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	<title>Gerechtigkeit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Gerechtigkeit wird sehr subjektiv empfunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sich besonders kämpferisch für die Idee der Gerechtigkeit einsetzt, bemerkt selten, dass er sich damit anmaßt, die „Gewaltentrennung“ aufheben zu dürfen, was übrigens in diktatorischen Staaten oft geschieht. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Es bedeutet zu glauben, dass die selbst aufgestellten, inneren Gesetze und Regeln unzweifelhaft richtig sind, dass es in Ordnung ist, selbst Beweise für Verfehlungen zu sammeln, darüber zu richten, das Strafmaß zu bestimmen und auch gleich Strafen, Kampf- oder Rettungsaktionen umzusetzen.“ All das kann innerhalb weniger Sekunden erledigt sein und gipfelt in der Verurteilung: „Du bist total&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich besonders kämpferisch für die Idee der Gerechtigkeit einsetzt, bemerkt selten, dass er sich damit anmaßt, die „Gewaltentrennung“ aufheben zu dürfen, was übrigens in diktatorischen Staaten oft geschieht. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Es bedeutet zu glauben, dass die selbst aufgestellten, inneren Gesetze und Regeln unzweifelhaft richtig sind, dass es in Ordnung ist, selbst Beweise für Verfehlungen zu sammeln, darüber zu richten, das Strafmaß zu bestimmen und auch gleich Strafen, Kampf- oder Rettungsaktionen umzusetzen.“ All das kann innerhalb weniger Sekunden erledigt sein und gipfelt in der Verurteilung: „Du bist total ungerecht! Das ist unfair!“ Motiviert werden Kämpfende für die Gerechtigkeit von einem unerschütterlichen Gefühl samt der Gewissheit, auf dem rechten Weg zu sein, eine Art Superheldentum lebend. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-6020"></span></p>
<p><strong>Konflikte laufen meist zwischen zwei oder drei Parteien ab</strong></p>
<p>Dass Gerechtigkeit im Alltag üblicherweise eine höchst subjektive Angelegenheit ist, abhängig ausschließlich von persönlichen Definitionen, wird gern und vollständig ausgeblendet. Helga Kernstock-Redl gibt noch einen Tipp am Rand: „Konflikte laufen typischerweise zwischen zwei, meistens jedoch drei Positionen ab: der oder die Beschuldigte, die Person mit dem Opfer-Unrechtsgefühl und einer oberen Instanz, die meist vom Opfer, um Hilfe gebeten wird.“</p>
<p>Manchmal gehört die letzte Rolle zur „Jobbeschreibung“ als Eltern oder Vorgesetzte. Helga Kernstock-Redl ergänzt: „In der Diskussion wird die Schuld hin- und hergeschoben, aufgeteilt, zugewiesen, übernommen oder abgelehnt. Möglich ist übrigens auch eine Personalunion von zwei, vielleicht sogar drei Positionen.“ Dabei kann man quälend lange Schulddiskussionen in Form von „Gerichtsprozessen“ sogar mit sich allein, also in der eigenen Innenwelt austragen müssen. Helga Kernstock-Redls Erfahrung nach appellieren „obere Instanzen“ viel zu lange an die Vernunft oder bieten Scheinlösungen an.</p>
<p><strong>Zufriedenstellende Gerechtigkeit ist schwer herzustellen</strong></p>
<p>Und zwar meistens dort, wo es schon längst nur mehr um den Gerechtigkeits-Kampf geht. Man kann auch aktiv werden, ganz ohne sich auf die Erwartung „Sei du unser Schiedsrichter, unsere Rechtssprecherin!“ einzulassen. Helga Kernstock-Redl betont: „Meistens würde es auch gar nicht funktionieren, für zufriedenstellende Gerechtigkeit sorgen zu wollen, obwohl das vielleicht der ausdrückliche Wunsch der Beteiligten ist.“ Doch zu unterschiedlich sind in Wahrheit die Vorstellungen darüber.</p>
<p>Heimlich wünscht sich wohl niemand, der vor Gericht zieht, eine Rechtsprechung, sondern vielmehr eine Rechtgebung. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Nützlich ist es jedoch, die dahinterstehenden, gebrochenen Gesetze gemeinsam zu erforschen, die Wahrnehmung wieder zurechtzurücken, irgendwann zu einen Schuldausgleichsritual einzuladen oder aus dem Konflikt auszusteigen und dann einen der am Buchende von „Schuldgefühle“ vorgeschlagenen Wege zu gehen, um die Schuld- und Opfergefühle loszuwerden. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2024 02:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und Medikamenten, eingesetzt zur inneren Stabilisierung und Dämpfung der Aggressionsimpulse, die Folgen sein. Sieht ein Mensch sein Gerechtigkeitsgefühl verletzt, kämpft er mit vielen Mitteln dagegen an und fühlt sich dazu berechtigt, sich zu wehren, besonders durch&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und Medikamenten, eingesetzt zur inneren Stabilisierung und Dämpfung der Aggressionsimpulse, die Folgen sein. Sieht ein Mensch sein Gerechtigkeitsgefühl verletzt, kämpft er mit vielen Mitteln dagegen an und fühlt sich dazu berechtigt, sich zu wehren, besonders durch Vergeltung und Rache. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5763"></span></p>
<p><strong>Rächer wollen ihre moralische Integrität bewahren</strong></p>
