Carl Gustav Jung entdeckt das kollektive Unbewusstsein

Carl Gustav Jung ging davon aus, dass der Mensch die Außenwelt benutzt, um die Innenwelt besser zu verstehen. Vor allem die Symbole der Kunst, der Religion und der Mythologie helfen seit Jahrtausenden die Rätsel des Lebens besser zu verstehen. Das Lebensziel war für Jung die „Individuation“ des Ichs, bei der sich das Unbewusste und das Bewusste vereinen sollten. Darüber hinaus glaubte er, dass die Menschen der Ausdruck eines tieferen universellen Bewusstseins sind. Im Gegensatz zu Sigmund Freud, der das Unbewusste als etwas Persönliches auffasste, sah Carl Gustav Jung das unbewusste Denken eher als etwas, dass im kollektiven Unbewussten seinen Ursprung hat.
Die Mutter ist der wichtigste Archetyp 
Dieses gemeinsame Unbewusste drückt sich durch Archetypen aus. Ohne dass der Mensch es wahrnimmt, prägen die Archetypen die Beziehungen, die in seinem Leben von Bedeutung sind. Carl Gustav Jung unterscheidet verschieden Archetypen. Die Mutter betrachtet Carl Gustav Jung als den wichtigsten Archetypen, weil er alles andere zu enthalten scheint. Der „Mutterkomplex“ tritt auf, wenn dieser Archetyp bei einem Menschen die Balance verliert. Bei Männern kann „Don Juanismus“ auftreten, der unter anderem dazu führt, das der Betroffene allen Frauen gefallen will.

Tritt der Komplex bei Frauen auf, ist das zum Beispiel mit einer unnatürlichen Dominanz der mütterlichen Instinkte verbunden, was dazu führt, dass die Frau nur für ihre Kinder lebt und dabei ihr eigenes Leben vergisst. Unter „Individuation“ verstand Carl Gustav Jung die Fähigkeit eines Menschen seine inneren Widersprüche in Einklang zu bringen, eine Harmonie zwischen Unbewussten und Bewussten herzustellen. Dieser Mensch besitzt ein nahezu unzerstörbares Ich. Carl Gustav Jung definiert das Ich wie folgt: das Ich überragt und beinhaltet gleichzeitig das Ego. Das Ego bezieht sich auf das bewusste Denken, das Selbst gehört zum persönlichen und kollektiven Unbewussten.

Kurzbiographie: Carl Gustav Jung

Carl Gustav Jung wurde 1875 in Kesswil in der Schweiz geboren. Ab 1895 studierte er an der Universität in Basel Medizin, wobei sein Hauptinteresse der Psychiatrie galt. 1905 übernahm er den Lehrstuhl für Psychiatrie an der Zürcher Universität und baute parallel dazu eine Privatpraxis auf. Nach dem Bruch mit Sigmund Freud 1912 entwickelte Carl Gustav Jung eigene Theorien wie Synchronizität, Individuation und die Entwicklung der psychologischen Typen.

Zu seinen bedeutenden Büchern gehören „Wandlungen und Symbole der Libido“ (1911-12), „Symbole der Wandlung“ (1912), „Psychologische Typen“ (1921), „Psychologie und Religion“ (1937), „Psychologie und Alchemie“ (1944) und „Gegenwart und Zukunft“ (1957). Carl Gustav Jung starb 1961 in der Schweiz.

Von Hans Klumbies

3 Comments - Write a Comment

  1. Ich find das lustig, wenn wir das Unbewusste immer noch als eine Art Störfall betrachten, den es zu beseitigen oder wenen beschränkten bewussten Verstand doch nicht einmal unsere Verdauung regeln. Da ist es doch eine Gnade, dass unser Schöpfer alle lebenswichtigen Funktionen dem direkten Zugriff durch unseren bewussten Verstand entzogen hat.
    Natürlich muss, wenn wir schon Dank größerer Macht und Führung durch unser Unbewusstes alle Experimente unseres Verstandes überleben, auch eine übergeordnete, uns ebenfalls UNBEWUSSTE Kraft dafür sorgen, dass neben uns auch unsere Gesellschaft und unser Komsmos unsere bewussten Experimente überlebt. Wir sind ja gerade dabei, auszureizen, wie weit wir gehen können, bis wir hr zurückkönnen. In allen Bereichen des Lebens. Das wird zünftig, wenn wir es endlich herausgefunden haben. Wissenschaftlich, versteht sich. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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