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	<title>Das Böse &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Es gibt keine Ausrottung des Bösen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2024 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud vertritt die These, dass es schlicht nicht stimmt, dass der Mensch eine höhere Stufe der Sittlichkeit erklommen hat. In Wahrheit handelt es sich um eine folgenschwere „Illusion“. Deren Nachwehen mögen auch in der Gegenwart zum Beispiel in der Kritik am sogenannten „Gutmenschen“ noch präsent sein. „In Wirklichkeit“, so Sigmund Freud unmissverständlich, „gibt es keine Ausrottung des Bösen“. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Die psychologische – im strengen Sinne psychoanalytische – Untersuchung zeigt vielmehr, dass das tiefste Wesen des Menschen in Triebregungen besteht.“ Diese sind elementarer Natur und bei allen Menschen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud vertritt die These, dass es schlicht nicht stimmt, dass der Mensch eine höhere Stufe der Sittlichkeit erklommen hat. In Wahrheit handelt es sich um eine folgenschwere „Illusion“. Deren Nachwehen mögen auch in der Gegenwart zum Beispiel in der Kritik am sogenannten „Gutmenschen“ noch präsent sein. „In Wirklichkeit“, so Sigmund Freud unmissverständlich, „gibt es keine Ausrottung des Bösen“. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Die psychologische – im strengen Sinne psychoanalytische – Untersuchung zeigt vielmehr, dass das tiefste Wesen des Menschen in Triebregungen besteht.“ Diese sind elementarer Natur und bei allen Menschen gleichartig. Sie zielen auf die Befriedigung gewisser ursprünglicher Bedürfnisse. Diese egoistischen und grausamen Triebregungen sind an sich weder gut noch böse, sondern werden von der Gesellschaft als böse verpönt. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“. <span id="more-5407"></span></p>
<p><strong>Lieben und Hassen sind im Menschen vereint</strong></p>
<p>Aus diesem Grund zeigen sie sich vornehmlich im Traum, wenn der Mensch seine mühsam erworbene Sittlichkeit wie ein Gewand von sich wirft. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Das verheerende Problem liegt nun für Freud nicht in der negativen Bewertung unserer Triebveranlagung als solcher – wie sonst sollte Kultur entstehen? – sondern darin, dass die auch im modernen Menschen noch wohnende Gefühlsambivalenz nicht gesehen und anerkannt wird.“</p>
<p>Starkes Lieben und starkes Hassen, so zeigt sich in seiner Arbeit, sind in der Regel in einem und demselben Menschen vereint. Und alles hängt davon ab, ob und in welcher Weise die verpönte Seite verarbeitet, die Triebveranlagung des Menschen gebunden, übersetzt und aufgefangen wird. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Umso fataler ist es aus Freuds Sicht, dass die Kulturgesellschaft die gute Handlung fordert und sich um die Triebbegründung derselben nicht kümmert, sogar bestrebt ist, die sittlichen Anforderungen möglichst hoch zu spannen.“ </p>
<p><strong>Das primitive Seelische ist unvergänglich</strong></p>
<p>Auf diese Weise erklären sich nicht nur die zahlreichen neurotischen Pathologien, sondern man erzieht die Menschen zu reinem Kulturgehorsam, der äußerst fragil ist. Svenja Flaßpöhler stellt fest: „Aus Freuds Perspektive stellt der Krieg insofern eine passende Gelegenheit dar, die mit Mühe unterdrückten Triebe zu ihrem Recht kommen zu lassen.“ Wo die Gemeinschaft den Vorwurf aufhebt, hört laut Sigmund Freud auch die Unterdrückung der bösen Gelüste auf. </p>
<p>Und die Menschen begehen Taten von Grausamkeit, Tücke, Verrat und Rohheit, deren Möglichkeit man mit ihrem kulturellen Niveau für unvereinbar gehalten hätte. So weit kann die Rückbildung des kulturellen Niveaus, die Regression gehen, dass es nie wieder voll erreicht wird. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Immer wiederhergestellt hingegen können einzig die primitiven Zustände von unvorstellbarer Brutalität werden.“ Das primitive Seelische ist für Sigmund Freud im vollsten Sinne unvergänglich. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch ist sensibel für das Böse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 01:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Das exklusive Interesse des Menschen für alarmierende Situationen und Katastrophen hat sich evolutiv durchgesetzt und seinen Vorfahren von Jägern und Sammlern das Überleben gesichert. Markus Hengstschläger erläutert: „Psychologen sprechen von „Negativity Bias“, wenn sie beschreiben, dass der Mensch sensibler für das Böse als für das Gute ist.“ „Availability Bias“ steht dafür, dass der Mensch glaubt, dass, wenn er ein Beispiel für etwas sieht oder nennen kann, das dann auch öfter auftritt, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Und die Medien liefern die entsprechenden Bilder dazu, um ihre Klientel bei&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das exklusive Interesse des Menschen für alarmierende Situationen und Katastrophen hat sich evolutiv durchgesetzt und seinen Vorfahren von Jägern und Sammlern das Überleben gesichert. Markus Hengstschläger erläutert: „Psychologen sprechen von „Negativity Bias“, wenn sie beschreiben, dass der Mensch sensibler für das Böse als für das Gute ist.“ „Availability Bias“ steht dafür, dass der Mensch glaubt, dass, wenn er ein Beispiel für etwas sieht oder nennen kann, das dann auch öfter auftritt, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Und die Medien liefern die entsprechenden Bilder dazu, um ihre Klientel bei der Stange zu halten. In einem ganz besonderen Ausmaß bedient das Internet diese Angst des Menschen – ohne jegliche Unterbrechung, Tag und Nacht, mit noch die da gewesener Effizienz. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUniWien. <span id="more-3431"></span></p>
