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	<title>Gewohnheit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Autorität gründet auf nichts als Gewohnheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 07:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autorität]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein strenger, aber gerechter Supervater ist ein Produkt der menschlichen Phantasie. Er dient als Gegenentwurf zur stets enttäuschenden Wirklichkeit. Die Qualitäten der Väter wachsen insbesondere nach ihrem Tod. Nach und nach vergisst man ihre üblen Angewohnheiten und überhöht ihre positiven Charakterzüge. Paul Verhaeghe ergänzt: „So werden sie letztlich zu Figuren, die sie in Wirklichkeit niemals waren.“ Daher heißt es nicht umsonst im Volksmund, dass man über die Toten nur Gutes sagen sollte. Ein Held muss vor allem eines sein: tot, das trägt gewaltig zur Idealisierung bei. Am auffälligsten an diesem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein strenger, aber gerechter Supervater ist ein Produkt der menschlichen Phantasie. Er dient als Gegenentwurf zur stets enttäuschenden Wirklichkeit. Die Qualitäten der Väter wachsen insbesondere nach ihrem Tod. Nach und nach vergisst man ihre üblen Angewohnheiten und überhöht ihre positiven Charakterzüge. Paul Verhaeghe ergänzt: „So werden sie letztlich zu Figuren, die sie in Wirklichkeit niemals waren.“ Daher heißt es nicht umsonst im Volksmund, dass man über die Toten nur Gutes sagen sollte. Ein Held muss vor allem eines sein: tot, das trägt gewaltig zur Idealisierung bei. Am auffälligsten an diesem Wunschtraum ist seine Überzeugungskraft. Sigmund Freud gibt dafür eine plausible Erklärung. Die meisten Menschen flüchten sich in eine Phantasiewelt, wenn die Realität unbefriedigend ist. Paul Verhaeghe lehrt als klinischer Psychologe und Psychoanalytiker an der Universität Gent. <span id="more-2436"></span></p>
<p><strong>Recht und Unrecht unterscheiden sich nach Ort und Zeit</strong></p>
<p>Blaise Pascal, einer der brillantesten Denker Frankreichs stellt in seinem bekanntesten Werk „Pensées“, Gedanken, die Frage nach der Essenz des Rechts. Seine Antwort ist bis heute so schockierend wie erfrischend: Die Abgrenzung von Recht und Unrecht unterscheidet sich je nach Ort und Zeit; es gibt keine mystische Basis für Autorität, im Gegenteil sie basiert allein aus Gewohnheit: „Alles wankt mit der Zeit, die Gewohnheit macht alle Billigkeit dadurch, dass sie angenommen ist, das ist der geheimnisvolle Grund ihres Ansehens.“</p>
<p>Blaise Pascal fährt fort: „Wer sie auf ihr Prinzip zurückführt, vernichtet sie. Nichts ist so fehlerhaft wie die Gesetze, welche die Fehler gut machen; wer ihnen gehorcht, weil sie gerecht sind, gehorcht der Gerechtigkeit, die er sich einbildet, aber nicht dem Wesen des Gesetzes, es ist ganz in sich selbst gesammelt, es ist Gesetz und weiter nichts.“ Blaise Pascal macht hier Schluss mit dem Prinzip „streng, aber gerecht“, Schluss mit dem göttlichen Gesetz. Wer sich auf die Suche nach dem Ursprung von Recht und Autorität macht, um sie damit zu begründen, den erwartet laut Blaise Pascal eine herbe Enttäuschung.</p>
<p><strong>Die Suche nach ihrem Ursprung untergräbt die Autorität</strong></p>
<p>Es gibt seiner Meinung nach nichts zu begründen, denn je mehr man den Grund sucht, desto flüchtiger wird er. Blaise Pascal schreibt, dass eine Suche nach dem Ursprung die sicherste Art sei, Autorität zu untergraben. Der französische Denker kommt zu folgender Schlussfolgerung: „Diese Wahrheit – Autorität gründet auf nichts als Gewohnheit – sollte man besser nicht im gemeinen Volk verbreiten. Die braven Leute lässt man besser in ihrem Wahn, man lässt sie lieber in dem Glauben an das Authentische und Ewige des Gesetzes, das ist für alle am besten.“</p>
