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	<title>Es &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jun 2017 06:43:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Während das Ich als steuernde Instanz auf Ordnung und Organisation ausgerichtet ist, bleibt das Es unberechenbar. Der Trieb ist materialistisch und auf Verbrauch ausgerichtet. Er unterliegt weder einer sittlichen noch einer rationalen Lenkung. Sigmund Freud schreibt: „Selbstverständlich kennt das Es keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral.“ Dem Es kann man nur in Vergleichen ... <a title="Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ich-wird-von-den-maechten-des-unbewussten-beherrscht.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während das Ich als steuernde Instanz auf Ordnung und Organisation ausgerichtet ist, bleibt das Es unberechenbar. Der Trieb ist materialistisch und auf Verbrauch ausgerichtet. Er unterliegt weder einer sittlichen noch einer rationalen Lenkung. Sigmund Freud schreibt: „Selbstverständlich kennt das Es keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral.“ Dem Es kann man nur in Vergleichen nahekommen, denn es ist eigentlich unbenennbar, sofern es sich nicht in Träumen oder Neurosen meldet. Peter-André Alt ergänzt: „Aus diesem Grund repräsentiert es auch kein „Unbewusstes“ – einen bis heute häufige Fehlbenennung, die Sigmund Freud immer rügte –, sondern eine amorphe und unbekannte, nur über Wirkungen erfahrbare Ordnung.“ Als „Kessel voll brodelnder Erregungen“ lässt sich das Es weniger beherrschen als über Umwege sublimieren. Peter-André Alt ist Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Freien Universität Berlin. <span id="more-1663"></span></p>
<p><strong>Das Es folgt seinem eigenen Rhythmus</strong></p>
<p>In einer kurzen Studie aus dem Jahr 1925 verwies Sigmund Freud darauf, dass sich bei Neurotikern das Unbewusste über den Mechanismus der Verneinung artikuliere. Während das rationale Urteil auf einer Verarbeitung des Triebs gründet und dergestalt geistige Freiheit verrät, bleibt der neurotische Mensch seinem Unbewussten verhaftet, indem er es negiert. Dessen Macht bekundet sich in der Unmöglichkeit, seinen Forderungen dauerhaft auszuweichen. Das Ich tritt aus dem Es hervor, indem es dessen wilde Kräfte zu organisieren sucht.</p>
<p>Als Teil des Es bleibt das Ich gleichsam vorgelagert, der Außenwelt ausgesetzt und damit von Wahrnehmung abhängig. Peter-André Alt erläutert: „Während das Es wie ein Monolith seinem eigenen Rhythmus folgt, unterliegt das Ich dem Willen zur aktiven Weltgestaltung, ohne dass es aber von fremden Einflüssen gänzlich unabhängig bleibt.“ Sigmund Freud wiederholte hier Einsichten aus seinem Werk „Jenseits des Lustprinzips“ wenn er mit großem Nachdruck betonte, wie stark das um Freiheit ringende Ich von den Mächten des Unbewussten beherrscht wird.</p>
<p><strong>Das Ich dient dem Es und dem Über-Ich</strong></p>
<p>Selbst intellektuelle Arbeit, so erläutert Sigmund Freud im Gegenzug zu Arthur Schopenhauer, untersteht den Leistungen des Vorbewussten und kann nicht autonom gesteuert werden. Und schließlich gehorchen auf moralische Wertungen nicht selten den Impulsen des Unbewussten, wie gerade bei neurotischen Patienten zu beobachten ist. Das Ich muss, so Sigmund Freud, zwei Herren dienen: dem Es, dessen Wünsche es erfüllt, und dem Gewissen, dessen Gebote es befolgt. Diese zweite Instanz nannte Sigmund Freud in einem Aufsatz von 1923 erstmals Über-Ich.</p>