<p><strong>Der Mensch ist selbst schuld an seinem Untergang</strong></p>
<p>Wer sich ausschließlich an diesen Bildern orientiert, muss fast konsequenterweise ein ganz bestimmtes Bild von der Zukunft der Welt entwickeln: Über Terror oder Atomkrieg wird sich der Mensch selbst vernichten. Eingriffe in das menschliche Erbgut läuten den Untergang des Homo sapiens ein. Bei Laborexperimenten freigesetzte Bakterien oder Viren raffen die Menschheit dahin. Roboter übernehmen die Welt. Wenn es dann noch überhaupt eine Welt gibt und der Planet nicht schon durch den Klimawandel vollkommen zerstört worden ist. </p>
<p>Und schuld darin ist, nach Meinung so mancher, nur einer – der Mensch selbst. Daran kann man nichts ändern, so das Credo. Markus Hengstschläger weiß: „Es ist das evolutionsbiologische Erbe des „Survival of the fittest“. Es liegt ihm in den Genen! Nur der Brutalste, Egoistischste und Kriegerischste konnte und kann überleben.“ Der Mensch ist von Angst getrieben, fürchtet Neues und lehnt Fremdes und Fremde ab, lautet immer wieder einmal die Argumentation. </p>
<p><strong>Der Mensch ist genetisch weder gut noch schlecht</strong></p>
<p>Kann schon sein, dass der Mensch grundsätzlich vielleicht lösungsbegabt und vernunftbegabt wäre, aber er denkt und handelt noch immer viel zu oft rein intuitiv nach evolutiv Jahrtausende alten Instinkten. Und außerdem, so wird immer wieder gesagt, sind dem Menschen die Probleme anderer einfach egal. Es liegt also alles in der Natur des Menschen – er ist egoistisch, aggressiv, unsolidarisch, xenophob, pessimistisch, machthungrig und kann einfach nicht genug bekommen. </p>
<p>Markus Hengstschläger stellt fest: „So häufig man diese Argumentation auch hört, so sehr man sie aus den täglichen Nachrichten auch manchmal diesen Eindruck bekommen könnte, so falsch bleibt es dennoch. So sind wir nicht.“ Der Homo sapiens hat sich keineswegs im Zuge der darwinschen Evolution in diese Richtung entwickelt. Die Erkenntnisse aus Genetik und Epigenetik zeigen klar, dass der Mensch weder genetisch ausschließlich gut noch genetisch ausschließlich schlecht ist. Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychische Störungen können bösartig sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2020 06:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Ideen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man von der Psychopathologie des Bösen spricht, darf man die „Bösartigkeit“ mancher Symptome nicht unberücksichtigt lassen. Ähnlich wie bei einer malignen Erkrankung im körperlichen Bereich können auch psychische Störungen von bösartiger Natur sein. Das hat aber nichts mit einer moralischen Wertung zu tun, sondern spricht den Krankheitscharakter der psychischen Symptomatik an. Psychiatrische Erkrankungen können einen guten, also in der Ausheilung mündenden Verlauf nehmen. Oder sie führen in ihrer bösartigen Form zur Katastrophe, Chronifizierung oder gar zum Tod. Die Symptome können eher harmlos und „benigne“ oder schwerwiegend und „bösartig“ sein.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von der Psychopathologie des Bösen spricht, darf man die „Bösartigkeit“ mancher Symptome nicht unberücksichtigt lassen. Ähnlich wie bei einer malignen Erkrankung im körperlichen Bereich können auch psychische Störungen von bösartiger Natur sein. Das hat aber nichts mit einer moralischen Wertung zu tun, sondern spricht den Krankheitscharakter der psychischen Symptomatik an. Psychiatrische Erkrankungen können einen guten, also in der Ausheilung mündenden Verlauf nehmen. Oder sie führen in ihrer bösartigen Form zur Katastrophe, Chronifizierung oder gar zum Tod. Die Symptome können eher harmlos und „benigne“ oder schwerwiegend und „bösartig“ sein. Reinhard Haller stellt fest: „Eigenartigerweise fällt es uns weit weniger schwer, von einer bösartigen körperlichen als einer derart beschriebenen psychischen Erkrankung zu sprechen.“ Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2362"></span></p>
<p><strong>Paranoia führt zur Fehlbeurteilung der Wirklichkeit</strong></p>
<p>Psychiater können zwischen bösen, fanatischen und kranken Ideen unterscheiden. Bei bösen Ideen setzen sie ein hohes Maß an freiem Willen voraus. Das heißt, die Idee ist trotz ihrer Verwerflichkeit nicht Folge von krankhaften Gedankengängen oder von schweren emotionalen Einflüssen. Vielmehr entspricht sie einer normalen Psyche und dem freien Denken. Sie wird somit zur Grundlage dessen, was im Strafrecht als „böser Wille“ bezeichnet wird.</p>
