Das Internet kann abhängig machen wie Glückspiel und Alkohol

Als der Psychiater Ivan Goldstein im Jahr 1995 vorschlug, eine neuartige psychische Störung mit dem Namen „Internetsucht“ in die Diagnosekataloge aufzunehmen, erhielt er unerwartet breite Zustimmung. Ärzte berichteten ihm von Patienten mit exzessiver Nutzung des Internets, Patienten klagten über die von Ivan Goldstein genannten typischen Symptome der Sucht. Dazu zählen Entzugserscheinungen, ständige Steigerung der Internet-Dosis sowie der zwanghafte Konsum der künstlichen Welt. Vielleicht wäre der Diskurs um das Suchtpotential der digitalen Medien nur noch vor sich hingeplätschert, wenn es rkte, wie ihre kleine Tochter gerade verhungerte. Eine Online-spielsüchtige Mutter erwürgte ihren zweijährigen Sohn, weil er ein Essen haben wollte.

Kaum ein Psychiater bezweifelt mehr die Existenz der Internetsucht

Heute gibt es in allen westlichen Industrienationen erste Spezialstationen und Ambulanzen für Internetsüchtige. Zudem bezweifelt fast kein Psychiater mehr, dass es einen pathologischen Gebrauch des Internets gibt. Die reine Zahl der Stunden, die ein Mensch vor dem Computer verbringt, reicht allerdings r die Frage, wann die Grenze zur Krankheit überschritten ist, wie die Internetsucht entsteht und ob es sich dabei wirklich um eine eigenständige Sucht handelt.

Der Psychiater Bert te Wildt vom Un im realen Leben und schlechten Gefühlen zu entfliehen.“

Medienabhängige leiden auch unter körperlichen Folgeerscheinungen

Bert te Wildt vertritt die These, dass die Intenetabhängigkeit durchaus der Glücksspiel- und Alkoholabhängigkeit gleicht. Die Betroffenen sind mit ihren Gedanken ständige in der virtuellen Welt und müssen zunehmend mehr Zeit aufwenden, um davon befriedigt zu werden. Sie sind regelmäßig zum Scheitern verurteilt, wenn sie versuchen, ihren Internetkonsum zu reduzieren. Sie reagieren sehr gereizt, wenn ein Außenstehender versucht, sie vom World Wide Web fernzuhalten.

Wenn man die Betroffenen vom Internet aussperrt, werden sie ruhelos, gereizt und depressiv. Neueste Studien scheinen zu belegen, dass Medienabhängige auch unter körperlichen Folgeerscheinungen leiden. Bert te Wildt erklärt: „Durch Mangelernährung, zu we und Leistungsabfall im Beruf und in der Schule auftreten.

Von Hans Klumbies

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