Die Bindung zwischen Mutter und Kind prägt nachhaltig

Familiäre und gesellschaftliche Bindungen sowie generell das Zusammenleben sind seit Urzeiten wichtige Teile des Überlebens der Menschen. Dennoch sollten laut Sonia Laszlo Erfahrungen der Kindheit nicht als Entschuldigung dafür verwendet werden, wenn ein Mensch als Erwachsener unglücklich ist. Dennoch beeinflussen natürlich auch äußere Einflüsse und nicht nur der Mensch selbst sein Glück. Man sollte möglichst viel darüber lernen, wie individuelles Glück aussehen kann, um sich von der Tyrannei des Glücks zu befreien. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Schauspielerin Sonia Laszlo befasst sich mit dem „Glücklichsein“ und Film in Europa sowie in den USA. Die Journalistin ist in Medien und am Institut für Europäische Glücksforschung tätig, Gastvortragende an Universitäten und schreibt an ihrer Dissertation.

Kim Bartholomew erforscht vier Stile der Bindung

Der österreichisch-amerikanische Psychologe und Sigmund Freud-Schüler René Spitz, der von 1887 bis 1974 lebte, mit Säuglingen und deren Bezugspersonen und damit, wie entscheidend diese Bindung für die weitere psychische und kognitive Entwicklung ist. René Spitz war der Meinung, dass diese Beziehung den Menschen nachhaltig prägt. Frühkindliche Erfahrungen beeinflussen zum Beispiel schulische Leistungen und können, wenn sie nicht verändert wurden, sogar noch im Erwachsenalter wegweisend sein.

Die Vielzahl der möglichen menschlichen Bindungsarten und Bindungsmerkmale lassen sich laut Kim Bartholomew auf vier verschiedene Bindungsstile reduzieren: sicherer Typ, anklammernder Typ, ängstlicher Typ, abweisender Typ. Der sichere Typ vertraut beispielsweise seinen Mitmenschen und es stört ihn weder auf anderen angewiesen zu sein, noch für andere da zu sein. Er hat keine Probleme enge Bindungen einzugehen, er hat auch keine Angst davor alleine oder ohne Partner zu sein.

Der abweisende Typ hat keinerlei Verlangen nach Nähe, möchte weder von anderen abhängig sein, noch, dass andere von ihm abhängen. Er fühlt sich auch wohl, ohne eine wirklich enge Beziehung einzugehen. Natürlich gibt es noch Unmengen anderer Faktoren. Dennoch kann es nützlich sein, diese Typologisierung zu kennen. Sonia Laszlo rät: „Wenn Ihnen ein Mensch Vertrauen schenkt, stellen Sie sicher, dass Sie dieses Vertrauen nicht nur durch Ihre Augen und durch Ihre Muster sehen.“

Von Hans Klumbies

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