Das Gefühl des Stolzes ist zweideutig

Der Stolz hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite kann er Personen arrogant und überheblich machen, auf der anderen Seite kann er sympathische Chefs hervorbringen. Für den großen Schriftsteller Dante überwogen die negativen Aspekte des Stolzes. Er betrachtete den Stolz als etwas Schlimmeres als den Neid und den Zorn. Völlig anderer Ansicht war dagegen Aristoteles. Er bezeichnete den Stolz als die Krone der Tugenden.

Der Stolz ist ein universelles Gefühl

Der anmaßende Stolz zeichnet sich laut Jessica Tracy dadurch aus, dass Menschen auf ihre naturgegebene Zugehörigkeit zu einer Nation stolz sind. Für Jessica Tracy ist der Stolz somit ein angeborenes Gefühl. Allerdings zeigen Kinder zum ersten Mal die Gesten des Stolzes, wenn sie vier Jahre alt sind. Erst zu diesem Zeitpunkt haben sie die „Theorie of Mind“ entwickelt, wodurch sie ihre eigenen Leistungen mit denen anderer Kinder vergleichen können. Jessica Tracy und ihr Forscherkollege David Matsumoto haben ein weiteres Merkmal des Stolzes durch ihre Studien belegt: In allen Kulturen äußerst sich der Stolz auf die gleiche Art und Weise. Der Stolz ist ein universelles Gefühl.

Zur Funktion des Stolzes sagt Jessica Tracy folgendes: „Stolz ist das stärkste Statussymbol, das wir kennen. Wer Stolz auf seine eigene Leistung zeigt, empfinden andere als sozial höher gestellt – und sie mögen ihn dafür.“ Gleichzeitig steigt die Motivation bei der stolzen Persönlichkeit zu weiteren Höchstleistungen. Dennoch gibt es auf der Welt Unterschiede.

Von Hans Klumbies

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