<p>Als ungerecht wird eine Situation erlebt, in der eine Person ihre Ansprüche als zurückgewiesen empfindet, die Verantwortung dafür jedoch einer anderen Person zuschieben kann. Reinhard Haller erklärt: „Modellhaft wurde ungerechtes Verhalten in folgenden Gruppen zusammengefasst: Enttäuschung, fehlende Loyalität, Betrügen/Stehlen, unfreundliche und aggressive Behandlung, egoistisches Verhalten, Ausübung elterlicher Autorität, Willkür von Autoritätspersonen sowie parteiische Güterverteilung.“ Die Rache trifft dann nicht selten Akteure des Justizsystems, also Richter, Staats- und Rechtsanwälte oder Sachverständige.</p>
<p>Entscheidend ist, aus welcher Rolle ein ungerechtes Vorkommnis wahrgenommen wird: Aus jener des Opfers, jener des Täters oder jener des Beobachters. Reinhard Haller ergänzt: „Ist eine Person als Opfer involviert, fühlt sie sich im Selbstbild angegriffen und versucht, den Selbstwert zu schützen oder wiederherzustellen, letzteres durch Rachehandlungen.“ Als Rächer werden Personen ihr Verhalten begründen und als gerecht darstellen, wodurch sie ihre moralische Integrität bewahren wollen. Die Reaktion der Beobachter hängt von deren Beziehung zu den Opfern und von ihrem eigenen Gerechtigkeitssinn ab.</p>
<p><strong>Rückzug der Angriff sind die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten</strong></p>
<p>Als Faustregel kann gelten, dass die Bereitschaft zur Rache mit der Höhe des Gerechtigkeitsbedürfnisses korreliert und sich gegenüber dem Selbstwert reziprok verhält, das heißt, je niedriger der Selbstwert und je höher das Gerechtigkeitsbedürfnis, desto stärker das Verlangen nach Rache. Reinhard Haller fügt hinzu: „Oder anders gesagt: Je empfindlicher ein Mensch auf Ungerechtigkeit reagiert, je sensibler sein Gerechtigkeitsgefühl ausgeprägt ist, desto mehr steigt die Motivation für Rachehandlungen.“</p>
<p>Die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten lassen sich in zwei große Klassen unterteilen, nämlich in Rückzug und Angriff. Reinhard Haller erläutert: „Das Rückzugsverhalten dient dem Schutz, soll Rachehandlungen provozierendes Verhalten vermeiden, hat aber Selbstabwertung, Depressivität und Ohnmachtsgefühle zur Folge.“ Wird die Rache von einem strengen Gewissen nicht zugelassen, geraten die Betroffenen in Einsamkeit und Verbitterung, die inakzeptable Rache wird gleichsam in chronisches Gekränktsein umgewandelt. Beim Angriffsverhalten schwinden vorerst Angst und Schuld, ehe die Reaktionen vom Gutartigen ins Bösartige umschlagen, vor allem in der Rache. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gerechtigkeit zählt zu den wichtigsten Werten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die wahrscheinlich wichtigste Wurzel von Rachegefühlen und -gedanken liegt in der Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls. Dieses ist tief in der menschlichen Psyche verankert und eine wesentliche Voraussetzung für ein positives Selbstbild. Reinhard Haller erklärt: „So gehört Gerechtigkeitsempfinden zu den heikelsten psychischen Funktionen, und Gerechtigkeit gehört zu den wichtigsten menschlichen Werten.“ Sie gilt in den meisten Religionen als göttliche Eigenschaft und wird als Grundlage jedes funktionierenden Staatensystems gesehen. Platon bezeichnete sich als wichtigste aller Tugenden, da sie die drei übrigen Kardinaltugenden – Tapferkeit, Besonnenheit, Weisheit – in sich vereine und sogar Voraussetzung&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die wahrscheinlich wichtigste Wurzel von Rachegefühlen und -gedanken liegt in der Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls. Dieses ist tief in der menschlichen Psyche verankert und eine wesentliche Voraussetzung für ein positives Selbstbild. Reinhard Haller erklärt: „So gehört Gerechtigkeitsempfinden zu den heikelsten psychischen Funktionen, und Gerechtigkeit gehört zu den wichtigsten menschlichen Werten.“ Sie gilt in den meisten Religionen als göttliche Eigenschaft und wird als Grundlage jedes funktionierenden Staatensystems gesehen. Platon bezeichnete sich als wichtigste aller Tugenden, da sie die drei übrigen Kardinaltugenden – Tapferkeit, Besonnenheit, Weisheit – in sich vereine und sogar Voraussetzung für ein glückliches Leben jedes Einzelnen und aller Gemeinschaften sei. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5652"></span></p>
<p><strong>Größtmögliche Gerechtigkeit ist nur in der Demokratie erreichbar</strong></p>
<p>Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) bezeichnete Gerechtigkeit als „Tugend in vollkommener Ausprägung“ und „oberster unter den Vorzügen des Charakters“. Reinhard Haller ergänzt: „In der als Leitfaden für ein gutes Leben konzipierten Nikomachischen Ethik beschreibt er Gerechtigkeit als etwas Menschliches, welches sich auf das individuelle und gemeinschaftliche Leben beziehe. Er unterscheidet zwischen Verteilungsgerechtigkeit und jener der Wiedergutmachung und Kompensation dienenden Tauschgerechtigkeit beziehungsweise ausgleichender Gerechtigkeit.“ </p>