<p>Bei kranken Ideen ist hingegen keine freie Willensbildung mehr möglich. Der Betroffene ist seiner pathologischen Vorstellung mehr oder minder hilflos ausgeliefert und kann sich nicht mehr frei entscheiden. Reinhard Haller weiß: „Während beim Fanatismus noch eine gewisse Korrektur und Selbststeuerung möglich ist, dominiert der Wahn das Denken, Fühlen und Wollen in absoluter Weise.“ Diese schwerwiegende, auch als Paranoia bezeichnete Erkrankung führt zu einer Fehlbeurteilung der Wirklichkeit. Diese wird mit absoluter Gewissheit verteidigt.</p>
<p><strong>Für Wahnkranke existiert kein Zweifel</strong></p>
<p>Die wahnhafte Idee kann der Betroffene nicht korrigieren. Selbst dann nicht, wenn sie klare Widersprüche zur objektiven Realität aufweist und mit dem Urteil gesunder Mitmenschen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Charakteristisch am Wahn ist die unerschütterliche Überzeugung, an der ohne ausreichende Begründung festgehalten wird. Der Wahnkranke weiß, dass es so und nicht anders ist. Seine Erklärung lautet: „Es ist so, es gibt überhaupt keinen Zweifel.“ Wahnhaft zu empfinden und zu denken heißt, Dinge ohne jeglichen Anlass miteinander in Beziehung zu setzen.</p>
<p>Oft wird das Böse zum Inhalt eines bösartigen Symptoms, etwa beim Verschuldungs-, Versündigungs- oder Besessenheitswahn. Ähnlich einer Krebserkrankung wuchert der Wahngedanke immer hemmungsloser. Er nimmt den Organismus der Seele weitgehend gefangen und beherrscht die Ideen, Vorstellungen und schließlich auch das Handeln der erkrankten Person. In „wahnhafter Wehrlosigkeit“ ist diese der Paranoia ausgeliefert, sie kann gar nicht mehr anders handeln. Sie ist nicht mehr zurechnungsfähig. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder Mensch trägt Gutes und Böses in sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 07:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Das Gute]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie können, so fragen sich viele Menschen, das Gute und das Böse, das Normale und das Abartige in einer Person vereint sein und in unmittelbarer Form nebeneinander existieren? Reinhard Hallers Antwort lautet: „In jedem Menschen ist das Gute und Böse vorhanden und kann je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen in der einen oder anderen Form manifest werden.“ Sofern psychische Krankheiten keine Rolle spielen, muss der Mensch die Fähigkeit zur Spaltung in „ganz gut“ und „ganz böse“, in „normal“ und „abnormal“ besitzen. Und er muss imstande sein, mit diesem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie können, so fragen sich viele Menschen, das Gute und das Böse, das Normale und das Abartige in einer Person vereint sein und in unmittelbarer Form nebeneinander existieren? Reinhard Hallers Antwort lautet: „In jedem Menschen ist das Gute und Böse vorhanden und kann je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen in der einen oder anderen Form manifest werden.“ Sofern psychische Krankheiten keine Rolle spielen, muss der Mensch die Fähigkeit zur Spaltung in „ganz gut“ und „ganz böse“, in „normal“ und „abnormal“ besitzen. Und er muss imstande sein, mit diesem unmittelbaren Nebeneinander zu leben. Es erübrigt sich deshalb für Reinhard Haller die Frage nach einer eindeutigen Unterscheidung in gute und böse Menschen. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2314"></span></p>
<p><strong>Morde ohne Schuldgefühle sind möglich</strong></p>
<p>Die amerikanische Soziologin Troy Duster fand bei Untersuchungen von Vietnam-Kriegsverbrechern Vorbedingungen für den Mord ohne Schuldgefühle heraus. Die allgemeinste Bedingung ist es, den Opfern jeglichen menschlichen Status abzusprechen. Sie werden als minderwertige Rasse, Brut, unnütze Esser, Volksschädlinge, lebensunwerte Existenzen oder – je nach Zielgruppe – als Niggers und Japs bezeichnet. Die Entmenschlichung benützt Ausdrücke wie Rassenschande, Volkshygiene oder Säuberung.</p>
<p>Die nächste Bedingung ist es, das Unglück der eigenen Person oder einer Gesellschaft auf das Opfer beziehungsweise auf eine Minderheit zu projizieren. Während es früher Juden und Zigeuner waren, sind es heute Ausländer, Flüchtlinge und Asylbewerber. Die dritte Bedingung ist die Entwicklung einer Gruppenmoral. Sie ist vor allem bei Gangs, Terrororganisationen, jugendlichen Banden, aber auch im Pflegekorps oder in totalitären Systemen stark ausgeprägt. Obwohl diese Gruppenmoral von den Gesetzen der jeweiligen Gesellschaft stark abweicht, ist sie für die Mitglieder verbindlich.</p>
<p><strong>Von Menschen ohne Gewissen droht die größte Gefahr</strong></p>
<p>Diejenigen, die sich nicht daran halten, müssen mit Sanktionen bis hin zum Fememord rechnen. Die vierte Bedingung ist die Heimlichkeit, mit welcher die Taten verübt werden. Dies setzt aber oft eine stille Duldung durch die Öffentlichkeit voraus, Reinhard Haller denkt dabei etwa an den Einsatz der Folter in Guantánamo. Die fünfte Bedingung ist die Existenz einer Zielpopulation. Die sechste Voraussetzung ist jene der Motivation, die oft in primitiven Reflexen oder in bösen Ideologien liegt. </p>
