Der Geruch spielt bei Kennenlernen eine entscheidende Rolle

Dass Geruch und Anziehung eng zusammenhängen, kann für die Harmonie in Beziehungen nicht überschätzt werden. Ein guter Test darauf, ob eine Bindung zwischen Mann und Frau haltbar ist, findet bei jedem Rendezvous statt und erfolgt im Unterbewusstsein bereits in den ersten Momenten der Kontaktaufnahme. Wer sich nahekommen und es bleiben möchte, muss einander riechen können. Denn wer sich gerne riechen mag, bleibt auch länger zusammen. Werner Bartens erklärt: „Evolutionär ist dieses Auswahlkriterium äußerst sinnvoll, denn ein als attraktiv empfundener Geruch weist darauf hin, dass der potentielle Partner ein deutlich anderes Immunsystem hat.“ Werden zwei Menschen ein Paar, die sich gut riechen können, bedeutet dies, dass sich ihre Abwehrsysteme in den gemeinsamen Nachkommen mischen und diese daher widerstandsfähiger gegen diverse Keime sind. Werner Bartens ist Autor von Bestsellern wie „Das Ärztehasser-Buch“, „Körperglück“ und „Was Paare zusammenhält“.

Der Eigengeruch kann sich mit den Jahren erheblich verändern

Die Volksweisheit „Gegensätze ziehen sich an“ bezieht sich nicht nur auf unterschiedliche Charaktere, sondern eben auch auf die physiologischen Eigenschaften der Menschen. Denn die persönliche Duftnote des anderen wird dann als besonders attraktiv empfunden, wenn sie sich von der eigenen deutlich unterscheidet. Ist der Geruch dem eigenen ähnlich, wird er hingegen als unattraktiv empfunden. Werner Bartens erläutert: „Der Grund für die Bevorzugung des Fremden ist rein biochemischer Natur.“

Über die menschliche Haut dringen chemische Duftstoffe nach außen, die bei jedem Menschen unterschiedlich sind und die auch als sexuelle Lockstoffe auftreten – natürlich nur, wenn man sich mag. Bedauerlicherweise können sich der Hormonstatus und damit der Eigengeruch von Männern wie Frauen mit den Jahren erheblich verändern. Werner Bartens schreibt: „Kann sie ihn – oder er sie – nach langen Jahren der Beziehung nicht mehr riechen, ist das jedenfalls ein frühes und deutliches Alarmzeichen.“

Streicheln erzeugt Glückszustände

Verändert sich der Eigengeruch, vergeht nicht nur die Lust auf Intimitäten, sondern die Abneigung kann sogar so weit gehen, dass sie zu einer baldigen Trennung führt, auch wenn die Waffen im Zerrüttungskampf noch gar nicht geschärft worden sind. Dermatologisch dagegen zu empfehlen sind die Glückszustände und das befriedigende Gefühl, geschätzt und gestreichelt zu werden. Diese positiven Emotionen wirken sich auf den ganzen Organismus aus und das zeigt sich natürlich auch und besonders direkt an und auf der Haut.

Kurt Seikowski, Therapeut für psychosomatische Dermatologie in Leipzig, vertritt die These, dass die haut eine Art Orakel der Liebe ist. Denn das körperliche Liebe in erster Linie über die Haut vermittelt wird und Streicheln, in den Arm genommen werden, Geborgenheit und sexuelle Empfindungen ohne Berührungen der Haut schlicht nicht möglich sind, leuchtet sofort ein. Und natürlich entwickeln sich Gefühle der Sicherheit und des Wohlempfindens über die Haut vor allem mit jenen Menschen, die man gerne hat.

Von Hans Klumbies

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