal einen Irrtum eingestanden und ihre Meinungen entsprechend geändert haben? Die Journalistin Kathryn Schulz bemerkt: „Obwohl uns nur wenige Beweise ausreichen, um Schlussfolgerungen zu ziehen, reichen sie uns selten aus, um diese wieder zu revidieren.“ </p>
<p>Die besten Prognostiker zeichnet folgendes aus: Sie brennen darauf, etwas neu zu durchdenken. Sie betrachten ihre Meinungen eher als Vermutungen denn als Wahrheiten – als zu erwägende Möglichkeiten statt zu akzeptierende Fakten. Sie hinterfragen Ideen, bevor sie sie akzeptieren, und sind bereit, sich selbst noch dann weiter zu hinterfragen, nachdem sie sie akzeptiert haben. Sie suchen ständig nach neuen Informationen und besseren Beweisen – vor allem widerlegenden Beweisen. Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Durchschnitt dominiert in der Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 01:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine der faszinierendsten Eigenschaften der Natur ist nicht nur der große Unterschied zwischen den auf der Erde lebenden Tieren, sondern auch die Ähnlichkeit innerhalb der Arten. Viele Menschen sind auf der Suche nach ihrer Identität, müssen aber feststellen, dass sie als Menschen alle fast identisch sind. Bei der Auswahl geeigneter Menschen für eine bestimmte Aufgabe ... <a title="Der Durchschnitt dominiert in der Welt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-durchschnitt-dominiert-in-der-welt.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Durchschnitt dominiert in der Welt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der faszinierendsten Eigenschaften der Natur ist nicht nur der große Unterschied zwischen den auf der Erde lebenden Tieren, sondern auch die Ähnlichkeit innerhalb der Arten. Viele Menschen sind auf der Suche nach ihrer Identität, müssen aber feststellen, dass sie als Menschen alle fast identisch sind. Bei der Auswahl geeigneter Menschen für eine bestimmte Aufgabe reicht daher oft auch ein grobe Selektion aus. Denn die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Einzelnen weichen nur gering voneinander ab. Ille C. Gebeshuber stellt fest: „Und das ist nicht unbedingt schlecht, denn von der Mehrheit kaum abzuweichen, also „normal“ zu sein, ist oft ein durchaus erstrebenswerter Zustand. Wir leben also in einer Welt, in der der Durchschnitt dominiert und selbst die Außergewöhnlichsten nur gering über die Masse herausragen.“ Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien. <span id="more-5362"></span></p>
<p><strong>Im Traum entflieht man dem grauen Alltag</strong></p>
<p>Ille C. Gebeshuber schreibt: „Was viele von uns schmerzt, ist als unbeachteter Teil der Gemeinschaft zu existieren und nicht aus dem vermeintlich grauen Alltag ausbrechen zu können. Der einzige Ausweg ist der Traum. Daher erschaffen wir uns durch Helden und Götter Idole, die so sind, wie wir sein wollen.“ Das geht so weit, dass die Medien voll sind von überdurchschnittlich erfolgreichen Figuren. Sei es in Politik, Kunst oder Sport – Leitfiguren erlauben uns eine Parteinahme und somit Emotionen.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es fiktive Abenteuer, in der die Helden die unmöglichsten und gefährlichsten Abenteuer erleben, ohne auch nur einen Kratzer davonzutragen oder – schlimmer noch – ihr Make-up zu verschmieren. Ille C. Gebeshuber weiß: „Die Identität hat auch andere Folgen. So traurig es ist, muss unsere Gesellschaft nicht besonders auf die Förderung oder den Schutz einzelner Menschen achten.“ Es ist im wirtschaftlichen Interesse, dass der durchschnittliche Mensch eine hohe Mindestausbildung hat.</p>