<p>Das ist im Grunde schon das, was später Paternalismus genannt wird. Nach dem Motto „Vater weiß es besser“ oder „Ich will nur dein Bestes“. Blaise Pascals Gedanke zeugt für Paul Verhaeghe von seltener Klarheit. Denn seit Menschengedenken ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass Autorität von einer göttlichen Instanz abgeleitet wird. Menschen schreiben Autorität einer vergöttlichten Figur zu; dann leiten sie ihre eigene Autorität aus dieser selbst erdachten Figur ab. Diesen Zirkelschluss findet man sowohl in den ältesten wie den bekanntesten Gesetzen wieder. Quelle: „Autorität und Verantwortung“ von Paul Verhaeghe</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gewohnheiten haben zu Unrecht ein schlechtes Image</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2016 07:46:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute wird sehr vieles schnell zur Sucht erklärt. Dabei handelt es sich oft um Gewohnheiten. Und die haben zu Unrecht ein schlechtes Image. Denn ohne Gewohnheiten müsste man selbst die kleinste und unbedeutendste Handlung planen und analysieren. Das würde den Alltag enorm komplizieren. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man. Gewohnheiten sind zutiefst menschlich. Erst sie ermöglichen kluge Gedanken und zügiges Arbeiten. Indem vieles von wie selbst läuft, gewinnt das menschliche Gehirn Zeit, sich größeren Fragen zu widmen. Professorin Nicole Calakos von Duke-Universität (USA) erklärt: „Wir schalten dann quasi auf&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wird sehr vieles schnell zur Sucht erklärt. Dabei handelt es sich oft um Gewohnheiten. Und die haben zu Unrecht ein schlechtes Image. Denn ohne Gewohnheiten müsste man selbst die kleinste und unbedeutendste Handlung planen und analysieren. Das würde den Alltag enorm komplizieren. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man. Gewohnheiten sind zutiefst menschlich. Erst sie ermöglichen kluge Gedanken und zügiges Arbeiten. Indem vieles von wie selbst läuft, gewinnt das menschliche Gehirn Zeit, sich größeren Fragen zu widmen. Professorin Nicole Calakos von Duke-Universität (USA) erklärt: „Wir schalten dann quasi auf Autopilot.“ Eine gute Gewohnheit ist wie ein Flugticket zum nächsten Zwischenziel. Dennoch spricht man öfter von schlechten als von guten Gewohnheiten. Professor Christian Lüscher, Neuronenwissenschaftler an der Uni Genf, erläutert: „Menschen sprechen oft schon von Sucht, wenn sie mal ein paar Stück Schokolade essen.“ <span id="more-1517"></span></p>
<p><strong>Eine Sucht führt zu Gesundheitsschäden oder zu Einschränkungen der Lebensqualität</strong></p>
<p>Experten wie Christian Lüscher finden, dass der Begriff Sucht heute zu inflationär verwendet wird. Sie halten das, was andere als solche bezeichnen, schlicht für eine ausgewachsene Gewohnheit. Doch wer immer wieder auf sein Smartphone starrt, gilt schnell als Handy-süchtig, wer Süßigkeiten liebt, als Zucker-abhängig. Diese Sichtweise tut allen unrecht: denen, die gerne ihrer Gewohnheit frönen, ohne ihr verfallen zu sein. Und denen, die tatsächlich an einer Sucht leiden. Christian Lüscher erläutert: „Wenn der Zwang, etwas zu nehmen oder etwas zu tun, so stark ist, dass man Gesundheitsschäden oder Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf nimmt, dann ist es eine Sucht.“</p>
<p>Wenn die Beziehung auf der Kippe steht, weil der Partner nur noch im Internet surft. Oder wenn jemand haufenweise Süßes isst, obwohl der Arzt bereits ernsthafte Gewichtsprobleme diagnostiziert hat. Dann deutet dies auf eine Sucht hin. Dabei läuft das Belohnungssystem im Gehirn aus dem Ruder. Jedes Mal, wenn man eine Droge nimmt oder eine angenehme Handlung ausführt, wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Die Folge: ein Hochgefühl, das man so oft wie möglich erleben will.</p>
<p><strong>Schlechte Gewohnheiten kann jeder mit etwas Mühe selbst ablegen</strong></p>
<p>Für Gewohnheiten spielen hingegen eher die Basalganglien unter der Großhirnrinde eine wichtige Rolle. Sie sind an vielen automatisch ablaufenden Aktionen beteiligt und erzeugen – vereinfacht gesagt – zwei Signale: ein Stopp- und ein Los-Signal. Hat ein Mensch eine Handlung ausgeführt und hat sie sich gut angefühlt, wiederholt er sie wahrscheinlich. Nach und nach hinterlässt die wiederholte Handlung Spuren im Gehirn, man hat sie sich eingeprägt. Jetzt kann sie im Autopilot ablaufen.</p>