<p>Größtmögliche Gerechtigkeit sei aber nur in der besten Staatsform erreichbar, in der gleiche und freie Bürger sich abwechselnd regieren lassen und regieren, also in der Demokratie. Reinhard Haller stellt fest: „Gerechtigkeit kommt im aristotelischen Verständnis somit der Weisheit sehr nahe.“ Nach dem römischen Kaiser Justinian (482 – 565 n. Chr.) basiert gerechtes Handeln auf drei Säulen: Ehrenhaft leben, niemandem unrecht tun und jedem das Seine gewähren. Werden diese Prinzipien eingehalten, könnte die gesamte Menschheit zu einer „Gerechtigkeitsgemeinschaft“ werden, wie dies der deutsche Philosoph Otfried Höffe ausdrückt.</p>
<p><strong>Gerechtigkeit kann nicht mit dem Recht gleichgesetzt werden</strong></p>
<p>Wissenschaftlich wird Gerechtigkeit definiert als „Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt“. Reinhard Haller erläutert: „Gerechtigkeit, die nicht mit Recht gleichgesetzt werden kann, ist in vielen Grundgesetzen verankert und dient als übergeordnetes Leitprinzip staatlichen Handelns.“ Meist werden die Begriffe „Gerechtigkeit“ und „Fairness“ gleichsinnig verwendet, wobei Gerechtigkeit eher an die Obrigkeit gebunden ist, während der Fairness-Begriff mehr den alltäglichen Umgang meint, sei es im Handel, bei Diskussionen oder im Sport.</p>
<p>In der griechischen Mythologie, der Fundgrube für tiefenpsychologisches Gedankengut schlechthin, gibt es eine eigene Rachegottheit, die bezeichnenderweise als Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit verehrt wird. Reinhard Haller fügt hinzu: „Nemesis ist die Tochter der Nyx, der personifizierten Nacht, vor der sich selbst der Gottvater Zeus fürchtete, und des in der Unterwelt angesiedelten Erebos, des Gottes der Finsternis.“ Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gerechtigkeit hat für viele einen hohen Wert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerechtigkeit wird von manchen Menschen so verstanden: „Wenn ich etwas gebe und dafür auch das Versprochene zurückerhalte, das ist fair.“ Austauschbeziehungen und Schuldausgleich sind wichtig. Betrug bedeutet das Gegenteil dazu, etwas zu bekommen, aber nicht dafür zu geben. Helga Kernstock-Redl weiß: „Für viele ist das Streben nach dieser Form von Gerechtigkeit ein enorm hoher Wert.“ Sie leben nach der inneren Regel: „Geben und Nehmen sollen in meinem Leben in Balance sein.“ Schuldgefühle motivieren Menschen dazu, diesem Grundsatz treu zu bleiben. Es durchzieht als Grundprinzip daher viele Lebensbereiche, von großen, lebenswichtigen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerechtigkeit wird von manchen Menschen so verstanden: „Wenn ich etwas gebe und dafür auch das Versprochene zurückerhalte, das ist fair.“ Austauschbeziehungen und Schuldausgleich sind wichtig. Betrug bedeutet das Gegenteil dazu, etwas zu bekommen, aber nicht dafür zu geben. Helga Kernstock-Redl weiß: „Für viele ist das Streben nach dieser Form von Gerechtigkeit ein enorm hoher Wert.“ Sie leben nach der inneren Regel: „Geben und Nehmen sollen in meinem Leben in Balance sein.“ Schuldgefühle motivieren Menschen dazu, diesem Grundsatz treu zu bleiben. Es durchzieht als Grundprinzip daher viele Lebensbereiche, von großen, lebenswichtigen bis hinunter zum Austausch von Grüßen oder guten Wünschen. Jeder Mensch führt dabei permanent, automatisch und manchmal durchaus penibel innere Verdienst- und Schuldkonten. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5545"></span></p>
<p><strong>Schuld oder Verdienst reicht manchmal bis in die nächste Generation hinein</strong></p>
<p>Auf diesen Konten müssen sich langfristig die Ein- und Ausgänge die Waage halten, sonst entsteht Unzufriedenheit. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Immer, wenn ein Mensch etwas für den anderen tut, zahlt er sozusagen etwas auf dessen Konto ein, bei ihm selbst entsteht ein Minus, weshalb er bewusst oder unbewusst erwartet, etwas Vergleichbares, vielleicht sogar mit Zinsen, zurückzubekommen.“ Das beginnt bei Kleinigkeiten: Man grüßt jemanden. Wird der Gruß nicht erwidert, wird man früher oder später selbst aufhören zu grüßen.</p>
<p>Noch mehr spürt man das bei großen Dingen, wo man zum Beispiel einem anderen Menschen zuliebe etwas Lebensentscheidendes tut oder auf etwas verzichtet: „Wegen dir habe ich meinen Job aufgegeben. Jahrelang habe ich mich um deinen Onkel gekümmert. Immer habe ich getan, was du wolltest, sogar meine geliebte Wohnung habe ich verkauft.“ Irgendwann will die Rechnung beglichen sein. Helga Kernstock-Redl ergänzt: „Manchmal reicht eine solche Schuld oder ein Verdienst sogar in die nächste Generation hinein.“</p>
<p><strong>Durch ein inneres Ungleichgewicht entsteht ein Gefühl von Ungerechtigkeit</strong></p>
<p>Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Das alles kann offen, also ausgesprochen und schriftlich, oder verdeckt – unausgesprochen, informell, auf Basis innerer Regelungen und Erwartungen, die nicht unbedingt bekannt oder allgemein anerkannt sind – passieren.“ Je stabiler und/oder geduldiger eine Person ist, umso länger kann sie mehr geben als bekommen, ohne sich als Opfer zu fühlen, und umso länger kann sie mehr bekommen als geben, ohne sich schuldig zu fühlen.</p>