<p><strong>Jeder Mensch kann und muss ersetzbar sein</strong></p>
<p>Aber wenn einzelne Menschen sterben oder aus anderen Gründen ausfallen, ist der gesellschaftliche Schaden begrenzt. Ille C. Gebeshuber erläutert: „Die Austauschbarkeit des Einzelnen ist für das Überleben unserer so spezialisierten Gesellschaft, die eigentlich ein Schwarm von großen und intelligenten Tieren ist, überlebensnotwendig.“ Jeder Mensch kann und muss ersetzbar sein. Die Konformität des Einzelnen wird durch Sozialinstinkte, Konditionierung und spezielle Einflussnahme sichergestellt.</p>
<p>Dies ist vor allem deswegen möglich, weil die Ähnlichkeit es erlaubt, sehr genau vorherzusagen, wie die Menschen denken, was sie benötigen und wie sie auf Einflüsse reagieren. Und wenn die Konformität nicht erreicht werden kann, stellen gesellschaftliche Schutzmechanismen in Form von Sicherheitskräften und Strafen sicher, dass unzufriedene Einzelne der Gesellschaft nicht schaden können. Ille C. Gebeshuber ergänzt: „Dazu ist es auch notwendig, gesellschaftliche Macht und das damit zusammenhängende Zerstörungspotenzial nur sorgfältig ausgewählten Individuen zu überlassen. Quelle: „Eine kurze Geschichte der Zukunft“ von Ille C. Gebeshuber</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Narrative sind Bestandteil der Identität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 01:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
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					<description><![CDATA[Geschichten erzählen ist menschlich. Man erzählt sie sich und anderen, um seine persönlichen Erfahrungen und die eigene Existenz zu interpretieren. Armin Falk ergänzt: „Sie helfen uns dabei, eine Vorstellung von Realität zu gewinnen. Ohne Geschichten sind wir nicht imstande, Sinn zu konstruieren und uns in der Lebenswelt zurechtzufinden. Sie vermitteln uns eine Begriff davon, woher ... <a title="Narrative sind Bestandteil der Identität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/narrative-sind-bestandteil-der-identitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Narrative sind Bestandteil der Identität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Geschichten erzählen ist menschlich. Man erzählt sie sich und anderen, um seine persönlichen Erfahrungen und die eigene Existenz zu interpretieren. Armin Falk ergänzt: „Sie helfen uns dabei, eine Vorstellung von Realität zu gewinnen. Ohne Geschichten sind wir nicht imstande, Sinn zu konstruieren und uns in der Lebenswelt zurechtzufinden. Sie vermitteln uns eine Begriff davon, woher wir kommen, was wir uns wünschen oder wozu wir bestimmt sind.“ Manche Persönlichkeitspsychologen beschreiben die Rolle von Narrativen deshalb als integralen Bestandteil der Identität eines Menschen. Denn die eigenen Lebensgeschichten prägen die Vorstellung davon, wer man ist. Oder anders gesagt, man ist, was man über sich erzählt. Armin Falk leitet das Institut für Verhaltensökonomik und Ungleichheit (briq). Außerdem ist er Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung, sowie Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. <span id="more-5342"></span></p>
<p><strong>Narrative können prosoziales Verhalten beeinflussen</strong></p>
<p>Dabei handelt es sich zum Beispiel um Geschichten von Aufstieg, schwerer Kindheit, widrigen Umständen oder beruflichen Erfahrungen. Diese Geschichten formen die Vorstellungen vom eigenen Selbst. Armin Falk weiß: „Geschichten spielen aber auch kulturell ein bedeutsame und prägende Rolle, als Merkmale der Vergewisserung von kultureller Identität und Zugehörigkeit. Alle Kulturen haben ihre eigenen Geschichten vom Anfang der Welt, vom Sitz der Götter, haben ihre Märchen, Sagen und Heldengeschichten.“</p>