<p>Bei einer Sucht oder einem Zwang brauchen Betroffene Hilfe. Schlechte Gewohnheiten kann jeder mit etwas Mühe selbst ablegen. Professor Judson Brewer von der Yale School of Medicine in New Haven (USA) erforscht, das das Training der Achtsamkeit dabei hilft: „Es geht darum, neugierig das Gefühl zu beobachten, das man bekommt, wenn man sich etwa nach einem Stück Schokolade sehnt.“ Das Ziel: dieses Gefühl erkennen und sehen, dass man es aushalten kann, dass es verebbt – selbst wenn man ihm nicht nachgibt. Quelle: Apotheken Umschau</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gute Gewohnheiten prägen ein gutes Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 05:38:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewohnheiten sind der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung und Lebensgestaltung. Clemens Sedmak erklärt: „Ein gutes Leben ist ein solches, in dem man gute Gewohnheiten etabliert hat.“ Ähnlich wie man von Basisgütern eines guten Lebens spricht, könnte man von grundlegenden Gewohnheiten sprechen, wie etwa das frühe Aufstehen. Basisgewohnheiten sollen persönliches Wachstum ermögliche, verstanden als Weg zur Reife im Sinne eines wohlgeformten Charakters – mit den Elementen: gefestigte, einzigartige, integre Persönlichkeit. Die Einzigartigkeit ergibt sich aus der Realisierung de je einzigartigen Gaben; die Gefestigtheit hat mit stabilen Gewohnheiten zu tun; Integrität bedeutet: Aufrichtigkeit,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gewohnheiten sind der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung und Lebensgestaltung. Clemens Sedmak erklärt: „Ein gutes Leben ist ein solches, in dem man gute Gewohnheiten etabliert hat.“ Ähnlich wie man von Basisgütern eines guten Lebens spricht, könnte man von grundlegenden Gewohnheiten sprechen, wie etwa das frühe Aufstehen. Basisgewohnheiten sollen persönliches Wachstum ermögliche, verstanden als Weg zur Reife im Sinne eines wohlgeformten Charakters – mit den Elementen: gefestigte, einzigartige, integre Persönlichkeit. Die Einzigartigkeit ergibt sich aus der Realisierung de je einzigartigen Gaben; die Gefestigtheit hat mit stabilen Gewohnheiten zu tun; Integrität bedeutet: Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit, Respekt – die ernsthafte und aufrichtige Anstrengung, mit respektvollem Blick auf andere aus dem eigenen Leben etwas zu machen. Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat unter anderen Tätigkeiten eine Professur am Londoner King´s College inne. <span id="more-1432"></span></p>
<p><strong>Gewohnheiten können sich im sozialen Umfeld niederschlagen</strong></p>
<p>Wer sich um Wachstum hin zu einer gefestigten Persönlichkeit bemüht, wird bei den Gewohnheiten ansetzen. Denn Gewohnheiten sind das Fundament einer Lebensform. Ein Grundsatz lautet: Schau auf die Gewohnheiten eines Menschen, und die wirst seine geistliche Reife erkennen. Gewohnheiten haben ganz offensichtlich auch ein soziales und politisches Gesicht. Das bedeutet zum einen, dass sie sich, von einzelnen Menschen ausgehend, im sozialen Umfeld niederschlagen und in weiterer Folge auch politisch relevant werden.</p>
<p>Zum anderen können Institutionen und politische Kontexte der Nährboden für die Ausbildung von Gewohnheiten sein. Clemens Sedmak erklärt: „Die Reform von Institutionen kann deswegen durchaus plausiblerweise bei einer Reform der Gewohnheiten ansetzen.“ Untersuchungen zum sozialen Gesicht von Gewohnheiten sind eng mit dem Namen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu verbunden; er hat dargestellt, wie Gewohnheiten und sozialer Status miteinander verbunden sind.</p>
<p><strong>Gewohnheiten wirken sich auf die Umwelt aus</strong></p>
<p>Clemens Sedmak erläutert: „Mit sozialem Aufstieg verändern sich auch die Geschmacksgewohnheiten; dabei versteht Bourdieu unter Gewohnheiten Systeme dauerhafter Dispositionen, die von der sozialen Klasse, in die man hineingeboren wird, mitgegeben werden, auf informelle Weise. Dadurch entwickelt sich ein bestimmter Habitus, der zu einem bestimmten Stil und auch zu bestimmen Geschmacksurteilen führt. Der Habitus führt zu bestimmten Wahrnehmungen, Erwartungen und Praktiken.“</p>