<p>Irgendwann jedoch ist für jede Person eine Grenze erreicht und sie kommt in ein inneres Ungleichgewicht. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Das Gefühl von Ungerechtigkeit entsteht. Und das ist grundsätzlich wichtig und richtig so, denn nur so verhindern wir das Ausgenutzt-Werden oder ein Ausnutzen von anderen!“ Doch auch hier gilt natürlich: Zu viel des Guten ist schlecht. Es gibt Menschen, die gar keine freudvolle Dankbarkeit fühlen können, wenn ein Geschenk oder eine andere Form der Zuwendung sofort quälende Schuldgefühle zur Folge hat. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Von Gerechtigkeit gab es lange Zeit keine Spur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2024 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Jahrmillionen entwickelt sich das Leben auf der Erde und Helga Kernstock-Redl wagt zu behaupten: „Von Gerechtigkeit oder ihr dienenden Gesetzen gab es in all dieser langen Zeit keine Spur. Nie wurden die Guten belohnt und die Bösen bestraft.“ Strafen gab es nur unter dem Aspekt des Lernens und der unmittelbaren Herstellung von Sicherheit. Wenn ein Lebewesen bedroht wird und es sich stark genug fühlt, verteidigt es sich. Das angreifende Tier erkennt: keine leichte Beute. Vielleicht lernt es aufgrund der strafenden Reaktion sogar, dass hier Gefahr droht und vermeidet einen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahrmillionen entwickelt sich das Leben auf der Erde und Helga Kernstock-Redl wagt zu behaupten: „Von Gerechtigkeit oder ihr dienenden Gesetzen gab es in all dieser langen Zeit keine Spur. Nie wurden die Guten belohnt und die Bösen bestraft.“ Strafen gab es nur unter dem Aspekt des Lernens und der unmittelbaren Herstellung von Sicherheit. Wenn ein Lebewesen bedroht wird und es sich stark genug fühlt, verteidigt es sich. Das angreifende Tier erkennt: keine leichte Beute. Vielleicht lernt es aufgrund der strafenden Reaktion sogar, dass hier Gefahr droht und vermeidet einen weiteren Angriff. Die Stärkeren gewinnen, sie verjagend die anderen von der Wasserstelle. Die Schwachen verlieren. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5469"></span></p>
<p><strong>Auch Primaten sind fürsorglich und manchmal sogar altruistisch</strong></p>
<p>„Gleiches Recht für alle“ findet man nirgends, auch keinen Hauch von „Schützt die Schwachen“ oder „Geben und Nehmen in Balance“. Kennt nur die Spezies Mensch Gerechtigkeit? Früher dachte Helga Kernstock-Redl, Tiere zeigen zwar Empathie und Fürsorge, doch keines entscheidet sich aus Gründen der Fairness dafür. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „In meiner Überzeugung, dass uns genau dieser Gerechtigkeitssinn, die Schuld- und Opfergefühle uns zutiefst menschlich machen und somit von Tieren unterscheiden, wurde ich in den letzten Jahren eines Besseren belehrt.“</p>
<p>Besonders beeindruckend sind Arbeiten des Verhaltensforschers Frans de Waal, der einen exzellenten Überblick zur Forschungslage bei Primaten bietet. Als Säugetiere kennen sie natürlich Empathie, nicht umsonst wurde das Phänomen der Spiegelneuronen erstmals an ihnen beobachtet. Helga Kernstock-Redl ergänzt: „Sie sind fürsorglich, manchmal sogar altruistisch: Frans de Waal berichtet von Bonobos, die durch die Gruppe ihrer Artgenossen laufen und Geschenke verteilen. Offenbar freuen sie sich mit, wenn andere sich freuen.“ </p>
<p><strong>Menschen regeln Gerechtigkeit durch Gesetze</strong></p>
<p>Menschen nutzen heutzutage ihre Freiheit und distanzieren sich von vielen Primaten- und Steinzeit-Bedürfnissen. Doch den Wusch nach Gerechtigkeit haben sie nicht nur behalten, sondern ihr System in den vergangenen Jahrtausenden sogar perfektioniert und in Tausenden Gesetzen verankert. Trotzdem machen sich die meisten Menschen im Alltag erstaunlich wenig Gedanken darüber, worum es dabei eigentlich geht, sobald sie sagen: „Das ist ungerecht.“ </p>
<p>Helga Kernstock-Redl weiß: „Gemeinschaften regeln Gerechtigkeit durch möglichst eindeutige und gemeinsam festgelegte Gesetze. Auch hier können hochentwickelte, sozial lebende Tiere mithalten.“ Frans de Waal beschreibt, wie sehr ihn das „Rechtssystem“ dort immer wieder aufs Neue verblüfft. Schimpansen führen offensichtlich innerlich Buch über Wohl- und Missetaten und entwickeln entsprechende Erwartungen. Die dazugehörigen Gesetze sind wie bei Menschen verinnerlicht, deshalb halten sich diese Tiere aus einer Art sozialem Pflicht- oder moralischem Ehrgefühl daran. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<item>
		<title>Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/rache-verlangt-nach-gerechtigkeit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 02:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Vergeltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken zu finden. Rache ist vielmehr ein primitiver Trieb denn ein humanes Bedürfnis – sie ist verbunden mit dem Verlangen nach Selbstwertstärkung und nach Gerechtigkeit. Daneben sind der Wunsch nach Bestrafung des Schädigers – dieser muss&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken zu finden. Rache ist vielmehr ein primitiver Trieb denn ein humanes Bedürfnis – sie ist verbunden mit dem Verlangen nach Selbstwertstärkung und nach Gerechtigkeit. Daneben sind der Wunsch nach Bestrafung des Schädigers – dieser muss büßen und soll Sühne leisten – sowie das Ziel nach eigenem Schutz durch Abschreckung von Bedeutung. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5290"></span></p>