<p>Der Zusammenhang zwischen dem Bösen und der Normalität bezieht sich aber nicht nur auf die Frage, wie aus ganz normalen Männern Massenmörder oder aus unauffälligen Menschen Schwerverbrecher werden können. Die Frage bezieht sich auch darauf, wie weit das Böse seinen Schrecken verliert und zur Banalität wird. Und darauf, wie weit sich die Hemmschwelle eines Menschen senken lässt und er das böse Handeln als normal erlebt. Dieser Schritt ist der gefährlichste, da es dann keine Hemmschwelle, keinen Moralinstinkt und kein Gewissen mehr gibt. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Nur zehn Prozent der Massenmörder sind psychisch gestört</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/nur-zehn-prozent-der-massenmoerder-sind-psychisch-gestoert.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2020 06:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmörder]]></category>
		<category><![CDATA[Psychopath]]></category>
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					<description><![CDATA[Gar nicht so wenige Menschen fürchten sich vor dem eigenen Bösen. Sie fragen sich, ob jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen zum Verbrecher werden kann und ob ganz normale Menschen zu bösen Taten fähig sind. Man hat auch darüber spekuliert, ob die Massenmörder der NS-Zeit, der Stalin-Diktatur oder des Pol-Pot-Regimes psychisch abnorm gewesen sind oder nicht. Reinhard Haller weiß: „Die erstaunliche Antwort ist, dass nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen nur fünf bis zehn Prozent der Massenmörder psychisch gestört sind.“ Bei dieser kleinen Gruppe handelt es sich um sadistische, narzisstische oder emotional instabile&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gar nicht so wenige Menschen fürchten sich vor dem eigenen Bösen. Sie fragen sich, ob jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen zum Verbrecher werden kann und ob ganz normale Menschen zu bösen Taten fähig sind. Man hat auch darüber spekuliert, ob die Massenmörder der NS-Zeit, der Stalin-Diktatur oder des Pol-Pot-Regimes psychisch abnorm gewesen sind oder nicht. Reinhard Haller weiß: „Die erstaunliche Antwort ist, dass nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen nur fünf bis zehn Prozent der Massenmörder psychisch gestört sind.“ Bei dieser kleinen Gruppe handelt es sich um sadistische, narzisstische oder emotional instabile Persönlichkeiten. Diese konnten unter dem Schutz einer Autorität oder dem Schirm eines Krieges die ganze Bösartigkeit ihres Charakters ausleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2273"></span></p>
<p><strong>Die NS-Täter waren keine schweren Psychopathen</strong></p>
<p>Das Paradebeispiel für den erschreckend normalen, keineswegs perversen oder sadistischen Massenmörder ist Rudolf Eichmann. Er war mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Menschen. Er war allerdings kein Psychopath und kein Monster. Das wirklich Beunruhigende an seinem Persönlichkeitsbefund war die Unauffälligkeit. Der Gutachter Adolf Eichmanns stellte fest, dass dieser normal sei: „Normaler jedenfalls als ich es bin, nachdem ich ihn untersucht habe.“</p>
<p>Hannah Arendt sieht in der Einzigartigkeit des Holocaust in der ausschließlich bürokratischen Natur des Vorgangs und im Fehlen jeglicher moralischer Dimensionen. Die erschütternde Maschinerie des Tötens wurde durch die Banalität des Bösen motiviert und aufrechterhalten. Aus dem Eichmann-Prozess hat Hannah Arendt die Erkenntnis gewonnen, dass die NS-Täter keine Unmenschen im Sinne von schweren Psychopathen und keine „Nichtpersonen“, also Wesen ohne menschliche Eigenschaften, waren. Sie kam zu dem Schluss: „Eichmann hat sich nie vorgestellt, was er eigentlich anstellt.“ </p>
<p><strong>Adolf Eichmanns Taten hatte keine dämonische Tiefe</strong></p>
<p>Hannah Arendt fährt fort: „Seine Handlungen und Entscheidungen waren banal, gedankenlos, vordergründig und ohne teuflisch-dämonische Tiefe.“ Eine solche Ferne zur Realität und Unbetroffenheit, wie sie bei Adolf Eichmann zu sehen waren, können mehr Unheil anrichten, als alle die den Menschen vielleicht innewohnenden Triebe zusammen. Auch der Chef der Geheimpolizei der Roten Khmer, Kang Keng Iev, genannt Duch, wird als „das genaue Abbild der Banalität und Unschuld des Bösen“ beschrieben.</p>
<p>In einem Interview sagte Duch über das von ihm eingerichtete Gefängnis S-21: „Ich und alle anderen, die an diesem Ort arbeiteten, wussten, dass jeder, der dorthin kam, psychologisch zerstört und durch ständige Arbeit eliminiert werden musste und keinen Ausweg bekommen durfte. Keine Antwort konnte den Tod verhindern. Niemand, der zu uns kam, hatte eine Chance, sich zu retten.“ Duch schilderte sein Arbeit als bürokratisch: „Jeden Tag musste ich die Geständnisse lesen und überprüfen. Ich las von sieben Uhr morgens bis Mitternacht. Ich hatte keine Alternative.“ Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies </em></p>