<p>Auch die Gewohnheiten der Wahrnehmung und des Denkens entstehen auf sozialem Grund. Es ist für Clemens Sedmak durchaus eine soziale Frage, welche Gewohnheiten als schlechte empfunden werden. Dies hat sich allerdings im Laufe der Geschichte der Zivilisation verschoben. Zudem wirken sich unser Gewohnheiten auf die Umwelt und das soziale Umfeld aus, haben Konsequenzen für die Menschen, mit denen wir leben. So können beispielsweise materialistische Werte zu umweltschädlichen Gewohnheiten führen, die auf Dauer den Planten bedrohen. Quelle: „Jeder Tag hat viele Leben“ von Clemens Sedmak</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Neue Gewohnheiten lassen keine Ausnahme zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jul 2016 09:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Der amerikanische Psychologe William James schrieb im Jahr 1877 eine kurze Abhandlung mit dem Titel „Gewohnheit“. Darin heißt es: „Wenn man versucht, ein anständiges Leben zu führen, soll man sein Nervensystem zu seinem Verbündeten und nicht zu seinem Gegner machen. Es empfiehlt sich, bestimmte Gewohnheiten so tief in sich zu verankern, dass sie zu einem unwillkürlichen Instinkt werden.“ Wer eine neue Gewohnheit annehmen will, sollte dies mit größtmöglicher Entschlossenheit anpacken. Außerdem soll man den Beginn einer neuen Gewohnheit zu einem bedeutenden Ereignis in seinem Leben machen. Dann darf man keine&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Psychologe William James schrieb im Jahr 1877 eine kurze Abhandlung mit dem Titel „Gewohnheit“. Darin heißt es: „Wenn man versucht, ein anständiges Leben zu führen, soll man sein Nervensystem zu seinem Verbündeten und nicht zu seinem Gegner machen. Es empfiehlt sich, bestimmte Gewohnheiten so tief in sich zu verankern, dass sie zu einem unwillkürlichen Instinkt werden.“ Wer eine neue Gewohnheit annehmen will, sollte dies mit größtmöglicher Entschlossenheit anpacken. Außerdem soll man den Beginn einer neuen Gewohnheit zu einem bedeutenden Ereignis in seinem Leben machen. Dann darf man keine Ausnahme machen, bis die Gewohnheit zu einem festen Bestandteil des Alltagslebens geworden ist. Denn ein kleiner Patzer macht viele edle Akte der Selbstbeherrschung zunichte. Anschließend soll man jede Gelegenheit nutzen, um die Gewohnheit zu schulen. <span id="more-1419"></span></p>
<p><strong>Der Charakter ist die Gesamtheit fest verankerter Dispositionen</strong></p>
<p>William James vertrat zudem die Auffassung, dass man seine Selbstdisziplin jeden Tag auch ohne äußeren Anlass üben und dabei frei wählbare Regeln befolgen soll. William James erklärt: „Ein Asketentum dieser Art gleicht der Versicherung, die ein Mensch für sein Hab und Gut bezahlt. Die Steuer bringt ihm zurzeit nichts ein und wird sich vielleicht niemals bezahlt machen. Aber wenn ein Feuer ausbricht, wird ihn der Umstand, dass er sie bezahlt hat, vor dem Ruin retten. William James wollte Methoden aufzeigen, wie man seinem Charakter dauerhaft ein bestimmtes Gepräge geben kann.</p>
<p>Der Charakter ist für den amerikanischen Rechtsprofessor Anthony T. Kronman eine Gesamtheit fest verankerter Dispositionen – gewohnheitsmäßiger Gefühle und Begierden. Das ist eine weitgehende aristokratische Vorstellung. Wenn man nur moralisch gut handelt, wird man irgendwann zu einem guten Menschen. Wenn man sein Verhalten verändert, programmiert man über kurz oder lang sein Gehirn um. In der Kultur der Zeit, in der William James lebte, glaubten die Menschen auch, dass körperliche Arbeit eine gute Charakterschule sei.</p>
<p><strong>Liebende wollen Opfer bringen</strong></p>
<p>Glücklicherweise haben Menschen auch eine natürliche Neigung zur Liebe, die ebenfalls ein Werkzeug zur Bildung des Charakters ist. Die liebevolle Strategie zur Charakterbildung fußt auf der Vorstellung, dass man seinen Begierden zwar nicht immer widerstehen, sie aber dadurch verändern und neu ordnen kann, indem man sich auf seine höheren Liebesobjekte konzentriert. Dazu zählen beispielsweise die Liebe zu den Kindern, die Vaterlands- und Heimatliebe sowie die Liebe zu den Armen und Geknechteten.</p>
<p>Für diese Liebesobjekte Opfer zu bringen ist zutiefst befriedigend. Es fühlt sich gut an, seinen Liebsten zu dienen. Schenken wird zu freudigem Schenken, weil man unbedingt will, dass die Menschen, die man liebt, gedeihen und das Leben erfolgreich meistern. Wer liebt, will Opfer bringen, will das Leben als ein Geschenk an andere leben. Ein Mensch, der von solchen Gefühlen durchdrungen ist, wird etwas weniger anfällig für die Sünde sein. Die Sünde lässt sich am wirkungsvollsten dadurch bekämpfen, dass man ein gütiges, liebesvolles Leben führt. Quelle: „Charakter“ von David Brooks</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gewohnheiten