<p>Gerade religiöse Geschichten, ihre Plots und Protagonisten kann man benutzen, um moralisch fragwürdige Dinge zu tun. Narrative spielen aber auch eine wichtige Rolle, weil sie prosoziales Verhalten beeinflussen können. Armin Falk stellt fest: „Wenn wir moralisch handeln, wägen wir immer Kosten und Nutzen miteinander ab. Einerseits schöpfen wir Befriedigung daraus, anderen zu helfen, zu kooperieren, kurzum: Gutes zu tun. Andererseits entstehen uns dabei Kosten, sei es in Form von Geld, Aufmerksamkeit oder Zeit, die wir für die gute Tat aufwenden.“</p>
<p><strong>Viele Menschen reden sich die Realität schön</strong></p>
<p>Von Schuld befreiende Geschichten setzen an beiden Seiten an. Sie können einen Menschen davon überzeugen, dass der Nutzen der moralischen Handlung in „Wahrheit“ gar nicht so groß ist. Oder dass die Kosten „unzumutbar hoch“ sind, niemand also eine solche Handlung von einem ernsthaft erwarten kann. Armin Falk erklärt: „Alle Geschichten, die uns vor uns selbst und vor anderen „gut“ aussehen lassen, obwohl wir das Falsche tun, leisten das.“ Woher kommen diese Geschichten?</p>
<p>Zum einen produziert man sie selbst, indem man die Welt um sich in einer für sich selbst vorteilhaften Weise interpretiert und deutet. Man überzeugt sich davon, dass man das Richtige tut, indem man selektiv Informationen aktualisiert und sich an sie erinnert, sich also die Realität schönredet. Armin Falk fügt hinzu: „Aber Geschichten werden auch von Politikern, Lobbyisten und Interessengruppen professionell produziert, mit dem Ziel, Deutungsschemata in die Welt zu setzen, um bestimmte Verhaltensweisen zu fördern oder zu hemmen.“ Quelle: „Warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein“ von Armin Falk</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Identität bleibt stets schützenswert</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-zugehoerigkeit-und-spiritualitaet.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2023 02:00:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Zugehörigkeit gibt einem Menschen das Gefühl, Teil von Gemeinschaften zu sein. Thomas W. Albrecht nennt Beispiele: „Dazu zählen deine Familie, dein berufliches Umfeld, dein Sportverein, deine Nachbarn und deine Mitmenschen, die Gesellschaft, in der du lebst und die gesamte Menschheit.“ Es bettet das Individuum mit seiner Identität in etwas ein, es gibt ihm einen Rahmen, ... <a title="Die Identität bleibt stets schützenswert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-zugehoerigkeit-und-spiritualitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Identität bleibt stets schützenswert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zugehörigkeit gibt einem Menschen das Gefühl, Teil von Gemeinschaften zu sein. Thomas W. Albrecht nennt Beispiele: „Dazu zählen deine Familie, dein berufliches Umfeld, dein Sportverein, deine Nachbarn und deine Mitmenschen, die Gesellschaft, in der du lebst und die gesamte Menschheit.“ Es bettet das Individuum mit seiner Identität in etwas ein, es gibt ihm einen Rahmen, in dem es mit seiner Identität Sinn stiftet. Es gibt die Antwort auf die Frage: „Für wen bin ich da?“ Die Spiritualität bezieht sich auf das Gefühl, Teil eines größeren, über die Gemeinschaft hinausgehenden Systems zu sein – einem System, das umfassend ist. Spiritualität gibt die Antwort auf die Fragen: „Um was geht es mir wirklich?“, „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-4993"></span></p>
<p><strong>Die Identität muss man vom Verhalten strikt trennen</strong></p>