<p><strong>Rache ist mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden</strong></p>
<p>Während eines dieser großen Motive einmal mehr und einmal weniger dominiert, sind Rachehandlungen in jeglicher Form stets mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden. Reinhard Haller erklärt: „Im Sinne der Gefühlsregulierung soll durch den Rachevollzug negative Befindlichkeit beseitigt und ein positiver Gemütszustand erreicht werden.“ Die belastenden Gefühle bestehe aus Gekränktheit, Irritationen, Ärger, Trauer, Angst, Wut, Grübelei, Schlafstörungen, Resignation und Verbitterung, permanente Gespanntheit und Aggressivität.</p>
<p>Entscheidende emotionale Motive liegen aber nicht nur im Spannungsabbau, sondern im Erreichen eines als offensichtlich sehr angenehm erlebten Gefühls, jenes der Genugtuung. Rachemotive lassen sich laut Reinhard Haller wie folgt zusammenfassen: Erstens soll Rache Ausgleich schaffen und der Gerechtigkeit Genüge tun. Zweitens soll Rache das angeschlagene Selbstwertgefühl wieder herstellen. Drittens soll Rache Schutz geben und die eigene Sicherheit gewährleisten. Viertens soll Rache den Schädiger bestrafen. Fünftens soll Rache von Irritations-, Spannungs- und Kränkungsgefühlen befreien. Sechstens soll Rache Genugtuung bringen.</p>
<p><strong>Die Rachemotive liegen nicht selten im Unbewussten</strong></p>
<p>Allerdings kann nur eine genaue Analyse von Gerechtigkeitsempfinden, Selbstwert-Problematik und Strafbedürfnis das Wesen der Rache noch besser erfassen. Reinhard Haller weiß: „Meist sind die Rachemotive bewusst, nicht selten liegen sie im Unbewussten. Oft werden sie verdrängt, sodass die Rachehandlungen aus den verschatteten Anteilen der Seele, aus den nicht erkennbaren Teilen der Tiefenpsychologie resultieren.“ Nach psychoanalytischem Verständnis will man sich mit Racheaktionen für Lieblosigkeiten, Kränkungen und Traumatisierungen in der frühen Kindheit entschädigen.</p>
<p>Dabei handelt es sich um ein erlittenes Unrecht in einer Zeit, an die man sich gar nicht mehr erinnern kann. Reinhard Haller erläutert: „So findet man die Ursache für schwere Leidenszustände wie psychosomatischen Störungen oder Angsterkrankungen in verdrängten Rachebedürfnissen. Manifeste Racheabsichten werden also vom strengen Gewissen gar nicht zugelassen und konkrete Rachepläne von vorherein ins Unbewusste verdrängt.“ Manches Mal ist Rache auch unbewusst ein stellvertretender Wiedergutmachungsversuch für Niederlagen, die gar nicht der Rächer selbst, sondern ihm nahestehende Personen erlitten haben. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder fühlt sich hin und wieder als Opfer</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-opfer-sein.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 02:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ohnmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Unrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[So manche psychische Schädigung ist die Folge einer langen Ereigniskette. Tausend einzelne, winzige Aktionen, Entscheidungen oder Zufälle haben zu einem unguten Ergebnis geführt. An jeder kleinen Kreuzung hätte es anders laufen können – ist es aber nicht. Leider. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „An einigen Punkten der Kette waren Menschen beteiligt, die möglicherweise eine echte Teilschuld tragen. Anderes wieder ist ohne jede Wahl passiert, zufällig oder in einer Notlage.“ Ist es ein Vorteil, ein „Opfer“ zu sein? Helga Kernstock-Redl schickt voraus: „Niemand kommt durchs Leben, ohne sich hin und wieder als&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So manche psychische Schädigung ist die Folge einer langen Ereigniskette. Tausend einzelne, winzige Aktionen, Entscheidungen oder Zufälle haben zu einem unguten Ergebnis geführt. An jeder kleinen Kreuzung hätte es anders laufen können – ist es aber nicht. Leider. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „An einigen Punkten der Kette waren Menschen beteiligt, die möglicherweise eine echte Teilschuld tragen. Anderes wieder ist ohne jede Wahl passiert, zufällig oder in einer Notlage.“ Ist es ein Vorteil, ein „Opfer“ zu sein? Helga Kernstock-Redl schickt voraus: „Niemand kommt durchs Leben, ohne sich hin und wieder als Opfer von Unrecht, als unschuldig geschädigt zu fühlen. Gut fühlt sich das selbstverständlich niemals an.“ Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5072"></span></p>
<p><strong>Im Internet kann David den Goliath besiegen</strong></p>