bergen Stärken und Schwächen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 07:48:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Neben der sozialen Dimension von Gewohnheiten ist auch eine politische anzusprechen, denn Gewohnheiten hängen auch mit dem Aspekt der Macht zusammen. Denn Gewohnheiten können aufgezwungen sein, Veränderungen von Gewohnheiten können mit Macht durchgesetzt werden. Die „Kolonisierung des Geistes“ wurde als eine tiefer gehende Form der äußeren Kolonisierung beschrieben, als eine Veränderung der Denk- und Wahrnehmungsgewohnheiten, die Menschen in den kolonisierten Ländern dazu brachte, von sich selbst minderwertig zu denken. Ähnlich beschreibt der französische Soziologe Etienne Renault das Phänomen, dass Menschen, die trotz Einsatz und Qualifikation keinen Arbeitsplatz finden, sich selbst&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der sozialen Dimension von Gewohnheiten ist auch eine politische anzusprechen, denn Gewohnheiten hängen auch mit dem Aspekt der Macht zusammen. Denn Gewohnheiten können aufgezwungen sein, Veränderungen von Gewohnheiten können mit Macht durchgesetzt werden. Die „Kolonisierung des Geistes“ wurde als eine tiefer gehende Form der äußeren Kolonisierung beschrieben, als eine Veränderung der Denk- und Wahrnehmungsgewohnheiten, die Menschen in den kolonisierten Ländern dazu brachte, von sich selbst minderwertig zu denken. Ähnlich beschreibt der französische Soziologe Etienne Renault das Phänomen, dass Menschen, die trotz Einsatz und Qualifikation keinen Arbeitsplatz finden, sich selbst daran die Schuld geben – auch das hat mit Denkgewohnheiten zu tun. Clemens Sedmak ergänzt: „Machtvoll kann aber auch in sichtbare Alltagsgewohnheiten eingegriffen werden.“  Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat neben anderen Aufgaben eine Professur am Londoner King´s College inne. <span id="more-1379"></span></p>
<p><strong>Gewohnheiten erzählen von der Geschichte eines Menschen</strong></p>
<p>Die Kulturrevolution in China richtete sich beispielsweise gegen vier Relikte: gegen alte Kultur, altes Gedankengut, aber auch alte Gebräuche und alte Gewohnheiten. Diese vier Relikte wurden systematisch vernichtet. Clemens Sedmak nennt Beispiele: „Bücher wurden verbrannt, Kleidungsstücke zerstört. Gewohnheiten ausradiert. Muschelessen galt als bürgerlich, das Tragen von Haarknoten wurde verboten.“ Unzählige Gewohnheiten wurden in China unter Druck, mit Gewalt, aus Angst verändert.</p>
<p>Gewohnheiten stehen für etwas, sind symbolisch, erzählen von einem Menschen und seiner Geschichte. Menschen gehen gewohnheitsmäßig an Orte, die sie als gut erfahren. Darin liegt eine Schwächung, aber auch eine mögliche Stärkung. Clemens Sedmak erläutert: „Die Arbeit mit Gewohnheiten ist damit stets ein Arbeiten mit Stärken wie mit Schwächen, die ineinander übergehen können – so wie eine gefestigte Gewohnheit in Abhängigkeit oder Flexibilität in Haltlosigkeit übergehen kann.“</p>
<p><strong>Gewohnheiten schaffen Ordnung</strong></p>
<p>Gewohnheiten sagen etwas über die gesamte Lebenssituation eines Menschen aus. Wenn Menschen an ihren Gewohnheiten arbeiten, arbeiten sie auch mit ihrer Geschichte, an ihrem Gedächtnis, leisten sie auch Vergangenheitsbewältigung. Menschen können mit Blick auf ihre Gewohnheiten die Frage stellen: „Was sagt diese Gewohnheit über mich?“ Søren Kierkegaard hat in seiner Darstellung des zu exklusiver und anhaltender Liebe unfähigen Don Juan den Hunger nach Neuem und die Angst vor Langeweile als Motive genannt.</p>
<p>Hier beschreibt Søren Kierkegaard einen Menschen, der „ästhetisch“ lebt und stets nach Neuem aus ist. Ein Leben ohne Gewohnheiten wird nicht paradiesisch sein; ein Leben, das nur von Gewohnheiten bestimmt ist, allerdings auch nicht. Clemens Sedmak erklärt: „Gewohnheiten strukturieren und schaffen Ordnung – und damit einen Sinn für Vertrautes, Selbstverständliches, Wiedererkennbares, Regelmäßiges. Diese Ordnung muss also auch einen Aspekt des Offenen, des Möglichen, des Neuen, des Geheimnisvollen, des Erforschbaren, des Unbekannten, des Nichtvertrauten aufweisen.