<p>Die Identität eines Menschen, seine Fähigkeiten und sein Verhalten sind strikt voneinander zu trennen. Durch achtsame Sprache will man diese Trennung sicherstellen. Man will erreichen, dass, wenn man negative Kritik anbringt, dass sich diese Kritik ausschließlich auf das Verhalten einer Person bezieht. Thomas W. Albrecht betont: „Die Identität des Menschen und damit sein Würde bleiben stets schützenswert.“ Jeder sollte sich bewusst darüber sein, dass Angriffe auf die Identität eines Menschen erhebliche emotionale und mentale Auswirkungen auf diesen Menschen haben können. </p>
<p>Glaubt jemand zum Beispiel, ein Versager zu sein, weil ihm vieles nicht gelingt, wie er es gern möchte, manifestiert der Satz „Ich bin ein Versager!“ seine Identität. Thomas W. Albrecht rät: „Besser ist, sich selbst aufzumuntern.“ Das könnte beispielsweise wie folgt aussehen: „Ich bin ein wertvoller Mensch. Allen Menschen passieren Fehler und Missgeschicke. Ich überlege, was mir in meinem Leben schon alles gelungen ist und lerne daraus, wie ich das Gelingen wiederholen kann.“ </p>
<p><strong>Menschen bekommen Feedback auf ihr Verhalten</strong></p>
<p>Möchte man ein Feedback auf gutes und passendes Verhalten geben, sollte man die Identität seines Gegenübers ansprechen. Statt zu sagen „Du hast kreative Fähigkeiten“ sagt man: „Du bist ein kreativer Mensch.“ Mit Umformulierungen dieser Art versetzt man Menschen in die Lage, ihre Ressourcen stärker als bisher zu nutzen. Wo Menschen agieren, passieren Fehler. Das ist unumstritten. Jedoch ist der Begriff „Fehler“ vielleicht nicht ganz korrekt. Thomas W. Albrecht erläutert: „Es gibt keine Fehler, was wir bekommen, sind Feedbacks in Form von Ergebnissen, von Resultaten. Feedbacks auf unser Verhalten.“</p>
<p>Die Umgebung eines Menschen, dazu gehören Mensch und Natur, reagiert auf das eigene Verhalten und zeigt ihrerseits eine Antwort, ebenfalls in Form eines Verhaltens. Dieses Verhalten entspricht nicht immer dem Erwarteten oder dem Gewünschten. Wer sich mit achtsamer Sprache beschäftigt, stellt sich diese zwei Fragen: „Wie geht man mit diesem Feedback am besten um?“ „Wie kann man erreichen, dass man das Feedback erhält, das man sich wünscht?“ Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt ein Modell der neurologischen Ebenen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jul 2023 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Thomas W. Albrecht betont: „Wir können ausschließlich das Verhalten anderer Menschen beobachten. Das Verhalten ist das einzige, was wir sehen und wahrnehmen. Wir können beobachten, hören Geräusche und Sprache und fühlen Berührungen und Nähe.“ Das Modell der neurologischen Ebenen erklärt, wo die Unterschiede zwischen Identität und Verhalten liegen. Robert Dilts entwickelte sie Mitte der 1980er-Jahre. ... <a title="Es gibt ein Modell der neurologischen Ebenen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/thomas-w-albrecht-sprachebene.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt ein Modell der neurologischen Ebenen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas W. Albrecht betont: „Wir können ausschließlich das Verhalten anderer Menschen beobachten. Das Verhalten ist das einzige, was wir sehen und wahrnehmen. Wir können beobachten, hören Geräusche und Sprache und fühlen Berührungen und Nähe.“ Das Modell der neurologischen Ebenen erklärt, wo die Unterschiede zwischen Identität und Verhalten liegen. Robert Dilts entwickelte sie Mitte der 1980er-Jahre. Sie bauen aufeinander auf und beeinflussen einander. Dazu gehören erstens die Umgebung und Umwelteinflüsse, zweitens das Verhalten, drittens Ressourcen und Fähigkeiten, viertens Werte, Überzeugungen und Glaubenssätze, fünftens die Identität, sechstens die Zugehörigkeit und siebtens die Spiritualität. Die neurologischen Ebenen geben Menschen eine Struktur. Sie helfen ihnen ihre Sinneswahrnehmungen, ihr Verhalten, ihre Gedanken und damit verbundenen Denkmuster zu unterscheiden und zu verändern. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-4759"></span></p>
