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	<title>Gemeinschaft &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Das Gehirn ist lebenslang lernfähig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 01:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerald Hüther weiß: „In unserem Gehirn ist nur das Allernötigste schon fest verdrahtet, wenn wir auf die Welt kommen. Wir müssen erste lernen, wie das Leben geht – am Anfang durch Versuch und Irrtum und später, indem uns andere zeigen und erklären, worauf des ankommt.“ Aber diese Anderen wissen das auch nicht immer ganz genau. Auch sie sind von Anfang an Suchende, genauso wie man selbst. Mit ihrem zeitlebens lernfähigen Gehirn können sie Erfahrungen machen, sich Wissen und Kompetenzen aneignen und Vorstellungen herausbilden, die ihnen helfen, sich im Leben zurechtzufinden.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerald Hüther weiß: „In unserem Gehirn ist nur das Allernötigste schon fest verdrahtet, wenn wir auf die Welt kommen. Wir müssen erste lernen, wie das Leben geht – am Anfang durch Versuch und Irrtum und später, indem uns andere zeigen und erklären, worauf des ankommt.“ Aber diese Anderen wissen das auch nicht immer ganz genau. Auch sie sind von Anfang an Suchende, genauso wie man selbst. Mit ihrem zeitlebens lernfähigen Gehirn können sie Erfahrungen machen, sich Wissen und Kompetenzen aneignen und Vorstellungen herausbilden, die ihnen helfen, sich im Leben zurechtzufinden. Natürlich kann sich jeder Mensch auf seiner Suche danach, worauf es im Leben ankommt, auch verirren. Und manchmal irren sich sogar die Mitglieder einer menschlichen Gemeinschaft und geraten in eine Sackgasse, werden krank und kommen um, wenn sie dort nicht wieder herausfinden. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-3887"></span></p>
<p><strong>Der Mensch ist ein soziales Wesen</strong></p>
<p>Ohne andere Menschen, die sich zumindest am Anfang um ein kleines Kind kümmern und ihm helfen, all das zu lernen, was es später braucht, um sich im Leben zurechtzufinden, würde es bald nach seiner Geburt wieder sterben. Gerald Hüther betont: „Wir sind soziale Wesen und brauchen die Gemeinschaft mit anderen. Deshalb leben alle Menschen schon immer und überall auf der Welt in sozialen Gruppen, in Familienverbänden und Sippen, in Dörfern und Städten.“</p>
<p>Auch jene Erwachsene – meist sind das Männer –, die sich als Eremiten, Aussteiger oder Abenteurer ganz allein durchzuschlagen versuchen, sind gemeinsam mit anderen aufgewachsen. Von den Mitgliedern dieser Gemeinschaften übernehmen die Heranwachsenden deren Wissen und Können, deren Vorstellungen und Überzeugungen, auch die Regeln und Rituale, und alles andere, was das Leben in dieser Gemeinschaft bestimmt und ihren Zusammenhalt gewährleistet. </p>
<p><strong>Die Gemeinschaft regelt das Verhalten</strong></p>
<p>Gerald Hüther ergänzt: „Auch herrscht in all diesen Gruppen eine weitgehende Übereinkunft darüber, worauf es im Leben ankommt, was ihre Mitglieder alles wissen und können sollten und wie sie sich zu verhalten haben.“ Wer diesen Vorstellungen entspricht, wird belohnt und in die betreffende Gemeinschaft aufgenommen. Wer ihnen nicht zu folgen bereit ist, wird bestraft und ausgeschlossen. So war es schon immer und so ist es überall auf der Welt noch heute, auch wenn es in manchen Familien inzwischen weitaus subtiler gehandhabt wird, als das noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. </p>
<p>Damals hat das Familienoberhaupt oft noch unüberhörbar zum Ausdruck gebracht, was zu tun und zu lassen war. Heute wird miteinander besprochen, wer etwas wann und wie tun sollte, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Die meisten Erwachsenen können sich gar nicht mehr vorstellen, wie schmerzhaft die Erfahrung für ein Kind ist, von jenen erwachsenen Bezugspersonen, mit denen es sich aufs Engste verbunden fühlt, zum Objekt von deren Erwartungen und Vorstellungen, Maßnahmen und Anordnungen gemacht zu werden. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder sucht einen Platz in der Gemeinschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Mar 2022 02:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Frage „Wo gehöre ich hin?