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		<title>Böse Taten unterliegen stets einer subjektiven Wertung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/boese-taten-unterliegen-stets-einer-subjektiven-wertung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2020 06:42:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Verbrechen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die bösesten Taten sind jene, die genau geplant, mit eiskalter Berechnung durchgeführt werden und dann auf einen qualvollen Tod des Opfers zielen. Trotz der mit amerikanischem Pragmatismus erfolgten Graduierung des Bösen wird man böse Taten niemals wirklich quantifizieren können. Reinhard Haller nennt einen Grund: „Neben den religiösen, moralisch-ethischen und gesetzlichen Maßstäben bleibt die subjektive Wertung stets ein entscheidendes Kriterium.“ Eine der spannendsten, bis heute heiß umstrittenen Fragen ist jene, ob es den Mord oder überhaupt das Verbrechen ohne Motiv gibt. Literaten und Philosophen haben sich mit dieser Frage viel mehr&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die bösesten Taten sind jene, die genau geplant, mit eiskalter Berechnung durchgeführt werden und dann auf einen qualvollen Tod des Opfers zielen. Trotz der mit amerikanischem Pragmatismus erfolgten Graduierung des Bösen wird man böse Taten niemals wirklich quantifizieren können. Reinhard Haller nennt einen Grund: „Neben den religiösen, moralisch-ethischen und gesetzlichen Maßstäben bleibt die subjektive Wertung stets ein entscheidendes Kriterium.“ Eine der spannendsten, bis heute heiß umstrittenen Fragen ist jene, ob es den Mord oder überhaupt das Verbrechen ohne Motiv gibt. Literaten und Philosophen haben sich mit dieser Frage viel mehr beschäftigt als Kriminologen und Psychiater. Etwa Friedrich Nietzsche in „Der Wanderer und sein Schatten“ oder Max Frisch in „Graf Öderland“. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2230"></span></p>
<p><strong>Die innere Leere kann zu einem Verbrechen führen</strong></p>
<p>Die Hauptfigur in dem Roman „Der Fremde“ von Albert Camus tötet ohne jegliches Motiv einen Mann. Camus sieht in dessen Verbrechen einen Aufschrei gegen die Leere des Lebens. Die Kulturschaffenden rücken die Sinnlosigkeit des Daseins und das überhandnehmende Gefühl der Entfremdung in den Mittelpunkt. Wenn das Leben keinen Sinn hat, braucht das Verbrechen keine Erklärung. Es geschieht einfach. Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge hat in seinem Roman „The Rime of the Ancient Mariner” eine solche Einstellung zum Verbrechen auf grandiose Weise beschrieben. </p>
<p>Ein alter Seefahrer erschießt mutwillig einen edlen Albatros. Die Hauptsünde sieht der Autor nicht im Verbrechen, sondern in der zugrunde liegenden inneren Leere. Auch bei berühmten Kriminalfällen wurde von fehlendem Motiv gesprochen. Das Bedürfnis nach einem Motiv ist aber bei allen Akteuren eines Kriminalfalles extrem hoch. Der Täter sagt: „Das war ich nicht, ich hatte ja kein Motiv.“ Die Kriminalisten folgen dem Grundsatz: „Keine Tat ohne Motiv.“ Die Anklage braucht unbedingt ein Motiv, die Verteidigung führt die angebliche Motivlosigkeit als Entlastungsgrund an. </p>
<p><strong>Verbrechen haben fast immer Ursachen</strong></p>
<p>Die Medien wollen ein Motiv, ganz nach dem Grundsatz: „Motive liefern die schönsten Storys.“ Selbst die Öffentlichkeit giert geradezu nach den Motiven der Täter. Als etwa vor Jahren ein Kriminalfilm mit dem Titel „Mord ohne Motiv“ angekündigt wurde, lautete ein Kommentar: „Man will uns natürlich bluffen, wir werden darauf nicht hereinfallen, ein motivloses Verbrechen gibt es nicht.“ Tatsächlich wird in der Diskussion häufig das Motiv mit der Ursache verwechselt. </p>
<p>Reinhard Haller ergänzt: „Auch müsste es konkret lauten, dass manche Taten nicht motivlos sind, sondern kein Motiv erkennen lassen.“ Bei genauer Analyse motivisch unklarer Delikte findet man jedoch fast immer Ursachen, wenngleich diese oft trivial anmuten oder diagnostisch nicht zu fassen sind. Oft lassen sich bei den Tätern symptomarme Störungen wie Borderline oder wahnhafte Entwicklungen feststellen, immer häufiger auch narzisstische Spannungszustände. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder Mensch beurteilt das Böse anders</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jeder-mensch-beurteilt-das-boese-anders.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 May 2020 07:01:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bösartigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Notwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Verderbtheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist nahezu unmöglich, das Böse zu quantifizieren und eine böse Tat mit der anderen zu vergleichen. Reinhard Haller nennt den Grund: „Es gibt dafür keinen Maßstab, die Bösartigkeit ist nicht messbar.“ Dazu kommt, dass jeder Mensch das Böse anders beurteilt und als Opfer unterschiedlich darauf reagiert. Selbst in der Wertung der Mutter des Bösen, des Krieges, gehen die Meinungen auseinander. Sie reichen vom „präventiven“ über den „notwendigen“ und „gerechten“ bis zum „heiligen“ Krieg. In jüngster Zeit wurde mit der Entwicklung der „Skala des Bösen“ durch den amerikanischen Psychiater Prof.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nahezu unmöglich, das Böse zu quantifizieren und eine böse Tat mit der anderen zu vergleichen. Reinhard Haller nennt den Grund: „Es gibt dafür keinen Maßstab, die Bösartigkeit ist nicht messbar.“ Dazu kommt, dass jeder Mensch das Böse anders beurteilt und als Opfer unterschiedlich darauf reagiert. Selbst in der Wertung der Mutter des Bösen, des Krieges, gehen die Meinungen auseinander. Sie reichen vom „präventiven“ über den „notwendigen“ und „gerechten“ bis zum „heiligen“ Krieg. In jüngster Zeit wurde mit der Entwicklung der „Skala des Bösen“ durch den amerikanischen Psychiater Prof. Michael Stone und der „Skala der Verderbtheit“ durch dessen Kollegen Dr. Michael Welner aus New York Versuche gemacht, das Böse wissenschaftlich zu messen. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2197"></span></p>