<p>Im Gegensatz zur aktivierenden Schuldempfindung wirkt das „Opfergefühl“ tendenziell eher lähmend. Das ist eine höchstbelastende Mischung aus Ungerechtigkeitsempfinden, Ohnmacht, vielleicht mit Angst und Trauer. Manchmal gesellt sich heißer Zorn dazu, der seine Kraft zur Verfügung stellt. Dann ziehen Betroffene in den Kampf um Gerechtigkeit oder Schuldausgleich. Allerdings haben sie meist eine eher schwache Position – sonst hätten sie sich vielleicht bereits vorher gegen das Unrecht wehren können – und brauchen Hilfe. </p>
<p>Helga Kernstock-Redl erläutert: „Dafür muss man natürlich das Opfergefühl veröffentlichen – in der Hoffnung, dadurch tatkräftige Unterstützung, Mitgefühl und Gerechtigkeit zu bekommen.“ Manche, zunächst aussichtslos erscheinende Kämpfe wurden auf diese Art und Weise letztendlich gewonnen. Viele Erfolge in Richtung Menschenrechte begannen zum Beispiel als kleine Strömung gegen vorherrschende Strukturen. Früher musste man dafür Straßenkämpfe ausfechten, immer mit dem Risiko, sich selbst ins Unrecht zu setzen. Heute bietet das Internet andere Wege, wie David den Goliath besiegen kann.</p>
<p><strong>Grundsätzlich ist die Opferposition für viele Menschen beängstigend</strong></p>
<p>Das einzig Gute in der Opferposition: In einer Gesellschaft, in der Gerechtigkeit als hoher Wert gilt, hat ein „anerkanntes“ Opfer Anspruch auf Mitgefühl, Hilfe, Wiedergutmachung, Entschädigung. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Oft gibt es Unterstützung durch das soziale Umfeld oder eine obere Instanz, die eine entsprechende Machtposition hat, wie zum Beispiel das Gericht.“ Rechtmäßige Opfer können und müssen selbst nichts verändern, schließlich „können sie nichts dafür.“ </p>
<p>Das empfinden manche als Vorteil, für andere wieder bedeutet das eine extreme Belastung. Ist es gefährlich, ein Opfer zu sein? Helga Kernstock-Redl antwortet: „Grundsätzlich ist die Opferposition für viele Menschen nicht nur unangenehm, sondern auch beängstigend.“ Wer will schon machtlos und auf die Hilfe anderer angewiesen sein, falls er sich zum Kampf entschließt? Diese Position birgt psychologisch und sachlich einige Gefahren. Denn immerhin veröffentlich man dadurch, dass man schwach war oder immer noch ist – und sich vielleicht auch bei neuen Bedrohungen oder Ungerechtigkeiten nicht wehren kann. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Opfergefühle sollte man vermeiden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-die-gefahr-ein-opfer-zu-sein.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 02:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer bedrohlichen Umwelt ist es eine durchaus kluge Überlegung, ein Opfergefühl zu vermeiden oder zumindest sorgfältig zu verbergen. Raubtiere wählen die Angeschlagenen. „Du Opfer!“ gebraucht man deshalb in einigen Gruppierungen als Schimpfwort. Und so manche Führungskräfte müssen Niederlagen oder Schwächen wohl tatsächlich sorgfältig verbergen, wenn sie ihre Position behalten wollen. Helga Kernstock-Redl weiß: „Einige von uns haben die Opferposition regelrecht zu fürchten gelernt und verleugnen sie, auch vor sich selbst, oft zum Preis von künstlichem Dauerärger oder einer quälenden Schuldsuche.“ Die Entstehungsgeschichte dahinter aufklären, kann helfen, Altlasten abzulegen und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer bedrohlichen Umwelt ist es eine durchaus kluge Überlegung, ein Opfergefühl zu vermeiden oder zumindest sorgfältig zu verbergen. Raubtiere wählen die Angeschlagenen. „Du Opfer!“ gebraucht man deshalb in einigen Gruppierungen als Schimpfwort. Und so manche Führungskräfte müssen Niederlagen oder Schwächen wohl tatsächlich sorgfältig verbergen, wenn sie ihre Position behalten wollen. Helga Kernstock-Redl weiß: „Einige von uns haben die Opferposition regelrecht zu fürchten gelernt und verleugnen sie, auch vor sich selbst, oft zum Preis von künstlichem Dauerärger oder einer quälenden Schuldsuche.“ Die Entstehungsgeschichte dahinter aufklären, kann helfen, Altlasten abzulegen und neue Wege zu beschreiten. Psychologisch gefährlich werden kann die chronische Belastung bei Menschen, die jahrelang keinen Weg aus diesem Gefühl herausfinden. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5216"></span></p>
<p><strong>Der Begriff der Gerechtigkeit ist vielschichtig</strong></p>
<p>Helga Kernstock-Redl erklärt: „Hierfür kennt die Psychologie den Ausdruck der „Verbitterung“, die unter Umständen das Ausmaß einer schweren, psychischen Erkrankung annehmen kann.“ Verbitterte Menschen, die laut oder nonverbal über ihr Leid klagen, landen leider manchmal in der sozialen Isolation. Manche Opfergefühle können unbegründet und trotzdem beharrlich existent sein. Doch keine Sorge: Ein Ausstieg kann in jedem Fall gelingen, sogar wenn Gerechtigkeit leider niemals hergestellt werden kann. </p>
<p>Apropos: Es ist für Helga Kernstock-Redl spannend, sich über den durchaus vielschichtigen Begriff der Gerechtigkeit ein paar Gedanken zu machen, bevor man in den nächsten Kampf um mehr Gerechtigkeit zieht. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Ein Gefühl genau daraufhin zu prüfen, kann dazu führen, dass wir die am besten passende Lösung dafür finden, um es ablegen zu können.“ Wer sich zum Beispiel ungerechtfertigt als Opfer fühlt, wird in der Realität wohl vergeblich auf Wiedergutmachung warten. </p>
