Der Urlaub ist die letzte Bastion gegen den Erschöpfungstod

Wenn es um den Sommerurlaub geht, schränken sich die meisten Europäer, trotz Wirtschaftskrise, kaum ein. Die Zahl der europäischen Touristen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 35 Prozent gestiegen. Das zentrale Motiv für eine Auszeit aus dem stressigen Berufsalltag heißt für die meisten Menschen Suche nach Erholung. Der Reisende träumt von Autonomie und Ruhe, von Abstand zu seiner Arbeit und entspannender Gelassenheit. Der Erholungsforscher Gerhard Blasche formuliert dies wie folgt: „Urlaub ist die letzte Bastion gegen den Erschöpfungstod.“ Laut einer amerikanischen Studie waren jene Menschen, die angaben, oft auf ihren Urlaub zu verzichten, in den darauffolgenden Jahren eher an einem Herzinfarkt gestorben als die Menschen, die regelmäßig Urlaub machten.

Schon die Vorstellung von einem Urlaub erzeugt ein Glücksgefühl

Es reicht sogar die Vorstellung von der Auszeit abseits von Herd, Heim und Arbeitsplatz für ein Glücksgefühl, wie Forscher der Universität Surrey in einer Studie feststellten. Menschen, die gerade einen Urlaub planen, sind glücklicher und bewerten ihre familiäre und gesundheitliche Situation wesentlich optimistischer als Menschen ohne Reiseziel. Dass Urlaub das Wohlbefinden der Reisenden stärkt, weiß auch Jessica de Bloom, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Tampere in Finnland.

Jessica de Bloom erklärt: „Egal, welche Art von Urlaub man macht – Kurztrip oder drei Wochen am Stück –, Wohlbefinden und Gesundheit verbessern sich.“ Sie hat allerdings auch eine wenige erfreuliche Nachricht für die Urlauber: „Ein besonders langer Urlaub kann die über Monate andauernde Belastung nicht ausgleichen.“ Auf die Frage, ob es so etwas wie ein Zeitdiagramm für einen Urlaub gibt, antwortet Jessica de Bloom mit Ja. Die Erholung setzt laut ihren Studien bereits rasch am ersten Tag ein. Der Gipfel der Erholung wird am achten Tag erreicht. Dauert der Urlaub länger, reduziert sich der wohltuende Effekt des Urlaubs wieder.

Die Geheimnis für das maximale Urlaubsglück gibt es nicht

Wer glaubt, er könne Entspannung konservieren, wird von Jessica de Bloom eines Besseren belehrt: „Bereits während der ersten Arbeitswoche ist der Effekt verpufft.“ Deshalb rät die Urlaubsforscherin davon ab, ein einmaliges Sommerurlaubspaket zu planen und alle Urlaubswochen auf einmal zu nehmen. Jessica de Bloom erläutert: „Es ist besser, regelmäßige Auszeiten zu nehmen. Auch, weil es immer wieder frustrierende Urlaubserlebnisse gibt. Da ist es schlecht, alles auf eine Karte zu setzen.“

Von Hans Klumbies

 

 

 

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