<p><strong>Fähigkeiten lenken die Verhaltensweisen</strong></p>
<p>Die verschiedenen Ebenen helfen einem Menschen, sich und andere besser zu verstehen und zu erkennen, was er vielleicht verändern möchte. Auf der unteren neurologischen Ebene hat man es mit der Umgebung und mit Umwelteinflüssen zu tun. Wie man sich verhält, hängt zunächst von der Situation – dem räumlichen und zeitlichen Kontext – ab, in dem man sich befindet. Im Büro verhält man sich anders als zu Hause oder beim Sport mit Freunden. Gleichzeitig achtet man auf die von einem selbst wahrgenommenen Reaktionen seines Gegenübers.</p>
<p>Jeder Mensch verfügt über bestimmte Ressourcen und Fähigkeiten. Thomas W. Albrecht erklärt: „Deine Fähigkeiten lenken deine Verhaltensweisen. Niemand würde etwas tun, zu dem er oder sie sich nicht fähig fühlt.“ Traut man sich die eine oder andere Fähigkeit nicht zu, spiegelt sich dies ebenso im eigenen Verhalten wider. Die Werte, Überzeugungen und Glaubensätze, die ein Mensch innehat, bilden die Grundlage seiner Motivation. Sie erlauben ihm, die eine oder andere Fähigkeit einzusetzen und ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. </p>
<p><strong>Die Identität spiegelt das Selbstbild wider</strong></p>
<p>Genauso kann die Anwendung einer Fähigkeit aufgrund der Überzeugungen einer Person untergraben werden. Glaubt jemand zum Beispiel, dass Draufgängertum nicht in Ordnung ist, wird er im Sport nicht sehr erfolgreich sein. Thomas W. Albrecht weiß: „Glaubst du an dich und deine Begabungen und vertraust du darauf, dann erlaubst du dir, diese Fähigkeiten einzusetzen und weiterzuentwickeln.“ Welche Verhaltensweisen in einem bestimmten Kontext als angemessen oder adäquat gelten, wird durch gemeinsame Werte, Überzeugungen und Glaubenssätze bestimmt. Diese Gesamtheit bezeichnet man als Kultur. </p>
<p>Kultur ist die Art und Weise, wie man mit sich selbst und mit anderen Menschen umgeht. Die Identität fasst das System von Überzeugungen und Werten zu einem Selbstbild zusammen. Der allgemeine Zweck, die eigene Mission wird durch das Selbstempfinden geprägt. Die Worte „Ich bin …“ gegen einen Hinweis darauf, dass jemand von seiner Identität spricht. Diese Person spricht davon, für wen sie sich hält. Thomas W. Albrecht erläutert: „Ihre Werte, Überzeugungen und Glaubenssätze, die damit verbundenen Fähigkeiten und das gezeigte Verhalten unterstützen diese Identität, sie sind die Grundlage dafür.“ Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Männer haben viel Terrain verloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 02:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Schriftsteller Stefan Zweig sagte: „Jede Widerstandsgeste ohne Risiko ist nichts als Geltungssucht.“ Heute gibt es Menschen, die jeden Trend mitmachen, weil sie das Neue grundsätzlich interessanter als das Alte finden. Tobias Haberl hat immer nur das Wahrhaftige interessiert, egal, ob es alt oder neu ist. Er ist seit Jahren elektrisiert von der Gender- und ... <a title="Männer haben viel Terrain verloren" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/tobias-haberl-trends.html" aria-label="Mehr Informationen über Männer haben viel Terrain verloren">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schriftsteller Stefan Zweig sagte: „Jede Widerstandsgeste ohne Risiko ist nichts als Geltungssucht.