<p><strong>Die Voraussetzung für eine begründete Opferrolle ist die eigene Unschuld</strong></p>
<p>Und wenn ein Mensch die Schuld bei sich sucht, obwohl er in Wahrheit das Opfer ist, ist es wenig verwunderlich, wenn das ihn nicht weiterbringt. Wer kann und muss sich mit Recht als Opfer sehen, welche Kriterien gibt es dafür? Helga Kernstock-Redl erläutert: „Die erste Voraussetzung für eine begründete Opferposition ist die eigene Unschuld.“ Falls das Unrecht, das man als Opfer erlitten hat, sehr groß ist, gilt: Eine eigene Teilschuld kann den Opferanteil verkleinern, lässt ihn jedoch nicht unbedingt vollständig erlöschen. </p>
<p>Die wirklich Hauptschuldigen bemühen sich oft, relativ geringfügige Fehler der Opfer aufzubauschen und ihnen somit möglichst intensive Schuldgefühle zu suggerieren. Helga Kernstock-Redl betont: „Damit aus einer Unschuld eine rechtmäßige Opferposition wir, ist es zusätzlich notwendig, dass tatsächlich ein Unrecht oder ein Schaden, materiell oder psychisch, zugefügt wurde.“ Daneben gilt eine Faustregel: Erst wenn Menschen von der Überzeugung, dass das Eigene das einzig Wahre ist, abrücken können, werden sie gesprächsbereit. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-keine-absolute-gerechtigkeit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2022 01:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ungerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut Hans-Otto Thomashoff wird über kurz oder lang ein entscheidender Stressfaktor für eine Gesellschaft in den Vordergrund rücken: das Thema Gerechtigkeit. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Unweigerlich reagieren wir auf Ungerechtigkeit mit Ärger, und der führt wie die Angst zu Stress. Verständlicherweise nimmt das Thema Gerechtigkeit im politischen Diskurs einen zentralen Platz ein und ist die politische Praxis bestrebt, Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu fördern.“ Weil es jedoch aufgrund unterschiedlicher Ansprüche keine absolute Gerechtigkeit geben kann, ist das Thema zugleich eine beliebte Spielwiese für politische Agitation. Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis, das&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Hans-Otto Thomashoff wird über kurz oder lang ein entscheidender Stressfaktor für eine Gesellschaft in den Vordergrund rücken: das Thema Gerechtigkeit. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Unweigerlich reagieren wir auf Ungerechtigkeit mit Ärger, und der führt wie die Angst zu Stress. Verständlicherweise nimmt das Thema Gerechtigkeit im politischen Diskurs einen zentralen Platz ein und ist die politische Praxis bestrebt, Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu fördern.“ Weil es jedoch aufgrund unterschiedlicher Ansprüche keine absolute Gerechtigkeit geben kann, ist das Thema zugleich eine beliebte Spielwiese für politische Agitation. Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis, das der Homo sapiens mit vielen höheren Tieren teilt. Ein Mensch kann also gar nicht anders, als Ungerechtigkeit unangenehm zu finden. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-3998"></span></p>
<p><strong>Über Gerechtigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen</strong></p>
<p>Viele Menschen sind sogar bereit, sich für die Gerechtigkeit anderer einzusetzen, selbst wenn sie dafür eigenen Nachteile in Kauf nehmen müssen. Das gilt nicht nur für heroische Gerechtigkeitskämpfer, sondern fast für jeden Menschen. Das Grundproblem der Gerechtigkeit besteht darin, dass das Empfinden darüber, was gerecht ist und was nicht, individuell verschieden ist, weil es vom kulturellen Umfeld und von den Vorerfahrungen des Einzelnen geprägt wird.</p>
<p>Das erschwert gesellschaftliche Gerechtigkeitsentscheidungen, besonders dann, wen Gruppen das Gefühl habe, immer zu kurz zu kommen und dafür einen Ausgleich zu verdienen. Vor allem, wer sich selbst als Opfer sieht, ist nur selten zufriedenzustellen. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Zusätzlich erschwert ein grundlegendes Missverständnis die Gerechtigkeitsdiskussionen. Wird eine leistungsunabhängige Gleichbehandlung aller gefordert, sieht das zwar auf den ersten Blick gerecht aus, doch in Wahrheit verletzt es das Gerechtigkeitsempfinden, weil Leistung und Gegenleistung nicht in einem gerechten Verhältnis zueinander stehen.“ </p>
<p><strong>Nachvollziehbare Gerechtigkeit ist kein Luxus</strong></p>
