Die Selbstfindung kann die kranke Seele heilen

C. G. Jung sah den tiefsten Sinn jeder seelischen Erkrankung darin, dass der Mensch ein von sich selbst entfremdetes Leben führt. Nach C. G. Jung stellt die Therapie eine dialektische Situation dar. Er vertritt die These, dass sowohl der Therapeut als auch der Patient in einer Sitzung gefördert und beeinflusst werden müssen. Am Ende einer Therapie ist der Therapeut ebenso verändert wie sein Patient.
Eine Neurose kann drei Ursachen haben

Eine Neurose entsteht laut C. G. Jung in der Kindheit durch eine ungünstige Sozialisation, durch belastende Umwelteinflüsse, sowie durch den neurotischen Charakter der Eltern. C. G. Jung strebt wie Alfred Adler und Sigmund Freud die Klärung der Probleme und Konflikte des Menschenlebens an. Der Therapeut wird dabei zum Katalysator für die umfassende Selbsterkenntnis. Wenn ein Patient seine aktuellen Probleme überwunden hat, möchte C.G. Jung mit ihm den Weg der Personwerdung einschlagen.

Für diese Individuation muss das Innenleben des Patienten tiefer gehend untersucht werden, was durch die Analyse der Träume geschieht. Denn für C. G. Jung ist der Traum keine kindliche Erfüllung der Triebe, sondern ein Naturereignis, das zur menschlichen Psyche führt. Objektiv gesehen zeigen die Träume ein Stück Welterfahrung, subjektiv betrachtet sind sie eine durchgehende Symbolisierung des Ichs in allen seinen Schattierungen. In seinen späten Schriften vergleicht C. G. Jung die psychotherapeutische Behandlung mit den Verfahren der Alchimisten, die durch chemische Prozesse den Stein der Weisen, Gold oder ein Lebenselixier herstellen möchten.

Von Hans Klumbies

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