“ Heute gibt es Menschen, die jeden Trend mitmachen, weil sie das Neue grundsätzlich interessanter als das Alte finden. Tobias Haberl hat immer nur das Wahrhaftige interessiert, egal, ob es alt oder neu ist. Er ist seit Jahren elektrisiert von der Gender- und Identitätsdebatte, fühlt sich mal zu Recht, mal zu Unrecht angeklagt. Viele Vorwürfe gegen traditionelle Männlichkeit teilt Tobias Haberl, andere findet er überzogen. Leider wird die Debatte von vielen Selbstdarstellern geführt, die in einer Eskalationssymbiose aneinandergekettet sind. Die einen schreien: „Männer sind dominant und gewalttätig!“ Die anderen schreien zurück: „Feministinnen sind hysterisch und sehen scheiße aus!“ Tobias Haberl schreibt für das „Süddeutsche Zeitung Magazin“. Sein letztes Buch „Die große Entzauberung – Vom trügerischen Glück des heutigen Menschen“ wurde ein Bestseller. <span id="more-4324"></span></p>
<p><strong>Weiße Männer werden grundsätzlich infrage gestellt</strong></p>
<p>Was passiert, wenn sie sich gegenseitig niederbrüllen, um anschließend ihre Likes zu zählen, kann man jeden Tag auf Twitter verfolgen. Tobias Haberl schämt sich, wenn Männer Frauen abwerten und beleidigen. Er schämt sich, wenn Männer im Internet erläutern, wie man eine Frau vergewaltigt, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Zudem schämt er sich, wenn Männer verzweifelte Rückzugsgefechte führen, um längst verlorenes Terrain zurückzuerobern. </p>
<p>Denn sie begreifen nicht, dass alles eines Tages vorübergeht, auch eine tief empfundene Überzeugung von der Vormachtstellung des weißen Mannes. Und dann gibt es Momente, in denen Tobias Haberl trotzig und manchmal sauer wird. Wenn zum Beispiel jemand pauschal Stimmung gegen Männer macht, um ein paar Follower abzugreifen. Es gibt Augenblicke, in denen fühlt sich Tobias Haberl so falsch verstanden, dass er am liebsten schreien würde. Als weißer Mann wird man heute grundsätzlich infrage gestellt.</p>
<p><strong>Nur noch wenige Männer finden sich rundherum toll</strong></p>
<p>Dass Männer rundherum toll sind, finden eigentlich nur noch Gangsta-Rapper, Wladimir Putin und Zlatan Ibrahimović. In deutschen Vorständen sitzen weniger Frauen als Männer. Keine einzige deutsche Universität ist nach einer Frau benannt. Fast jeder Aspekt des menschlichen Lebens orientiert sich an männlichen Merkmalen. Tobias Haberl ist schon klar, dass er in dieser Angelegenheit auf keinen Fall das Opfer ist und dass Männerfeindlichkeit Stand heute zu „null Toten und Verletzten“ geführt hat.</p>
<p>Tobias Haberl möchte die problematischen Aspekte von Männlichkeit nicht bagatellisieren. Dazu zählen Gewalt, Missbrauch, Skrupellosigkeit, Rechte und Incels, die starke Frauen dafür verantwortlich machen, dass sie keinen Sex und auch sonst nichts auf die Reihe kriegen. Frauen, Homosexuelle und Transmenschen werden definitiv stärker diskriminiert als heterosexuelle weiße Männer. Natürlich sind Männer seit Jahrhunderten für Gewalt und Profitgier verantwortlich. Auf der anderen Seite hatten die meisten Frauen nicht die Möglichkeit, Menschen zu unterdrücken oder zu enteignen. Quelle: „Der gekränkte Mann“ von Tobias Haberl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter macht den Menschen aus</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/der-charakter-macht-den-menschen-aus.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Philosophie behandelt man die Frage „Welche Eigenschaft darf ich nicht verlieren, um weiterhin als Person zu existieren?