<p>Das Über-Ich ist gleichsam vom Es geprägt, denn es verdankt sich frühkindlichen Erfahrungen. Es hat anders als das Ich keinen direkten Kontakt zur Außenwelt und kann nur über das Ich mit ihr kommunizieren; was es ist, ist es durch das Ich. Peter-André Alt erklärt: „Die Leistung des Über-Ich besteht darin, dass es eine Umarbeitung des Sexualtriebs in eine stärker narzisstische Objektbesetzung veranlasst. Aus dem direkten libidinösen Begehren, das sich auf fremde Personen richtet, wird eine sublimere, auf das Selbst bezogene Variante.“ Quelle: „Sigmund Freud“ von Peter-André Alt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2016 08:50:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freuds Modell zufolge besteht die Psyche, also der Geist eines Menschen, aus drei Teilen, nämlich erstens aus dem Ich, also dem Bewusstsein, zweitens aus dem Es, in dem sich die Triebe befinden, und drittens dem Über-Ich, in dem Normen gespeichert sind, in Form von Geboten und Verboten zunächst der Eltern und später der Gesellschaft. ... <a title="Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/philipp-huebl-stellt-sigmund-freuds-modell-der-psyche-vor.html" aria-label="Mehr Informationen über Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freuds Modell zufolge besteht die Psyche, also der Geist eines Menschen, aus drei Teilen, nämlich erstens aus dem Ich, also dem Bewusstsein, zweitens aus dem Es, in dem sich die Triebe befinden, und drittens dem Über-Ich, in dem Normen gespeichert sind, in Form von Geboten und Verboten zunächst der Eltern und später der Gesellschaft. Philipp Hübl konkretisiert: „Das Bewusstsein hat also, Freud zufolge, drei Zugänge. Erstens erhält es Informationen durch die Wahrnehmung, zweitens Wünsche aus dem Es und drittens Warnungen vom Über-Ich, und zwar vermittelt über das Gewissen, wenn die eigenen Normen und Ideale nicht erreicht sind.“ Das Es ist der älteste Teil des Geistes, in dem Triebe und Instinkte wohnen, ein Reich des Unlogischen ohne Begriffe für Raum und Zeit. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-1528"></span></p>
<p><strong>Die zwei Triebe des Menschen heißen Eros und Thanatos</strong></p>
<p>Sigmund Freud schreibt über das Es: „Von den Trieben her erfüllt es sich mit Energie, aber es hat keine Organisation, bringt keinen Gesamtwillen auf, nur das Bestreben, den Triebbedürfnissen unter Einhaltung des Lustprinzips Befriedigung zu schaffen.“ Das Es ist von Geburt an da, während sich das Ich erst davon lösen und abgrenzen muss. Der Mensch hätte zwar den Eindruck, das Ich sei selbstständig und autonom, doch die Übergänge blieben immer fließend und das Es wirke dauerhaft in das Bewusstsein hinein.</p>
<p>Sigmund Freud nahm zumindest in seinem Spätwerk zweit Triebe im Menschen an: Eros und Thanatos, den Geschlechtstrieb und den Todestrieb, Lust und Aggression, Streben nach Sex und das Verlangen nach Zerstörung. Diese Triebe sind laut Sigmund Freud mythische Wesen, großartig in ihrer Unbestimmtheit. Das Es betrachtete er als ein Chaos, einen Kessel voll brodelnder Erregungen. Während es dem Ich um die Realität geht, hat das Es nur die Lust oder allgemeiner die Triebbefriedigung im Sinn.</p>
<p><strong>Zwischen dem Ich und dem Es arbeitet ein Zensor</strong></p>
<p>Philipp Hübl erklärt: „Die unbewussten Prozesse innerhalb des Es folgen zwar keiner klassischen Logik, aber man kann so etwas wie eine Algorithmus der Triebe ausmachen, denn sie zeigen sich oft in verwandelter Form im Bewusstsein.“ Die Sprache des Es ist assoziativ und verdichtet, voller Überlagerungen, Verwechselungen und Erfindungen. Wenn ein Wunsch im Es schlummert, befindet er sich im Zustand der Verdrängung, entweder weil man ihn aktiv dorthin gedrängt hat oder weil er aus dem Es nie herausgelassen wurde.</p>
<p>Zwischen dem Ich und dem Es ist ein Kontrollmechanismus eingebaut, der Zensor, der die Energien des Es bearbeitet, sobald sie ins Bewusstsein vordringen wollen. Wenn er seine Arbeit gut macht, zeigen sich die Wünsche nicht in ihrer ursprünglichen Form, was für das Ich sehr unangenehm wäre, sondern sie erscheinen in einer neuen, symbolischen Umhüllung. Das bekannteste Beispiel dafür sind Umformatierungen von sexuellen Wünschen, die sich als Traumsymbole während des Schlafes offenbaren. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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