“ Quelle: „Jeder Tag hat viele Leben“ von Clemens Sedmak</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gewohnheiten hinterlassen immer Spuren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 08:35:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine Ursache – große Wirkung. Die menschliche Persönlichkeit wird nach dem Modell „Steter Tropfen höhlt den Stein“ geformt. Der Autor Charles Duhigg erklärt in seinem Buch „Die Macht der Gewohnheit“: „Obwohl jede Gewohnheit für sich genommen relativ wenig bedeutet, haben die Speisen, die wir bestellen, das, was wir allabendlich unseren Kindern erzählen, ob wir sparen oder Geld ausgeben, wie oft wir Sport treiben und die Art und Weise, wie wir unsere Gedanken und Arbeitsabläufe organisieren, enorme Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Produktivität, unsere finanzielle Situation und unser Wohlbefinden.“ Clemens Sedmak&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Ursache – große Wirkung. Die menschliche Persönlichkeit wird nach dem Modell „Steter Tropfen höhlt den Stein“ geformt. Der Autor Charles Duhigg erklärt in seinem Buch „Die Macht der Gewohnheit“: „Obwohl jede Gewohnheit für sich genommen relativ wenig bedeutet, haben die Speisen, die wir bestellen, das, was wir allabendlich unseren Kindern erzählen, ob wir sparen oder Geld ausgeben, wie oft wir Sport treiben und die Art und Weise, wie wir unsere Gedanken und Arbeitsabläufe organisieren, enorme Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Produktivität, unsere finanzielle Situation und unser Wohlbefinden.“ Clemens Sedmak ergänzt: „Immer wieder dasselbe zu tun, führt dazu, dass die Spurrillen zunehmend tiefer werden, bis sie einen Weg vorgeben.“ Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat unter anderem eine Professur am Londoner King´s College inne. <span id="more-1351"></span></p>
<p><strong>Sucht ist eine Einschränkung der Selbstbestimmung</strong></p>
<p>Suchtverhalten zeigt sich als Ausdruck des extremen Endes eines Spektrums, auf dem Gewohnheiten aufgetragen werden könnten, von kleinen Wiederholungen und schwachen Eigenarten über Routinen und Rituale bis hin zu Abhängigkeiten und zwanghaftem Verhalten. Suchtverhalten hinterlässt Spuren und macht es kaum möglich, die zugedachten sozialen Rollen zu erfüllen. Clemens Sedmak erklärt: „Sucht ist grundsätzlich eine Form von Abhängigkeit und damit eine Einschränkung der Selbstbestimmung durch Zwang.“</p>
<p>Die Sucht führt zu einen Kontrollverlust und zur Ausbildung eines Verhaltensmusters, das trotz ersichtlicher Schädigungen, andere Aktivitäten vernachlässigen lässt. Dadurch wird die Idee des Lebensgleichgewichts ausgehebelt, weil sich das ganze Leben um die Sucht zu drehen beginnt. Der Körper hat gewissermaßen ein Gedächtnis und erzählt von den Gewohnheiten, die jahrelang oder jahrzehntelang gepflegt wurden, etwa auch von weniger extremen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.</p>
<p><strong>Gewohnheiten hinterlassen auch Spuren im Denken</strong></p>
<p>Der Grundstein für die Überwindung von Gewohnheiten bei der Ernährung und der Bewegung ist die Entdeckung der Freude an Bewegung und gesunder Ernährung. Es geht dabei nicht um eine Form von Leistungssport, sondern um sanftes Heranführen an alltagstaugliche Gewohnheiten. Neben den körperlichen Spuren hinterlassen Gewohnheiten auch Spuren in Wahrnehmung und Denken. Der englische Geograf Daniel Dorling hat beschrieben, dass gesellschaftliche Ungerechtigkeit sich aufgrund von Überzeugungen halten kann, die zu kollektiven Wahrnehmungen geworden sind, etwas die Auffassung, dass Gier etwas Gutes und soziale Ausgrenzung unvermeidlich sei.</p>
<p>Eine nachhaltige Veränderung wird eine Veränderung der Denkgewohnheiten, der Einstellungen sein müssen. Auch der Beruf verändert einen Menschen, wie er die Wahrnehmung verändert. Hier schleifen sich Denkgewohnheiten ein. Gewohnheiten sind Verhaltensformen, die mit einem Minimum an kognitivem Aufwand realisiert werden können. René Descartes stellt fest, dass Gewohnheiten, auch Gewohnheiten des Denkens, notwendig sind, weil Menschen nicht stets in voller Aufmerksamkeit leben können. Quelle: „Jeder Tag hat viele Leben“ von Clemens Sedmak</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Große Veränderungen können durch kleine Anfänge entstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2015 18:12:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine gute Umgebung hat eine soziale