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	<title>Aggressionen &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Es gibt Alternativen zur Aggressivität</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2020 11:43:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es gibt viele Wege zur Minderung von Aggression, aber keinen Königsweg. Denn naturgemäß hängt es von der Art des Problems ab, welches Vorgehen Erfolg verspricht. Hans-Peter Nolting nennt Beispiele: „Für friedliches Spielen im Kindergarten zu sorgen ist eine andere Aufgabe, als Frieden zwischen Bürgerkriegsparteien zu stiften, und das Klima in einer Paarbeziehung zu verbessern ist ... <a title="Es gibt Alternativen zur Aggressivität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-alternativen-zur-aggressivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt Alternativen zur Aggressivität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Wege zur Minderung von Aggression, aber keinen Königsweg. Denn naturgemäß hängt es von der Art des Problems ab, welches Vorgehen Erfolg verspricht. Hans-Peter Nolting nennt Beispiele: „Für friedliches Spielen im Kindergarten zu sorgen ist eine andere Aufgabe, als Frieden zwischen Bürgerkriegsparteien zu stiften, und das Klima in einer Paarbeziehung zu verbessern ist etwas anderes, als eine Sozialtherapie mit kriminellen Gewalttätern durchzuführen.“ Aus der Tatsache, dass geringe Aggressivität grundsätzlich möglich ist, wie man an vielen Menschen sehen kann, ergibt sich fast von selbst die Frage: Worauf beruht sie, und lässt sie sich zumindest in gewissem Ausmaß gezielt herbeiführen? Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2277"></span></p>
<p><strong>Aggressionen sollte frühzeitig entgegengewirkt werden</strong></p>
<p>Die Beeinflussung personaler Aspekte ist das Feld von Erziehung, Bildung und Therapie. Sie alle stellen sich die Aufgabe, auf die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Menschen Einfluss zu nehmen. Und das kann auch mit dem Ziel geschehen, ausgeprägte Aggressivität frühzeitig zu verhindern oder nachträglich zu korrigieren. Der erste Typ personenbezogener Einflussnahme zielt darauf ab, Aggressionshemmungen, also Vermeidungsmotive zu erzeugen. Man will Menschen dahin führen, dass sie einem Impuls zu aggressiven Verhalten nicht nachgeben.</p>
<p>Hans-Peter Nolting erläutert: „Erziehende und ebenso Gerichte verfolgen dieses Ziel, indem sie Strafen androhen oder erteilen. Das Weiteren wirkt die moralische Erziehung darauf hin, durch Belehrungen, Gebote und Verbote eine ablehnende Haltung gegenüber bestimmten Aggressionshandlungen zu fördern.“ Allerdings divergieren Kulturen und einzelne Erziehende darin, welche Handlungen als unzulässig und welche als zulässig anzusehen sind. Eine vollkommen pazifistische, jegliche Aggression ablehnende Werthaltung wird selten angestrebt.</p>
<p><strong>Die kognitive Verhaltenstherapie beeinflusst Emotionen </strong></p>
<p>Menschen mithilfe von Strafen und durch moralische Sozialisation zur Unterlassung aggressiven Verhaltens zu bewegen ist sicherlich ein naheliegender Lösungsansatz. Fachleute, die sich professionell mit der Veränderung von antisozialem Verhalten beschäftigen – in der Erziehung, Sozialarbeit, Psychotherapie und modernem Justizvollzug –, setzen jedoch meist andere Akzente. So besteht ein anderer personenbezogener Ansatz darin, Motive für aggressives Verhalten zu schwächen, statt lediglich Motive gegen aggressives Verhalten zu stärken. Es geht hier um eine Änderung von Bewertungsmustern, und die ist prinzipiell möglich, wenn auch meistens nicht einfach zu erreichen.</p>
<p>Hans-Peter Nolting erklärt: „Bewertungen bestehen aus Gedanken und Gefühlen. Und es ist der gedankliche Anteil – das Auffassen, Ablehnen und Gutheißen – über den sich auch Gefühle verändern lassen.“ Wie insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie bewiesen hat, lassen sich Emotionen wie Angst, Ärger und sogar Depressionen beeinflussen. Nämlich dann, wenn Menschen eigene problematische Denkweisen erkennen, hinterfragen und durch vernünftigere ersetzen. In einem dritten Typ der personenbezogenen Beeinflussung geht es um die Förderung positiver Verhaltenskompetenzen. Denn es gibt fast immer Alternativen zu aggressiven Verhaltensweisen. Man kann beispielsweise einen Ärger mitteilen, statt ihn auszuagieren. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Auch innere Impulse werden als Aggressionen bezeichnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Feb 2020 07:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Aggression werden im Deutschen häufig nicht nur sichtbare Verhaltensweisen bezeichnet, sondern auch innere Impulse, nämlich Emotionen wie Ärger, Wut und Hass. In dieser Bedeutung wird dann meistens die Pluralform „Aggressionen“ bevorzugt: Aggressionen haben, Aggressionen ausleben, Aggressionen loswerden und so weiter. Das wäre für Hans-Peter Nolting unproblematisch, wenn aggressives Verhalten und aggressive Emotionen lediglich zwei ... <a title="Auch innere Impulse werden als Aggressionen bezeichnet" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/auch-innere-impulse-werden-als-aggressionen-bezeichnet.html" aria-label="Mehr Informationen über Auch innere Impulse werden als Aggressionen bezeichnet">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Aggression werden im Deutschen häufig nicht nur sichtbare Verhaltensweisen bezeichnet, sondern auch innere Impulse, nämlich Emotionen wie Ärger, Wut und Hass. In dieser Bedeutung wird dann meistens die Pluralform „Aggressionen“ bevorzugt: Aggressionen haben, Aggressionen ausleben, Aggressionen loswerden und so weiter. Das wäre für Hans-Peter Nolting unproblematisch, wenn aggressives Verhalten und aggressive Emotionen lediglich zwei Seiten desselben Prozesses wären. Aber das ist nicht so. Hans-Peter Nolting erklärt: „Es gibt aggressives Verhalten, dass nicht auf aggressiven Emotionen beruht, sondern zum Beispiel auf Habgier oder Angst, und umgekehrt werden aggressive Emotionen keineswegs immer in aggressives Verhalten umgesetzt.“ Daher sollte man beides auseinanderhalten. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen. <span id="more-2145"></span></p>
<p><strong>Unter Gewalt versteht man als Teil des Aggressionsverhaltens</strong></p>
<p>Gewalt ist ebenfalls kein einheitlich verwendeter Begriff. Es entspricht aber sicher dem vorherrschenden Sprachgebrauch, wenn man Gewalt als Teil des Aggressionsverhaltens versteht, nämlich schwerwiegende Formen, insbesondere körperliche Angriffe und Waffengebrauch oder auch psychische Misshandlungen und psychische Folter. Hingegen sind beispielsweise Beschimpfungen, Hänseleien oder böse Blicke zwar durchaus aggressiv, aber man zählt sie gewöhnlich nicht zur Gewalt.</p>
<p>Eine andere Bedeutung hat der Begriff der strukturellen oder indirekten Gewalt. Er bezieht sich auf ungerechte gesellschaftliche Verhältnisse wie Mangel an Nahrungsmitteln oder medizinischer Versorgung für einen Teil der Bevölkerung. Hans-Peter Nolting betont: „Da hierdurch Menschen schwer geschädigt werden oder ihr Leben verlieren, ist dies in seiner Wirkung der personalen Gewalt durchaus vergleichbar.“ Doch weil die strukturelle Gewalt ein gesellschaftlicher Zustand und nicht ein Verhalten ist, fällt es nicht unter den Begriff der Aggression.</p>
<p><strong>„Das Böse“ ist in erster Linie eine Bewertung</strong></p>
<p>In jüngerer Zeit erlebt die Rede vom „Bösen“ eine Renaissance. Unter diesem Titel geht es beispielsweise in TV-Talkshows um Morde, Massaker, um Täter, die jahrelang Kinder im Keller gefangen halten, oder andere Gewaltexzesse. Weniger extreme Formen wie etwa Ohrfeigen, Banküberfälle oder Schlägereien unter Hooligans zählt man in der Regel nicht zum „Bösen“. Trotz dieser Beschränkung ist es beim Begriff des Bösen besonders schwierig, einen Konsens über seine Bedeutung zu erreichen. Bei den Begriffen Aggression und Gewalt hat man es immerhin mit real existierenden Sachverhalten zu tun.</p>
<p>Aber „das Böse“ ist genau genommen kein Sachverhalt, sondern in erster Linie eine Bewertung. Diese hängt sehr davon ab, auf welche Motive man eine böse Tat zurückführt. Hans-Peter Nolting stellt fest: „Eine große Rolle bei der Bewertung spielen auch die unterschiedlichen Perspektiven von Täter, Opfer und neutralem Betrachter. Täter sehen ihre Taten selten als böse an, zumindest als nicht so gravierend, wie sie vom Opfer und meist auch von Außenstehenden bewertet werden.“ Ein Grund mag sein, dass für den Täter die Tat meist nur ein kurzer Akt ist, während die Opfer oft noch lange Zeit, wenn nicht gar lebenslang, darunter zu leiden haben. Quelle: „Psychologie der Aggression“ von Hans-Peter Nolting</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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