“ verlangt von einem Menschen, seinen Platz in der Gemeinschaft neu zu finden. Das ist eine sehr große Herausforderung für einen Menschen, der sich sehr stark über seinen Beruf definiert hat, weil er von dort Wertschätzung und Anerkennung bezogen hat. Andreas Salcher ergänzt: „Viele klammern sich an ihre Position, selbst wenn sie jene nicht mehr erfüllt. Verlieren sie diese dann trotzdem, fühlen sie sich nicht mehr gebraucht und kämpfen mit Verbitterung.“ Alle ihre im Berufsleben erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen interessieren niemanden mehr. Nach ihnen drängt&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage „Wo gehöre ich hin?“ verlangt von einem Menschen, seinen Platz in der Gemeinschaft neu zu finden. Das ist eine sehr große Herausforderung für einen Menschen, der sich sehr stark über seinen Beruf definiert hat, weil er von dort Wertschätzung und Anerkennung bezogen hat. Andreas Salcher ergänzt: „Viele klammern sich an ihre Position, selbst wenn sie jene nicht mehr erfüllt. Verlieren sie diese dann trotzdem, fühlen sie sich nicht mehr gebraucht und kämpfen mit Verbitterung.“ Alle ihre im Berufsleben erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen interessieren niemanden mehr. Nach ihnen drängt eine Generation, die oft schon in jungen Jahren Verantwortung übernommen hat, weil sie smart, bestens ausgebildet, risikofreudig und energiegeladen ist. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-3413"></span></p>
<p><strong>Auch die zweite Lebenshälfte sollte man sinnvoll gestalten</strong></p>
<p>Das Einzige, das diesen jungen „Überfliegern“ manchmal fehlt, ist die soziale Kompetenz, um überhaupt zu erkennen, dass ihnen soziale Kompetenz fehlt. Daher nützt es wenig, sich wehmütig an die guten alten Zeiten zu erinnern und den Werteverlust der Gegenwart zu beklagen. Sondern es geht darum, die eigene Weisheit den Jüngeren so nahe zu bringen, dass sie daraus Nutzen ziehen können. Ist man schon bereit zu erkennen, dass wahre Macht aus der Fähigkeit kommt, sie mit anderen zu teilen und jene, die nachkommen, zu unterstützen, statt sie zu verhindern?</p>
<p>Andreas Salcher stellt fest: „Wer sich schon lange davor in seiner Rolle als Mentor für Jüngere wohlgefühlt hat, wird sich wesentlich leichter tun. Er konnte bereits erfahren, wie viel man zurückbekommt.“ Die Frage „Was ist mir wichtig?“ fordert von einem Menschen mit seinen Gaben und Fähigkeiten auch in der zweiten Lebenshälfte etwas Sinnvolles anzufangen. Stärke zeigt sich nicht mehr daran, woran man festhält, sondern daran, was man loslassen kann.</p>
<p><strong>Für neue Ziele ist es nie „zu spät“</strong></p>
<p>Das fängt damit an, all den Ballast an Dingen und Verpflichtungen, die man im Laufe seines Lebens angehäuft hat, kritisch zu prüfen und sich vom nicht Notwendigen zu trennen. Mit weniger Gepäck kann man sich schneller weiterbewegen. Ist man bereits in Pension, steht man auf einmal vor der Situation, dass der Tag nicht wie bisher durch Arbeit und eine Vielzahl von Verpflichtungen strukturiert ist, sondern man diesen theoretisch völlig nach seinen Wünschen gestalten könnte. </p>
<p>Am Anfang wird das vielleicht als die Freiheit erlebt, alles nachzuholen, was man versäumt hat. Dazu zählen Reisen, Lesen, Sport und andere Hobbys. Andreas Salcher betont: „Doch wir Menschen sind soziale Wesen, wir wollen gebraucht, gesehen und gehört werden. Man benötigt einen guten Grund, jeden Tag mit Freude aufzustehen, und der sollte mehr sein, als fernzusehen oder Zeitung zu lesen.“ Eine häufige Hürde auf dem Weg, sich in einem gewissen Alter neue, ambitionierte Ziele zu setzen und diese mit Leidenschaft zu verfolgen, ist die Vorstellung, es sei „zu spät“ dafür. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Menschen sind auf die Gemeinschaft angewiesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2019 07:26:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Menschen existieren von Anfang an nur in einer Gemeinschaft oder in Bezug auf sie, da sie evolutionär auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Thomas Fischer erläutert: „Ihre Gemeinschaft funktioniert aber nicht wie ein Heringsschwarm, sondern beruht auf individuellem Ich-Bewusstsein und Empathie. Dies setzt ununterbrochenes Beobachten, Prüfen und Deuten der jeweils anderen voraus.