<p><strong>Michael Stone entwickelte eine Skala der Verderbtheit</strong></p>
<p>Michael Stone entwickelte nach der Auswertung von 279 Fallgeschichten von Ehepartnern, Eltern und Kindern, die ihre Angehörigen umgebracht hatte, eine Messskala, die er als „Gradations of Evil“ bezeichnete. Die Skala ist so aufgebaut, dass jede Stufe jeweils die Verderbtheit der vorhergehenden beinhaltet und ein zusätzliches böses Element enthält. Am unteren Ende dieser 22-stufigen Skala sind jene angesiedelt, die in Notwehr, also völlig ungeplant, töten. </p>
<p>An oberster Stelle stehen diejenigen mit hohem Planungsgrad und schwerster Ausübung von Aggression, wie sie beim Prototyp des psychopathischen Mörders vorliegen. Dieser strebt nur danach, seine Opfer so intensiv uns so lange wie nur irgendwie möglich zu quälen und leiden zu lassen. Der auf einer allgemein verständlichen, heftigen Gemütsbewegung beruhende Totschlag wäre somit als viel weniger böse einzustufen als der auf Gewinn abzielende Mord oder eine Tötung aus „niedrigen Beweggründen“, etwa zur Befriedigung der bösen Lust. </p>
<p><strong>Die Notwehr wird nicht mit dem bösen Willen in Verbindung gebracht</strong></p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Je mehr der Wille durch situative Gegebenheiten, emotionale Erregung oder die enthemmende Wirkung von Alkohol und Drogen eingeschränkt und je nachvollziehbarer der Gefühlszustand des Täters für den Durchschnittsmenschen erlebbar ist, desto geringer ist der Grad des Bösen.“ Die Skala von Michael Stone deckt somit das ganze Spektrum von Notwehr bis zum kalt geplanten und durchgeführten sadistischen Mord ab. </p>
<p>Während die Notwehr nicht mit dem bösen Willen in Verbindung gebracht wird, spielt dieser bei der Notwehrüberschreitung schon eine gewisse Rolle und nimmt in seiner Bedeutung zu, wenn der Täter mehr agiert als reagiert. Die Mitleidstötung zum Beispiel ist nach allgemeinem Verständnis auf der Skala des Bösen weit unten anzusiedeln. Etwas unterhalb der Skala des Bösen sind jene Taten anzusiedeln, bei denen durch eine böse Tat eine noch schlimmere verhindert oder abgewendet wird. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder Mensch hat böse Gedanken und Vorstellungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2020 06:18:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
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					<description><![CDATA[Das sogenannte Böse begleitet den Menschen seit Beginn und ist allgegenwärtig, es ist aktuelle und zeitlos. Reinhard Haller warnt: „Je mehr wir uns aber bemühen, dieses Übel zu verdrängen und zu verschweigen, desto mehr wird es uns ängstigen.“ Bei Überlegungen zum Bösen muss man unterscheiden, ob man es mit bösen Fantasien, bösen Plänen oder – was maßgebend ist – mit bösen Handlungen zu tun hat. Jeder Mensch hat bösen Gedanken und Vorstellungen, entwickelt negative Ideen und spürt in sich aggressive Impulse und Strebungen. Solche interpsychischen Vorgänge sind nicht von vornherein&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das sogenannte Böse begleitet den Menschen seit Beginn und ist allgegenwärtig, es ist aktuelle und zeitlos. Reinhard Haller warnt: „Je mehr wir uns aber bemühen, dieses Übel zu verdrängen und zu verschweigen, desto mehr wird es uns ängstigen.“ Bei Überlegungen zum Bösen muss man unterscheiden, ob man es mit bösen Fantasien, bösen Plänen oder – was maßgebend ist – mit bösen Handlungen zu tun hat. Jeder Mensch hat bösen Gedanken und Vorstellungen, entwickelt negative Ideen und spürt in sich aggressive Impulse und Strebungen. Solche interpsychischen Vorgänge sind nicht von vornherein etwas Schlechtes. Das heißt, das gedankliche Durchspielen hat oft auch eine entlastende oder einen Konflikt bereinigende Funktion. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2173"></span></p>
<p><strong>Märchen können unbewusste Aggressionen besänftigen</strong></p>
<p>Der Effekt ist ähnlich wie jener der Märchen. Sie können durch ihre archaischen Bilder, ihre wunderbare Symbolsprache und ihre klare Auflösung die unbewussten Aggressionen und Ängste eines Menschen besänftigen. Für die Psychohygiene ist es von größter Wichtigkeit, dass die Gedanken tatsächlich frei sind und der Mensch nicht durch moralische Vorstellungen vom anständigen Denken dieser inneren Spiel- und Übungswiese beraubt wird. Wenn aus bösen Gedanken böse Pläne mit all ihren schrecklichen Einzelheiten aufgebaut werden, wird der Bereich der persönlichen Freiheit und Verantwortlichkeit zum Teil schon verlassen.</p>