“ unter dem Thema „personale Identität. Dabei geht es nicht um die Gruppenzugehörigkeit wie bei der Identitätspolitik. Sondern es geht darum, was einen Menschen über einen längeren Zeitraum zu derselben Person macht. Wenn sein moralischer Charakter einen ... <a title="Der Charakter macht den Menschen aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-charakter-macht-den-menschen-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter macht den Menschen aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Philosophie behandelt man die Frage „Welche Eigenschaft darf ich nicht verlieren, um weiterhin als Person zu existieren?“ unter dem Thema „personale Identität. Dabei geht es nicht um die Gruppenzugehörigkeit wie bei der Identitätspolitik. Sondern es geht darum, was einen Menschen über einen längeren Zeitraum zu derselben Person macht. Wenn sein moralischer Charakter einen Menschen als Person ausmacht, dürfte er ihn nicht verlieren, denn das käme dem Sterben gleich. Selbst wenn der Körper beispielsweise im Koma weiterexistierte. Philipp Hübl ergänzt: „Meine Arme und Beine hingegen könnte ich verlieren und wäre immer noch dieselbe Person. Nur eben mit einem veränderten Körper.“ Was also macht die Identität eines Menschen aus? Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-3658"></span></p>
<p><strong>Die personale Integrität hängt vom moralischen Charakter ab</strong></p>
<p>John Locke hat diese Frage im 17. Jahrhundert zum ersten Mal gestellt. Seitdem betrachten die meisten Philosophen mentale Eigenschaften, vor allem autobiographische Erinnerungen, als zentral für die menschliche Identität. Philosophische Laien sehen das anders. Sie machen die Identität eines Menschen an seinem Charakter, besonders an seinem moralischen Kompass fest. Denn die meisten Menschen gehen Freund- oder Liebschaften mit Menschen ein, die so sind wie sie selbst, also ihre moralischen Überzeugungen teilen.</p>
<p>Philipp Hübl fasst diese Tatsache noch allgemeiner: „Wir glauben, dass die personale Identität eines Menschen von seinem moralischen Charakter abhängt.“ Wenn Tatsachen oder Argumente dem eigenen moralischen Verhalten widersprechen, kann man auf zwei Weisen reagieren. Man kann sein Verhalten ändern oder die Welt umdeuten. Damit löst man eine kognitive Dissonanz, eine innere Unstimmigkeit, auf. Umdeuten ist oft verlockender, und zwar aus zwei Gründen.</p>
<p><strong>Die meisten Menschen wollen moralisch konsistent sein</strong></p>
<p>Zum einen steckt in der Verhaltensänderung immer auch ein Schuldeingeständnis. Zum anderen ist es einfach bequemer, unliebsame Fakten zu ignorieren oder umzudeuten, als seine Lebensweise zu ändern. Viele Menschen haben sich unbewusste Strategien angewöhnt, mit ihren Unzulänglichkeiten zu leben und kein schlechtes Gewissen zu haben. So problematisch die Neigung zur Selbsttäuschung sein mag, sie zeigt auch, dass die meisten Menschen moralisch konsistent sein wollen. Das Handeln soll in das persönliche Weltbild passen, oder wie Sigmund Freud sagt: „Wir wollen unser Ich-Ideal erhalten.“</p>
<p>Die Irrtümer, die daraus entstehen, nennen Psychologen „identitätsschützende Denkfehler“. In moralischen Fragen neigen Menschen vermutlich gerade deshalb zur Selbsttäuschung, weil sie ihre Moral als essentiell ansehen. Deshalb wollen sie sie unter allen Umständen erhalten. Experimente zur Selbsttäuschung deuten ebenfalls darauf hin, dass die Moral eines Menschen den Kern seiner Identität bildet. So hält beispielsweise die Mehrheit der Eltern ihre Kinder für intelligenter und sich selbst für gesünder als der Durchschnitt. Quelle: „Die aufgeregte Gesellschaft“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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