“ Das direkte oder indirekte, unmittelbare oder vorgestellte Betrachten der anderen und das Überprüfen, welche Einstellungen, Gefühle und Forderungen diese gegenüber dem Beobachtenden haben, nehmen einen außerordentlich breiten Raum des spezifisch menschlichen Lebens ein. Erst in Lagen existenzieller Bedrohung –&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Menschen existieren von Anfang an nur in einer Gemeinschaft oder in Bezug auf sie, da sie evolutionär auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Thomas Fischer erläutert: „Ihre Gemeinschaft funktioniert aber nicht wie ein Heringsschwarm, sondern beruht auf individuellem Ich-Bewusstsein und Empathie. Dies setzt ununterbrochenes Beobachten, Prüfen und Deuten der jeweils anderen voraus.“ Das direkte oder indirekte, unmittelbare oder vorgestellte Betrachten der anderen und das Überprüfen, welche Einstellungen, Gefühle und Forderungen diese gegenüber dem Beobachtenden haben, nehmen einen außerordentlich breiten Raum des spezifisch menschlichen Lebens ein. Erst in Lagen existenzieller Bedrohung – Hungersnot, Folter, Konzentrationslager – bricht das System empathischer Kommunikation zusammen. Das ist einer der Gründe, warum in der Ausbildung zum Krieg extrem hoher Wert auf eine formale Außenleitung (Gehorsam) und der Einübung von blinder Kameradschaft gelegt wird. Thomas Fischer war bis 2017 Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. <span id="more-2034"></span></p>
<p><strong>Die Kommunikation verändert die kommunizierenden Personen</strong></p>
<p>Von entscheidender Bedeutung ist die Fähigkeit zur Kommunikation über abstrakte Zeichen, also über Sprache. Anders als der Alltagsjargon behauptet, enthält sprachliche Kommunikation ja nie „unmittelbaren“ Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken. Sie formt diese vielmehr in überaus komplexen Abstraktionen zu Zeichen, die zugleich allgemein und besonders sind, das Allgemein-Fremde wie das Individuell-Eigene symbolisieren. Sie verändern Innen- und Außenwelt des Sprechenden gleichermaßen.</p>
<p>Thomas Fischer erklärt: „Sprache ist also, wie jedes Symbol, keineswegs (nur) ein äußeres „Werkzeug“ des Bewusstseins, sondern enthält zahlreiche produktive Anteile, die von aktiven Verarbeitungen bewusster und unbewusster Art, Gefühlen, Erinnerungskonstruktionen, Intentionen und Motiven getragen werden und umgekehrt Einwirkungen derselben Art aufnehmen, deuten, verstehen und bewerten muss.“ Auch insoweit gilt also, dass der Prozess der Kommunikation selbst deren Inhalt mitbestimmt und die kommunizierenden Personen verändert.</p>
<p><strong>Die Moral ist keineswegs friedlich oder konstruktiv</strong></p>
<p>Moral ist, was bei der Normativität des Alltags herauskommt: ein mehr oder weniger buntes System von Werten, Anforderungen, Zumutungen, Erwartungen und Beurteilungen. Moral entspringt, soweit man das beurteilen kann, nicht einer „Seele“ des Menschen, sondern seinem wirklichen Leben. Sie spiegelt es wieder und ändert sich mit ihm; ist daher auch weder zufällig noch inhaltlich vorbestimmt, wenn man von wenigen Grundstrukturen absieht, welche die gemeinsame Existenz betreffen und daher zumindest außerordentlich nach an der „Natur“ angesiedelt sind.</p>
<p>Dazu zählen Fürsorge, Mitleid, Zuneigung, Rache. Aus der Sicht des Strafrechts sind das Bedürfnis und die Fähigkeit zum Motiv der Rache besonders wichtig. Moral ist keineswegs im Ursprung oder ihrer Natur nach konstruktiv, friedlich oder angenehm. Die disqualifizierende Beschreibung einer Handlung als „unmoralisch“ ist eine alltagssprachliche Ungenauigkeit, die eigentlich meint, eine Handlung oder Einstellung zeuge von einer „schlechten“ Moral. Es gibt praktisch keine Verhaltensweisen, Einstellungen oder Handlungen, die in verschiedenen Epochen, Situationen, Kulturen stets und übereinstimmend als moralisch begrüßenswert oder umgekehrt als moralische minderwertig angesehen wurden. Quelle: „Über das Strafen“ von Thomas Fischer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kein Mensch möchte als Steppenwolf enden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Nov 2017 09:36:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppe]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob eine Person tatsächlich die Auffassungen einer Gruppe teilt, ist manchmal zweifelhaft. Denn der sogenannte Gruppenreflex sorgt dafür, dass die eigenen Meinung zurückgehalten oder unterdrückt wird, weil die Gemeinschaft für das Überleben des Einzelnen sehr wichtig ist. Anja Förster und Peter Kreuz stellen klar: „Das Ausleben von Individualität steht dem Einzelnen also nie völlig frei, sondern ist immer mehr oder weniger eingedämmt.