<p>Entscheidend ist aber die Tat, also die Frage, ob Vorstellungen, Gedanken und Pläne tatsächlich in Handlungen umgesetzt werden. Dann wird nämlich die Grenze von innen nach außen überschritten und der Schritt zur Verwirklichung, zum bösen Werk getan. Die Verwerflichkeit des Bösen hängt also von der Frage der Umsetzung in eine konkrete Handlung ab. Je klar der Verstand, desto größer ist die Möglichkeit zur bösen Entscheidung. Ein Tatverhalten ist als umso bösartiger zu bezeichnen, je mehr der dahintersteckende Plan in vollsinnigem Zustand entworfen wurde.</p>
<p><strong>Mord und Vergewaltigung werden generell als böse eingeschätzt</strong></p>
<p>Das Empfinden der Bevölkerung wertet jene Taten als besonders verwerflich, die zu jeder Zeit und in jeder Kultur als moralisch untragbar und sündhaft gelten. Reinhard Haller erläutert: „in der Rechtskunde werden Mord, Vergewaltigung, Diebstahl als „delicta mala per se“ bezeichnet. Das bedeutet, sie werden unabhängig von jeder rechtlichen und religiösen Wertung als böse eingeschätzt.“ Es muss also etwas geben wie eine genetisch angelegte Möglichkeit der Unterscheidung zwischen Gut und Böse.</p>
<p>Dieser „Moralinstinkt“ lässt sich aber nicht näher definieren. Ähnlich wie beim Begriff des Bösen weiß doch jedermann, was damit gemeint ist. Es geht dabei um die Einhaltung von bestimmen sozialen Regeln, die für das Zusammenleben von Menschen unabdingbar sind. Dazu kommen die Achtung der Rechte des anderen und die Eindämmung eigener egoistischer Ansprüche. Vor allem aber soll die Zerstörung menschlichen Lebens verhindert werden. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Böse lässt sich nur unzureichend erklären</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-boese-laesst-sich-nur-unzureichend-erklaeren.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2020 09:07:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen sprechen nicht gerne über das Böse, sie umschreiben und vermeiden den Ausdruck, halten ihn für dunkel und bedrohlich, für vielschichtig, mehrdeutig, unwissenschaftlich und undefinierbar – und sie wissen doch, was damit gemeint ist. Das Böse ängstigt und bedrückt sie, es ist unheimlich, unfassbar und sehr oft unaussprechbar. Es fällt ihnen schwer, das Böse zu benennen, selbst den bloßen Ausdruck nehmen sie kaum in den Mund. Laut Reinhard Haller tun sich viele Menschen schwer, das Böse in ihrem Inneren zu betrachten, böse Absichten als solche kundzutun und das&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen sprechen nicht gerne über das Böse, sie umschreiben und vermeiden den Ausdruck, halten ihn für dunkel und bedrohlich, für vielschichtig, mehrdeutig, unwissenschaftlich und undefinierbar – und sie wissen doch, was damit gemeint ist. Das Böse ängstigt und bedrückt sie, es ist unheimlich, unfassbar und sehr oft unaussprechbar. Es fällt ihnen schwer, das Böse zu benennen, selbst den bloßen Ausdruck nehmen sie kaum in den Mund. Laut Reinhard Haller tun sich viele Menschen schwer, das Böse in ihrem Inneren zu betrachten, böse Absichten als solche kundzutun und das Wort an sich auszusprechen. Man kann seiner Meinung nach den Begriff des Bösen tatsächlich nur schwer beschreiben und nur unzureichend erklären. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2158"></span></p>
<p><strong>Das Böse ist der Inbegriff des Schlechten und Zerstörerischen</strong></p>
<p>Der Ausdruck des Bösen ist geprägt durch Merkmale wie aggressiv, frevlerisch, infam, amoralisch, krank, gemein, niederträchtig oder teuflisch. Eigenschaften wie Gehässigkeit, Rachsucht, Neid, Missgunst, Arglist, Übelwollen, Hinterhältigkeit oder Verschlagenheit sind in diesem Gedankengebäude des Verwerflichen ebenso enthalten wie alles, was mit Zerstörung, Krankheit, Katastrophe, Verderben und Verbrechen zu tun hat. Das Böse ist – wie der Bochumer Psychiater Prof. Theo R. Payk formuliert – ein mysteriöses Konstrukt, unter dessen Dach sich alle möglichen Varianten des Unguten versammeln.</p>
<p>Das Böse ist also der Inbegriff des Negativen, des Schlechten und des Zerstörerischen. Im Gegensatz zum unscharfen Begriff des Hauptwortes wird das Eigenschaftswort „böse“ nuanciert eingesetzt. Menschen sprechen von bösen Krankheiten und bösem Willen, von bösen Geschichten und bösen Zeiten, von bösem Erwachen und bösen Überraschungen oder bezeichnen ein erkranktes Organ als böse. Redet man von bösen Jungs oder bösen Mädchen, die angeblich zwar nicht in den Himmel, aber sonst überall hinkommen, ist durchaus ein Augenzwinkern dabei.</p>
<p><strong>Einige Philosophen sehen das Böse als notwendig an</strong></p>
<p>Mit dem Bösen haben sich Theologen und Philosophen, Soziologen und Biologen, Juristen und Kriminologen beschäftigt. In religiöser Sicht wird unter dem Bösen eine gottfeindliche Haltung verstanden. Nach jüdisch-christlicher Theologie resultiert das Böse aus dem Ungehorsam gegenüber Gott. Das Böse wird durch den Satan, den Fürst des Bösen, personifiziert. Als verführerischer Feind des Menschen ist er der Gegenspieler Gottes. Unter den mannigfachen Interpretationen der Philosophie ragen einerseits jene des unabwendbaren Übels, welche man wie eine Naturkatastrophe erdulden muss, andererseits die des selbst herbeigeführten Missbrauchs der menschlichen Freiheit heraus.</p>
