Die Wollust ist ein überwältigendes Gefühl

Wenn das sexuelle Verlangen und die Wollust über einen Menschen hereinstürzen, siegen sie über die Vernunft und stürzen die Betroffenen ins Reich der Sinne. Zu den Emotionen, die in der Wollust enthalten sind, zählt Simon Blackburn unter anderen den Ekel und die Scham. Im Idealfall kann die Wollust einem Menschen die höchste Ekstase bescheren, die er erreichen kann. Der Verlust des Denkens geht einher mit der Entschädigung durch größte Lust. Die Begierde ist die Schattenseite der Liebe, die meist im Verborgenen zuhause ist.

Sex in der Öffentlichkeit ist verpönt

Simon Blackburn sagt: „Liebe erhält den Applaus der ganzen Welt.“ So lächeln die meisten Menschen, wenn sie ein Pärchen in inniger Umarmung durch die Straßen schlendern sehen. Dagegen ist Sex in der Öffentlichkeit verpönt. Da das Gefühl der Wollust so überwältigend ist, war es stets ein Verlangen der Menschen gewesen, sie zu kontrollieren und zurückzudrängen. Schon Platon wollte die Wollust eindämmen. Er schrieb: „Die Wollust ist schädlich, und den Vergnügungen der Sexualität zu erliegend deshalb immer eine Art des Versagens.“ Seneca vertrat die These, dass Sex nur der Zeugung von Kindern dienen dürfe.

Simon Blackburn beschreibt das ambivalente Gefühl der Wollust wie folgt: „Die Assoziation von Unreinheit und Ekel, mit den Listen des Teufels, mit Finsternis, Tier, Körper und schließlich Tod, Verdammnis und Hölle war fest verankert und gegenwärtig.“ In der Gegenwart versuchen Wissenschaftler die Wollust auf ganz andere Art zu kontrollieren. Sie erforschen die biochemischen Einzelteile der überwältigenden Emotion.

Von Hans Klumbies

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