“ Ein Mensch neigt schon aus biologischen Gründen dazu, seine Individualität, sein Freiheitsstreben und seine Eigenständigkeit der Gemeinschaft unterzuordnen. Die Furcht als „Steppenwolf“ zu enden, ist einfach zu groß.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob eine Person tatsächlich die Auffassungen einer Gruppe teilt, ist manchmal zweifelhaft. Denn der sogenannte Gruppenreflex sorgt dafür, dass die eigenen Meinung zurückgehalten oder unterdrückt wird, weil die Gemeinschaft für das Überleben des Einzelnen sehr wichtig ist. Anja Förster und Peter Kreuz stellen klar: „Das Ausleben von Individualität steht dem Einzelnen also nie völlig frei, sondern ist immer mehr oder weniger eingedämmt.“ Ein Mensch neigt schon aus biologischen Gründen dazu, seine Individualität, sein Freiheitsstreben und seine Eigenständigkeit der Gemeinschaft unterzuordnen. Die Furcht als „Steppenwolf“ zu enden, ist einfach zu groß. Wenn ein Gruppenmitglied dennoch in einer bestimmten Frage „Nein“ sagt, dann betrifft dieses „Nein“ auch immer die Erwartungen und die Forderungen der Gruppe. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein. <span id="more-1763"></span></p>
<p><strong>Ein zu freies Individuum wird als Schwächung der Gruppe empfunden</strong></p>
<p>Und dieses „Nein“ führt reflexhaft dazu, dass die Gruppe das vereinend sich verweigernde Individuum als fremd empfindet. Je stärker das Denken und Verhalten des Individuums von dem der Gruppe abweicht, desto fremder wird es empfunden. Anja Förster und Peter Kreuz wissen: „Aus Befremden wird Argwohn, Aus Argwohn wird Hass und aus Hass wird Hetze. Gemeinschaften können Individuen, die als Fremdkörper empfunden werden, enorm gefährlich werden.“ Alle Gemeinschaften mit starker Gruppenidentität haben ein feines Sensorium für Zugehörigkeit einerseits und Fremdheit andererseits. </p>
<p>Die Andersartigkeit Einzelner fällt sofort auf und wird schnell als unerträglich empfunden. Solche Situationen sind oft hoch emotional. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Heutzutage entlädt sich dann zum Beispiel ein Shitstorm im Internet über den „Fremdkörper“, in früheren Zeiten fiel das Mob über ihn her und übte Lynchjustiz.“ Die Gesellschaft kann es nicht ertragen, dass jemand aus dem Rahmen fällt, weil jedes einzelne loyale Mitglied die Gruppe stärker macht. Ein zu freies Individuum wird als Schwächung der Gruppe empfunden, als Verlust, Makel oder Last. </p>
<p><strong>Im Schutz der Gruppe werden unvorstellbare Gräueltaten begangen</strong></p>
<p>Auch die Gruppe hat einen Überlebenstrieb, und da gilt: je mehr, desto besser. Eine Spaltung der Gruppe kann dazu führen, dass die verkleinerte Gemeinschaft nicht mehr überlebensfähig ist. Darum wehrt sie sich gegen „Spalter“. Umgekehrt: Je mehr Gleichgesinnte, desto besser fühlt man sich. In einer großen Gruppe haben Menschen das Gefühl automatisch im Recht zu sein. Wenn Millionen so denken wie man selbst, dann kann man wohl nicht falsch liegen. Große Gruppen sind darum in der Lage, schreckliche Dinge ohne Reue zu tun, alleine legitimiert durch das Gesetz der großen Zahl.</p>
<p>Anja Förster und Peter Kreuz fügen hinzu: „Indem sich die Menschen unter dem Gruppendruck der Mehrheit anschließen und ihr Verhalten anpassen, sind sie in der Lage Dinge zu denken und zu tun, die sie als freie Individuen niemals tun würden und die sie eigentlich gar nicht wollen.“ Nur mit diesem Effekt sind viele der schlimmsten Verbrechen der Menschheit überhaupt zu erklären. Das Muster passt beispielsweise auf das Dritte Reich, wo ganz „normale“ Bürger unter dem Schutz der Gruppe in Konzentrationslagern unvorstellbare Gräueltaten begingen. Quelle: „Nein“ von Anja Förster und Peter Kreuz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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