<p>Wer sich mehr einsetzt und mehr leistet, dem steht aus Sicht des Gerechtigkeitsempfindens auch mehr Belohnung zu. Eine Gleichbehandlung, die das ignoriert, wird als ungerecht empfunden, selbst wenn der Fleißige in der Lage ist, seinen Ärger hinunterzuschlucken, während der Faule insgeheim frohlockt. Weil Gerechtigkeit ein natürliches Grundbedürfnis ist, das zur Regelung des sozialen Miteinanders dient, ist nachvollziehbare Gerechtigkeit kein Luxus, sondern ein zentrales Anliegen von Politik.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sind gesellschaftliche Entwicklungen problematisch, die als ungerecht wahrgenommen werden. Denn sie führen zu aufgestautem Unmut, der über kurz oder land von Populisten instrumentalisiert wird. Gerade wenn es um das liebe Geld geht, ist die Liste der Ungerechtigkeiten und diversen Gesellschaften lang. Da sind die Unternehmen, die trotz sprudelnder Gewinne steuerfrei wirtschaften. Da ermöglichen Steueroasen und Abschreibungsposten Reichen, die Steuer legal zu umgehen. Da wird in der Politik ein Grundeinkommen für alle diskutiert, und der steuerzahlende Bürger fragt sich, wer dafür aufkommen wird. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychologisch ist die Rache sehr weit gefasst</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-definition-der-rache.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Dec 2021 02:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Ungerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Rache ist viel mehr als das, was in mehr oder weniger wissenschaftlichen Definitionen beschrieben wird. Reinhard Haller erläutert: „Vor allem psychologisch ist der Begriff wesentlich weiter zu fassen, da auch Schadenfreude, Revanche oder das, was wir als „Heimzahlen“ bezeichnen, ähnlich motiviert sind wie die eigentliche Rache.“ Rache gilt als archaische Form des Vergeltens, welche dem modernen Rechtsgedanken nicht mehr entspricht. Sie ist aber in ihren diversen Formen auch heute im menschlichen Leben so allgegenwärtig wie zu allen Zeiten. Gemeinhin wird unter Rache eine von Emotionen geleitete, persönliche Vergeltung für eine&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rache ist viel mehr als das, was in mehr oder weniger wissenschaftlichen Definitionen beschrieben wird. Reinhard Haller erläutert: „Vor allem psychologisch ist der Begriff wesentlich weiter zu fassen, da auch Schadenfreude, Revanche oder das, was wir als „Heimzahlen“ bezeichnen, ähnlich motiviert sind wie die eigentliche Rache.“ Rache gilt als archaische Form des Vergeltens, welche dem modernen Rechtsgedanken nicht mehr entspricht. Sie ist aber in ihren diversen Formen auch heute im menschlichen Leben so allgegenwärtig wie zu allen Zeiten. Gemeinhin wird unter Rache eine von Emotionen geleitete, persönliche Vergeltung für eine als böse empfundene Tat, besonders als persönlich erlittenes Unrecht, als eine Handlung, die den Ausgleich von zuvor angeblich oder tatsächlich erlittenen Ungerechtigkeit bewirken soll, verstanden. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3210"></span></p>
<p><strong>Rache reagiert auf erlittene Ungerechtigkeit</strong></p>
<p>Nach der Definition eines der bedeutendsten Racheforschers, des den Gedanken der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellende Psychologen Mario Gollwitzer, ist Rache „eine gezielte Schädigung einer oder mehrerer anderer Personen als Reaktion auf eine zuvor erlittene Ungerechtigkeit“. Eine weitere bekannte Definition der Rache stammt vom norwegisch-amerikanischen Sozialwissenschaftler und Gerechtigkeitsforscher Jon Elster. Dieser sieht in der Rache einen Versuch, „jemand anderen leiden zu lassen, wobei oft große Risiken und Kosten für sich selbst in Kauf genommen werden“. </p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Als Auslöser der Rache wird also die böse Absicht des Schädigers betrachtet, welche dem Opfer nicht nur positive Zuwendung versagt, sondern rücksichtslos dessen Kränkungsgrenze überschritten hat.“ In der Soziologie wird Rache als Reaktion auf Herabsetzung in der sozialen Wertschätzung definiert. Sie sieht in der Rache ein Gegenstück zur Dankbarkeit, welche zwar ebenso durch eine „gebende Tat“ ausgelöst werde, allerdings in die gegenteilige Richtung gehe.  </p>
<p><strong>Es gibt das Phänomen der „verschobener Rache“ </strong></p>
<p>Rache sei eine „negative Gabe, mit der auf eine negative Gabe“ geantwortet werde. Im Mittelpunkt der soziologischen Betrachtungsweise steht also der Ausgleich. Anders als mit dem deutschen Wort „Rache“, dem englischen „Revenge“ oder dem italienischen „Vendetta“ wird das Wesen der Rache mit der griechischen Bezeichnung „Ekdikese“ beschrieben. Wörtlich übersetzt heißt dies „außerhalb des Strafprozesses“. Durch Rache wird also versucht, so sagt der griechische Begriff, den Schädiger jenseits der Legalität zu bestrafen. </p>
<p>Sei es, weil die gerichtlichen Strafen als zu milde eingeschätzt werden, kein Vertrauen zur Justiz besteh oder Rache als naturgegebenes Urrecht auf Vergeltung nach einer persönlich erlittenen Schädigung oder Ungerechtigkeit betrachtet wird. Von „verschobener Rache“ spricht man, wenn sich die Rache nicht gegen jene Person richtet, die einem den Schaden zugefügt hat, sondern gegen unbeteiligte aus der Familie, dem Gesinnungskreis oder dem sonstigen Umfeld des tatsächlichen oder vermeintlichen Schädigers. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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