Funktion. Sehr nützlich ist vor allem eine unterstützende Gemeinschaft. Sie macht es einfacher, eine Gewohnheit zu üben, und gleichzeitig schwerer, eine Gewohnheit nicht zu pflegen. Die Einbeziehung von anderen Menschen bei einer Veränderung einer Gewohnheit ist empfehlenswert. Der Kontakt zu solchen Personen ist zu suchen, die die gewünschte Gewohnheit bereits praktizieren. Viele Menschen können sich erfahrungsgemäß auf Situationen, die sie schon im Geiste durchgespielt haben, leichter einstellen. Das Instrument der mentalen Vorwegnahme ist für die Einführung einer neuen Gewohnheit sicherlich von Nutzen. Eine Gewohnheit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gute Umgebung hat eine soziale Funktion. Sehr nützlich ist vor allem eine unterstützende Gemeinschaft. Sie macht es einfacher, eine Gewohnheit zu üben, und gleichzeitig schwerer, eine Gewohnheit nicht zu pflegen. Die Einbeziehung von anderen Menschen bei einer Veränderung einer Gewohnheit ist empfehlenswert. Der Kontakt zu solchen Personen ist zu suchen, die die gewünschte Gewohnheit bereits praktizieren. Viele Menschen können sich erfahrungsgemäß auf Situationen, die sie schon im Geiste durchgespielt haben, leichter einstellen. Das Instrument der mentalen Vorwegnahme ist für die Einführung einer neuen Gewohnheit sicherlich von Nutzen. Eine Gewohnheit ist ein Teil dessen, was das Leben und die Persönlichkeit ausmacht. Durch eine neue Gewohnheit verändern sich auch die Wahrnehmungsmuster einer Person. Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat unter anderem eine Professur am Londoner King´s College inne. <span id="more-901"></span></p>
<p><strong>Drei Faktoren verändern das Verhalten</strong></p>
<p>Motivierend wirken die mit der neuen Gewohnheit verbundenen Glücksmomente und Erfolgserlebnisse halten sie am Brennen. Die Veränderung eines Verhaltens ist auf eine Umgebung angewiesen, in der entsprechende konkrete, kleine Schritte stattfinden. BJ Fogg, Direktor des Persuasive Tech Lab der Stanford University geht davon aus, dass menschliches Verhalten langfristig durch drei Faktoren verändert werden könne: erstens durch ein Offenbarungsereignis, das also den Anstoß gibt und Klarheit schafft. Zweitens durch eine Veränderung der Umwelt und drittens durch den Beginn mit kleinen Anfängen.</p>
<p>Diese Einsichten gehen davon aus, dass kleine Schritte zu großen, nachhaltigen Veränderungen führen können, wenn sie in einen angemessenen Rahmen gesetzt werden. Die Gestaltung der Umgebung ist deswegen von großer Bedeutung. Wer eine Gewohnheit verändern möchte, muss sich also einen geeigneten, hilfreichen Rahmen schaffen. Dabei geht es um die entsprechende Infrastruktur, um das entsprechende, unterstützende soziale Umfeld, um die Gestaltung einer Alltagsstruktur, die es leicht macht, eine Gewohnheit zu pflegen.</p>
<p><strong>Regelmäßigkeit führt zu einer gewünschten Gewohnheit</strong></p>
<p>Die Umgebung ist neben dem Auslöser ein Grundaspekt einer Gewohnheit. Clemens Sedmak erklärt: „Eine Gewohnheit entsteht schließlich dadurch, dass innere Drehbücher in einer vertrauten Umgebung auf einen Auslöser hin abgespielt werden; und es liegt durchaus in unserer Macht, die Umgebung und die Verfügbarkeit des Auslösers zu beeinflussen.“ Der Blick auf die Umgebung ist nach der Suche nach einem Angelpunkt ein weiterer wichtiger Schritt im Zuge einer Lebensveränderung.</p>
<p>Die Herausforderung einer guten Gewohnheit besteht nach der Identifikation des Angelpunkts in der konsequenten Anwendung im Rahmen einer bestimmten Umgebung; eine Anwendung in Regelmäßigkeit und Wiederholung. Ein Mensch sollte es sich so leicht wie möglich machen, eine gute Gewohnheit zu verwirklichen, und es sich so schwer wie möglich machen, dies nicht zu tun. Außerdem sollte man die Ausstiegskosten erhöhen. Hilfreich ist es auch, Vorbilder zu schaffen und eine klare Abmachung und Vereinbarung zu treffen.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Für Verhaltensveränderungen benötigt man einen Angelpunkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2015 06:05:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewohnheiten sind laut Clemens Sedmak vertraute Begleiter auf dem persönlichen Lebensweg – sie sind wie ein Flussbett, in dem der Lebensstrom dahinfließt – Gewohnheiten sind Rückgrat und Halteleine. Clemens Sedmak sieht aber durchaus auch die negativen Seiten von Gewohnheiten: „Und gerade weil sie Halt geben und zur zweiten Natur werden, können Gewohnheiten auch versteinern und zu verfestigten Lebensmustern werden, aus denen wir nicht mehr auszubrechen vermögen; unmerklich nehmen sie von unserem Leben Besitz.