<p>Nach Augustinus kommt das Böse aus dem freien Willen des Menschen, der durch die Erbsünde Schuld für sein Leiden trage, in die Welt. Immanuel Kant sieht den Ursprung des Bösen in der durch Egoismus, Gier oder Hass geprägten menschlichen Natur. In seinem Werk „Über das radikal Böse in der menschlichen Natur“ hält er den Menschen zwar nicht für bösartig, glaubt aber an eine Neigung zum Bösen, die sich überwinden lasse. Einige Philosophen sehen das Böse als notwendig an, um dessen Gegenstück, das Gute, überhaupt zu erkennen. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Reinhard Haller lotet die Abgründe des Bösen aus</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-lotet-die-abgruende-des-boesen-aus.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Feb 2020 07:33:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Haller]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[Weit über ein Jahr seines Lebens hat sich Reinhard Haller von Mördern ihre Lebensgeschichten erzählen lassen. Es ging ihm darum, die Persönlichkeit der Täter zu beschreiben, ihre Motive zu analysieren und festzustellen, ob sie mit klarem Verstand – das Gesetz spricht dann von bösem Willen – oder krankhafter Absicht gehandelt haben. In seinem neuen Buch „Das Böse“ präsentiert er seine Ergebnisse. Dabei hat er festgestellt, dass die zur bösen Tat führenden Motive, zumindest vordergründig, oft erstaunlich banal waren. Manchmal entwickelt sich das Böse aus einer jahrelangen Konfliktsituation, dann wieder resultiert&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weit über ein Jahr seines Lebens hat sich Reinhard Haller von Mördern ihre Lebensgeschichten erzählen lassen. Es ging ihm darum, die Persönlichkeit der Täter zu beschreiben, ihre Motive zu analysieren und festzustellen, ob sie mit klarem Verstand – das Gesetz spricht dann von bösem Willen – oder krankhafter Absicht gehandelt haben. In seinem neuen Buch „Das Böse“ präsentiert er seine Ergebnisse. Dabei hat er festgestellt, dass die zur bösen Tat führenden Motive, zumindest vordergründig, oft erstaunlich banal waren. Manchmal entwickelt sich das Böse aus einer jahrelangen Konfliktsituation, dann wieder resultiert es aus den sich aufschaukelnden Emotionen eines Streits. Oft entspringt es momentanen Frustrationen, manchmal folgt es einem umfassenden, bis in alle Einzelheiten durchdachten, grauenhaften Plan. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2138"></span></p>
<p><strong>Böses geht aus Bösem hervor und dieser Kreislauf endet nie</strong></p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „In nicht wenigen Fällen standen hinter dem Bösen fanatische Ideen, psychische Beeinträchtigungen oder wahnhafte Gedanken, sodass man nicht von der bösen, sondern von der kranken Tat sprechen müsste.“ Manchmal konnte Reinhard Haller die kalte Planung und die gefühllose Durchführung eines Gewaltverbrechens kaum glauben, oft erschauderte er vor den grausig-sadistischen Fantasien, die sich hinter scheinbar normalen menschlichen Fassaden zeigen.</p>
<p>Im Schicksal vieler Täter, die selbst Opfer waren, konnte Reinhard Haller erkennen, wie das Böse aus Bösem hervorgeht und der Kreislauf nie endet. Die meisten Täter sind bemüht, ihre kriminelle Handlung als etwas Gestörtes und Krankes, als eine nicht zu ihrer Person gehörende Handlung darzustellen und vermuten die Ursachen in unbewussten tiefenpsychologischen Vorgängen oder in den niemanden geheueren „Abgründen der Seele“. Die Schuld wird damit vom eigenen Willen auf dunkle seelische Kräfte, für die man weniger verantwortlich zu sein scheint, geschoben.</p>
<p><strong>Der Krieg lässt das Böse in all seinen Formen zu</strong></p>
<p>Aus kriminalpsychiatrischer Sicht sind in einer durch und durch bösen Tat folgende Elemente, die den Code des Bösen bilden könnten, enthalten: Fehlende Empathie, einseitige Machtverteilung, eine psychopathische Charakterstruktur – Sadismus, Maligner Narzissmus – Entwürdigung der Opfer, Planungsgrad, Schwere der Folgen für die Opfer und Missachtung des Moralinstinktes. Wenn man sich fragt, wo der Code des Bösen am unmittelbarsten angetroffen werden kann, landet man unweigerlich beim Krieg.</p>
<p>Der Krieg ist laut Reinhard Haller nicht nur eine Verdichtung des Bösen, er lässt auch das Böse in all seinen Formen zu: „Der Krieg setzt ungezügelte Aggressionen, mörderische Kräfte, eine durch und durch zerstörerische Energie, wie wir im zivilen Antrag unterdrücken, frei.“ Wenn man einen Blick auf die Pressemeldungen der letzten Monate wirft, wird man feststellen, dass das Böse weitergeht, in unverminderter Härte, in vielfältiger Grausamkeit, in nicht enden wollendem Umfang. Sigmund Freud vertrat die These, dass das Böse nur durch die Kultur zurückgedrängt werde könne. Der chinesische Philosoph Hsün Dse wusste das schon 220 v. Chr.: „Der Mensch ist von Natur aus böse; wenn er dennoch gut ist, so ist dies die Frucht der Kultur.“</p>
<p><strong>Das Böse<br />
Die Psychologie der menschlichen Destruktivität<br />
Reinhard Haller<br />
Verlag: Ecowin<br />
Gebundene Ausgabe: 231 Seiten, Auflage 3: 2020<br />
ISBN: 978-3-7110-0248-8, 24,00 Euro</strong></p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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