Dr. Adam Alfred verteidigt die Verschreibung von Ritalin

Seit fast drei Jahrzehnten verschreibt der Kinder- und Jugendpsychiater Adam Alfred, der im ADHS-Zentrum in München-Neuhausen praktiziert, Ritalin und ähnliche Medikamente. Hyperaktive Kinder werden seiner Meinung nach durch die Gabe von Ritalin einfach normaler und können sich besser konzentrieren. Für Adam Alfred sind die Nebenwirkungen von Ritalin mehr als vertretbar, da sie bei sachgemäßem Umgang sehr selten auftreten.

Manche ADHS-Kinder können ganze Familien zerstören

Unbehandelt führt das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom beziehungsweise Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS genannt, laut Adam Alfred sehr oft zu Misserfolg in der Schule, schlechteren, der Begabung nicht entsprechenden Noten, zu sozialer Isolation sowie zu erheblichen familiären Belastungen. Manche ADHS-Kinder sind nur schwer zu ertragen und können ganze Familien zerstören. In solchen Fällen wäre der Verzicht auf Ritalin oder ähnliche Medikamente für Adam Alfred schlicht unterlassene Hilfeleistung. Vielen Eltern wird großes Unrecht getan, wenn man ihnen unterstellt, Ritalin zu geben, weil die Kinder ihren Ansprüchen nicht genügen oder zugleich keine Geduld für die Kinder aufbringen.

Kinder brauchen Anerkennung und Erfolg, den ADHS-Kinder laut Adam Alfred viel zu wenig haben. Er hat schon oft erlebt, wie glücklich und stolz die Betroffenen sind, wenn es ihnen gelingt, erfolgreich zu sein. Es geht Adam Alfred nicht darum, dass Kinder funktionieren, sondern, dass die sie in die Lage versetzt werden, sich in unserer komplexen und reizüberfluteten Welt zurechtzufinden. Adam Alfred stellt fest: „Es ist zynisch, betroffene Kinder in die Spirale von Ablehnung und Versagen laufen zu lassen.“

Von Hans Klumbies

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