“ Die englische Schriftstellerin Elizabeth Gaskell (1810 – 1865) hat Gewohnheiten mit Ketten verglichen, die sich im frühen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;">Gewohnheiten sind laut Clemens Sedmak vertraute Begleiter auf dem persönlichen Lebensweg – sie sind wie ein Flussbett, in dem der Lebensstrom dahinfließt – Gewohnheiten sind Rückgrat und Halteleine. Clemens Sedmak sieht aber durchaus auch die negativen Seiten von Gewohnheiten: „Und gerade weil sie Halt geben und zur zweiten Natur werden, können Gewohnheiten auch versteinern und zu verfestigten Lebensmustern werden, aus denen wir nicht mehr auszubrechen vermögen; unmerklich nehmen sie von unserem Leben Besitz.“ Die englische Schriftstellerin Elizabeth Gaskell (1810 – 1865) hat Gewohnheiten mit Ketten verglichen, die sich im frühen häuslichen Alltag herausbilden, ohne dass sich ein Kind dagegen wehren kann. Man wird, so die Idee, in einen Haushalt mit seinem Rhythmus hineingeboren, in dem sich Tag für Tag Abläufe wiederholen. Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat unter anderem eine Professur am Londoner King´s College inne.</span></p>
<p><strong>Gewohnheiten können auch zum Käfig werden</strong></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;">Die Prozesse der Gewöhnung sind tatsächlich schleichend. Hier gibt es nicht den Punkt, an dem eindeutig feststeht: Jetzt hat man sich daran gewöhnt. Clemens Sedmak erläutert: „Doch es geschieht; wir denken schließlich über das, was wir tun, oftmals gar nicht groß nach, denn die meiste Zeit tun wir das, was wir die meiste Zeit tun.“ Die Wiederholung entlastet also, kann aber auch zum Käfig werden. Selbst Burn-out hat mit der Erfahrung „Es ist immer dasselbe“ zu tun. Wiederholungen treten auf viele verschiedenen Weisen in das menschliche Leben. </span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;">Wem die Wiederholung in seinem Leben den letzten Nerv töten, für den ist es entscheidend, einen Angelpunkt zu finden – einen Punkt, an dem eine Veränderung ansetzen, an dem der sogenannte Murmeltiereffekt durchbrochen werden kann. An dem man den Vorsatz fasst, sich etwas abzugewöhnen oder sich etwa anzugewöhnen. Clemens Sedmak fügt hinzu: „Das ist schließlich der Clou von Neujahrsvorsätzen oder dem Entschluss: Du sollst dein Leben ändern. Aber an welchem Punkt?</span></p>
<p><strong>Freiheit bedeutet die Überwindung von Abhängigkeiten</strong></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;">Schon Johannes Cassian, der im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus in Palästina und Ägypten lebte, hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Er kam zum Schluss, dass es eigentlich nicht von Belang ist, an welchem Punkt man eine Veränderung von Lebensgewohnheiten beginnt, da sämtliche gewohnheitsmäßigen Fehlhaltungen der Seele miteinander zusammenhängen. Solange der moralische Kompass stimmt, also klar ist, an welchen Werten man sich orientieren will, ist die Wahl des ersten Schrittes zweitrangig. </span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;">Die Frage nach dem Angelpunkt wird zweitrangig, wenn die Richtung klar ist, der Orientierungspunkt. Clemens Sedmak erklärt: „Den Orientierungspunkt kann man entweder in einer Vorstellung gelingenden Lebens ansetzen oder negativ in Vorstellungen von „höllischen Lebensformen“, die es unbedingt zu meiden gilt.“ Hilfreiche Hinweise liefern religiöse und spirituelle Traditionen – Freiheit als Überwindung von Abhängigkeiten beispielsweise. Auf diese Weise kann man Orientierungspunkte gewinnen, einen Sinn für die Richtung, in die die Lebensveränderung gehen soll. Quelle: „Jeder Tag hat viele Leben“ von Clemens Sedmak</span></p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
<p align="center"><span style="color: #000000; font-family: Calibri; font-size: medium;"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
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